Mängel am Vorzeigezug der Südostbahn:  Traverso-Züge von Stadler bekommen neue Klimaanlage

Der neue Vorzeigezug der Südostbahn weist erste Mängel auf. Bei der Durchfahrt des Rickentunnels zwischen Wattwil und Uznach zieht es heftig im Fahrgastbereich. Grund dafür sind die Klimaanlagen. Diese sollen nun ausgetauscht werden.

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Neuer Traverso-Zug der SOB-Flotte auf der St.Galler Sitterbrücke.

Neuer Traverso-Zug der SOB-Flotte auf der St.Galler Sitterbrücke.

Bild: Ralph Ribi

(red) Wer öfters zwischen Wattwil und Uznach pendelt, der weiss: Wenn der Traverso durch den Rickentunnel fährt, dann zieht es spürbar. Grund dafür sind die Klimaanlagen, wie der «Blick» berichtet. Der Zug schiebt während der Tunneldurchfahrt Luft vor sich her. Im einspurigen, fünf Meter breiten Rickentunnel kann diese schwer ausweichen, weshalb der Druck an der Zugspitze steigt und Luft durch die Klimaanlage ins Zuginnere gelangt.

«Die Druckdifferenz zwischen Spitze und Ende des Zugs ist grösser als erwartet, weshalb für Passagiere ein Luftzug spürbar ist», erklärt Christopher Hug, Sprecher der Südostbahn, gegenüber «Blick». Der Thurgauer Zughersteller Stadler will daher die Fahrzeuge mit einer druckdichteren Version der Klimaanlage aufrüsten. Ein Prototyp soll bereits diesen Monat getestet werden, wie es heisst.

Problem nur im Rickentunnel

Das Problem bestehe ausschliesslich beim neuen Traverso bei der Durchfahrt des engen Rickentunnels. Die Klimaanlagen seien auch bei den Flirt-Zügen im Einsatz und würden dort zuverlässig funktionieren.

Für die Durchfahrt des alten Gotthardtunnels, welche ab Dezember 2020 mit dem Traverso geplant ist, dürften keine Probleme auftreten. Einerseits kann die Luft im zweispurigen, acht Meter breiten Tunnel besser ausweichen. Andererseits sollen bis dahin die Züge mit den neuen Klimaanlagen aufgerüstet sein.

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