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Kutesa geht, und die SP öffnet sich

Von teuren Halszäpfchen, Zufluchtsorten für heimatlose Banker und spirituellem Fleisch im SVP-Sandwich.
Silvan Lüchinger
Silvan Lüchinger. (Bild: Coralie Wenger)

Silvan Lüchinger. (Bild: Coralie Wenger)

Gute Kommunikation ist kurz, klar und gradlinig. Für die Fussballerinnen des FC St.Gallen-Staad jedenfalls gilt das so. Nicht in einem Gespräch, sondern via SMS wurde den langjährigen Spielerinnen Bettina Peter und Claudia Stilz mitgeteilt, dass ihre Dienste per sofort nicht mehr gefragt seien. Mit einem Emoji wäre es noch kürzer gegangen. Es gibt eines, das den gestreckten Mittelfinger zeigt.

In Frauenfeld erhalten die Mitglieder von Scientology keine Bewilligung für Strassenstände. Kommerzielle Standaktionen seien nicht erwünscht, heisst es dort. In Wil dürfen die Scientologen für ihre Weltanschauung werben und in St.Gallen auch. Weil die Glaubens-, Gewissens- und Meinungsfreiheit durch die Bundesverfassung garantiert sei, heisst es hier. Das kann nur eines bedeuten: Die Gemeindeordnung von Frauenfeld steht über der Bundesverfassung.

Derek Kutesa, Fussballer in Diensten des FC St.Gallen, gilt als Spieler, aus dem einmal etwas werden könnte. Entsprechend wollten die St.Galler für den jungen Mann einen anständigen Preis lösen. Ein erstes Angebot des FC Reims hatten die Verantwortlichen abgelehnt. Nun haben die Franzosen offensichtlich ihre Offerte nachgebessert. Jedenfalls wechselt Kutesa zu Reims. Verzögert haben sich die Verhandlungen auch, weil nicht klar war, wie die Besitzverhältnisse geregelt sind. Umstritten war insbesondere, wem das Halszäpfchen von Kutesa gehört. Ihm selber anscheinend nicht.

Auch auf dem Land gibt es ein Klima. Für dessen Verbesserung gehen heute in Teufen, Wattwil und Degersheim Leute auf die Strasse. Der Stadt St.Gallen, bislang in dieser Hinsicht führend, müsste das ein Warnsignal sein. Die Standortattraktivität ist mittlerweile so schlecht, dass jetzt sogar schon der Klimastreik wegzieht.

Der Ausserrhoder Nationalrat heisst David Zuberbühler und gehört der SVP an. Der Ausserrhoder Ständerat heisst Andrea Caroni und politisiert für die FDP. Usus ist, dass vor Wahlen die Kandidaten von ihren Parteien nominiert werden. SVP und FDP Ausserrhoden haben das zwar gemacht, und Caroni ist auch der SVP recht. Aber was, wenn die FDP ihren Ständerat aus irgendwelchen Gründen fallen lässt? Ganz ist denen ja nie zu trauen, sagt man sich bei der SVP. Gemäss Parteisekretariat hat die Partei darum nachgedoppelt: «Ständerat Andrea Caroni wurde von der SVP AR mit 28 Ja-Stimmen bei 8 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen für den Ständerat nominiert.»

Um bei den Wahlen zu bleiben: Selten geben sich Parteien so offen, wie wenn sie um Stimmen buhlen. Für die jüngste Überraschung sind die St.Galler Genossen besorgt. Die SP sei ausdrücklich eine Partei für alle, sagt Kantonalpräsident Max Lemmenmeier. Chapeau! Endlich haben auch politisch heimatlose Banker, Wirtschaftskapitäne, Migrationskritiker und Klimaleugner einen Zufluchtsort.

Zuerst die Ischellner Churfirsten, dann der Alpgottesdienst und nach dem Amen übergangslos rein ins Wahlfest der SVP Toggenburg. Etwa so hätte es am Sonntag auf Gamplüt laufen sollen – aber die örtlichen Kirchen und die Musikgesellschaft Wildhaus haben sich zurückgezogen. Sie wollen nicht das spirituelle Fleisch im Sandwich der SVP sein. Der Alpgottesdienst findet dennoch statt; ein Pfarrer aus Graubünden übernimmt. Hätte auch er abgesagt, wäre das kein Drama gewesen. Dank ihrer CVP-Vergangenheit könnte Festrednerin Esther Friedli Predigt und Ansprache problemlos verschmelzen.

Wenn Polizist, dann im Thurgau. Wo sonst gibt es das Pensionsalter 60? Aber nicht mehr lange: Ab nächstem Jahr müssen die Thurgauer Polizeier bis 62 arbeiten. Irgendwann wird wohl auch für sie das Rentenalter 65 gelten. Aber dann dürfte es für Normalthurgauer wohl bei etwa 72 liegen.

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