LÄRMKLAGEN: Pöbeleien nach der Party

Die Stadtpolizei St. Gallen musste in der Nacht auf Donnerstag eine Studentenparty auflösen. Danach kam es zu Beschimpfungen und Vandalenakten.

Martin Rechsteiner
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Martin Rechsteiner

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@tagblatt.ch

Es ging feuchtfröhlich zu und her. 80 bis 100 Studenten feierten in der Nacht auf Donnerstag an der Speicherstrasse in St. Gallen eine Party. Da sie in der Liegenschaft bei offenen Fenstern und auch draussen grossen Lärm verursachten, ging bei der Stadtpolizei eine Lärmklage ein. Vor Ort trafen die Polizisten kurz vor 1 Uhr im Freien lärmende Studierende an, zudem war laute Musik aus offenen Fenstern zu hören. Dies schrieb die Polizei gestern in einer Medienmitteilung. Die Polizisten machten eine 20-jährige Frau ausfindig, welche angab, für die Studentenparty verantwortlich zu sein. Sie erhielt eine Busse von 60 Franken wegen Lärmbelästigung.

Die Polizisten lösten die Party auf. Das liessen sich die Studenten aber nur ungern gefallen. Sie warfen Flaschen auf den Boden und taten ihren Unmut mit «fuck the police»-Rufen kund. Zudem urinierten einige von ihnen an den Strassenrand und an Mauern in der Umgebung. Auf ihrem Weg in die Innenstadt beanspruchten die 80 bis 100 Studierenden dann die ganze Strasse für sich. Zwei Stadtpolizisten mussten die grosse Gruppe begleiten.

Polizei erwischt Vandalen

Während des Marsches in die Stadt kam es zu Beschädigungen an einer Baustelle. Polizisten wollten den mutmasslichen Verursacher anhalten. Dieser rannte jedoch weg und stellte sich trotz mehrfacher Aufforderung nicht. Schliesslich konnte die Person trotzdem angehalten und für Abklärungen auf den Polizeiposten gebracht werden. Ein Atemalkoholtest bei dem Mann ergab 0,9 Promille. Dieselbe Person solle auch wegen Nichtbefolgen von polizeilichen Anweisungen befragt werden. Ob es zu einer Anzeige kommt, ist laut Roman Kohler, Sprecher der Stadtpolizei St. Gallen, noch offen. Das werde die Kantonspolizei entscheiden, die diese Befragung durchführen wird.

«Gerade um den Semesterbeginn gibt es vermehrt Studentenpartys und deshalb auch Lärmklagen, das merken wir», sagt Kohler. «Etwas in den Dimensionen wie in der Nacht auf Donnerstag ist jedoch selten.» Besonders dass Teilnehmer einer aufgelösten Party dann auch noch in einer derart grossen Gruppe in die Stadt ziehen, komme kaum vor, betont er.

Vereinigung feierte Halloween

Involviert waren offenbar Studenten von der Universität St. Gallen (HSG). Hinweise auf Facebook deuten darauf hin, dass es sich um eine Halloween-Party eines Studentenvereins der Universität handelte. Die Feier war in den Räumlichkeiten eines anderen HSG-Studentenvereins, gelegen an der Speicherstrasse, angesagt. Passanten berichten von Menschenansammlungen vor dem Heim zu später Stunde in der Nacht auf gestern.

Von Seiten der HSG wird der Vorfall bestätigt, vor allem für die Vandalenakte und die Beschimpfungen gegen die Polizei hat man kein Verständnis. «Die Universität St. Gallen distanziert sich in aller Form von derlei Verhalten Studierender», sagt Sprecherin Julia Hüfner. «Eine Klärung des Vorfalls ist eingeleitet worden.»

Gegen Begleitschäden von Partys sollen zudem Präventiv-Massnahmen helfen. Damit Studenten wissen, wie weit sie beim Feiern gehen dürfen, informiert die Stadtpolizei an der HSG. «Wir arbeiten mit den Hochschulen in der Stadt zusammen», sagt Mediensprecher Kohler. Die Polizei halte regelmässig Infoveranstaltungen ab, dort seien zum Beispiel die nächtlichen Ruhezeiten ein Thema.