Lärmschutz: Gossau legt sich mit dem Bund an

GOSSAU. Der Bund hat ein Lärmschutzprojekt für die Autobahn zwischen Wil und Gossau bei den Gemeinden zur Genehmigung aufgelegt. Der Stadtrat von Gossau unterstützt die Lärmschutzmassnahmen, erhebt aber Einsprache gegen das Projekt.

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GOSSAU. Der Bund hat ein Lärmschutzprojekt für die Autobahn zwischen Wil und Gossau bei den Gemeinden zur Genehmigung aufgelegt. Der Stadtrat von Gossau unterstützt die Lärmschutzmassnahmen, erhebt aber Einsprache gegen das Projekt.

Der Stadtrat begrüsst in einer Mitteilung die Absicht des Bundes, die Lärmbelastung der Nationalstrasse im Siedlungsgebiet zu reduzieren. Dennoch habe er gegen das Projekt Einsprache erhoben, weil es im Gebiet Gossau auf unsorgfältigen Abklärungen und fehlerhaften Beurteilungen beruhe.

«Unzumutbare Situation»

Das Hauptaugenmerk richtet die Einsprache auf das Gebiet Hofegg und den Friedhof. Gemäss den Projektunterlagen bestehe hier eine erhebliche Lärmbelastung, welche Massnahmen erforderlich mache. Die Immissionsgrenzwerte und teilweise die noch höheren Alarmwerte seien überschritten. «Wer schon an einer Abdankung auf dem Friedhof teilgenommen hat, hat die unzumutbare Lärmsituation selber erlebt», schreibt die Gemeinde Gossau.

Deshalb beantragt der Stadtrat, dass im Gebiet Hofegg in jedem Fall die bestehenden Lärmschutzmassnahmen ausgebaut werden. Dies verbessere auch die Lärmsituation in den Wohnhäusern in diesem Gebiet.

Zu tiefe Verkehrsprognosen

Zudem werden die Verkehrsprognosen in Frage gestellt. Lärmschutzprojekte seien auf einen Planungshorizont von 15 Jahren nach Realisierung auszulegen, so der Stadtrat. Der Bund sieht die Ausführung für 2020 vor, womit die mutmasslichen Verkehrsmengen im Jahr 2035 massgebend sind. Für das Projekt wird für das Jahr 2010 von einem durchschnittlichen Tagesverkehr von 52 200 Fahrzeugen ausgegangen; tatsächlich seien es jedoch 55 Fahrzeuge gewesen. Es sei anzunehmen, dass die erwähnte Verkehrsmenge bereits 2020 erreicht sei. Uneins mit dem Bund ist der Stadtrat etwa auch bei den Kosten, insbesondere für Lärmschutzdämme oder -wände sowie lärmarme Fahrbahnbeläge. (sda)