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Landesväter mit bunter Mütze

Geschichte Dass Studentenverbindungen manchmal als rechtsextrem gelten, hängt nicht zuletzt mit der «Deutschen Burschenschaft» zusammen. Denn einige der Studentenverbindungen, die zum Dachverband gehören, sind recht offen rechtsextrem, und die österreichischen Mitglieder wollen «heim ins Reich».

Zwar begannen auch die deutschen Burschenschaften im 19. Jahrhundert als Liberale, forderten Wahlen und Pressefreiheit, doch sie kämpften auch für ein vereintes Deutschland. So gewann in manchen Verbindungskellern die Deutschtümelei die Oberhand. In der Schweiz fasste diese kaum Fuss, auch weil Welsche und Tessiner Kommilitonen damit kaum etwas anfangen konnten.

Und die liberalen Verbindungen wie die Zofingia erreichten ihre Ziele bald. Sie prägten die Entstehung des Bundesstaates seit den Unruhen der 1830er-Jahre. «Der Hauptautor der Bundesverfassung, die ersten Präsidenten von National- und Ständerat waren alle Zofinger», sagt der Centralpräsident der Altzofinger und Historiker Ronald Roggen. Damals fehlten Massenmedien wie auch formelle Parteien. Ein Grund, weshalb Netzwerke so wichtig waren. «Dass eine so kleine Gruppe so viel Einfluss hat, das will man heute zu Recht nicht mehr.» Und die Zofinger blieben nicht alleine: 1841 formierten sich im Schweizerischen Studentenverein die katholisch-konservativen Verbindungen. Die Radikalen spalteten sich als Helvetia von den Zofingern ab. Nach den Kämpfen des 19. Jahrhunderts verloren die politischen Richtungen der Verbindungen aber an Bedeutung. Zwar stünden wohl noch viele Zofinger dem Freisinn nahe, sagt Roggen. «Aber Jean Ziegler ist auch einer von uns.» Politische Zuordnungen seien schwierig geworden.

Zuerst an Mittelschulen

Auch in der Ostschweiz gibt es zahlreiche Studentenverbindungen. Da die Universität erst 1898 gegründet wurde, verbreiteten sie sich zuerst an den Kantonsschulen. Die St. Galler Kantonsschule am Burggraben zählt alleine sieben Verbindungen, allerdings sind zwei davon zurzeit inaktiv. Hier hatte auch die Zofingia schon vor der Gründung der HSG einen Ableger. In Frauenfeld wurde 1862 die Thurgovia gegründet, bald erhielt sie Gesellschaft von der KTV Concordia. Auch in Appenzell oder Kreuzlingen entstanden Mittelschulverbindungen. Nach Gründung der HSG entstanden auch dort Verbindungen wie die Bodania oder die Emporia Alemannia.

Die nächste Gründungswelle kam in den 1980er- und 1990er- Jahren, als erstmals gemischt­geschlechtliche oder Frauenverbindungen entstanden, wie die Frauenfelder Licornia oder die Kybelia an der HSG. Die jüngste Verbindung dort ist aber eher Retro: Wie nur noch ein knappes Dutzend Verbindungen in der Schweiz praktizieren die Falkenburger das Fechten. (ken)

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