KUNST: Zwillinge zersägen Büro

Die St. Galler Frank und Patrik Riklin sind mit ihrem neuen Projekt in der Ostschweiz unterwegs. Mit dabei: ein halbes Büro.

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Frank und Patrik Riklin posieren mit dem ausgesägten Originalbüro von Roy Aggeler, Verkaufsleiter der glas+raum AG. (Bild: PD)

Frank und Patrik Riklin posieren mit dem ausgesägten Originalbüro von Roy Aggeler, Verkaufsleiter der glas+raum AG. (Bild: PD)

Die St. Galler Künstler Frank und Patrik Riklin haben ein neues Projekt: Mit der Büroaktion «Direktmacheting» wollen die Zwillingsbrüder in der Ostschweiz die «Idee der Artonomie» umsetzen. «Die Artonomie soll Kunst in den Alltag holen und die Möglichkeit bieten, sich durch Situationen in einer neuen Rolle zu finden und auf Erkenntnisse zu stossen», sagen die 43-jährigen.

Das «Direktmacheting» solle das Machen in den Vordergrund setzen und mit dem Begriff des Direktmarketings kokettieren. Die Aktion der beiden Brüder findet in Kooperation mit der Ostschweizer Firma glas+raum AG aus St. Gallen statt.

Telefongespräche direkt durchs Fenster

Konkret sieht das Projekt so aus: Die Zwillinge haben mit einer Motorsäge das Büro von Roy Aggeler, Verkaufsleiter der Ostschweizer Firma glas+raum AG, zerteilt. Dieses Büro kommt nun samt Aggeler auf Ostschweizer Strassen. Der Verkaufsleiter wird seine Telefongespräche zur Kundengewinnung ab Dienstag direkt an den Fassaden und über die Fensterbänke der jeweiligen Unternehmen abwickeln. «Das Direktmacheting findet bei jedem Wetter statt», sagen die Riklin-Brüder. Ein Ende der Performance sei nicht geplant. «Durchs Telefon im Büro kamen wir nicht an die Leute ran», sagt Aggeler. Wir mussten eine andere Art der Kundenakquisition finden und wendeten uns an die Riklin-Brüder.» Mit dem Ergebnis sei er sehr zufrieden. Drei Testfahrten mit dem Büro wurden bereits durchgeführt. Dabei sei das Eis zwischen ihm und den Kunden innert Sekunden geschmolzen, sagt Aggeler. Denn ein «Telefongespräch durchs Fenster sei per se irritierend». (mea)