Kunst vom Plastik befreit

Das verhüllte Päckli beim Nüesch-Kreisel zog letzte Woche die Blicke auf sich. Am Donnerstag löste der Künstler Peter Federer die Spannung auf und zeigte sein verstecktes Werk. Es ziert als «Kunst am Bau» die Überbauung an der Widnauerstrasse.

Hildegard Bickel
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Mit mehreren Handgriffen und der Hilfe einer Baulatte enthüllte Peter Federer sein Kunstwerk «Begegnung» vor dem Neubau beim Nüesch-Kreisel. (Bild: Bilder: Hildegard Bickel)

Mit mehreren Handgriffen und der Hilfe einer Baulatte enthüllte Peter Federer sein Kunstwerk «Begegnung» vor dem Neubau beim Nüesch-Kreisel. (Bild: Bilder: Hildegard Bickel)

Etwas umständlich musste sich Peter Federer auf die Zehen stellen. Mit Hilfe der Gäste und einer Baulatte konnte der 75-Jährige schliesslich die Verpackung von seiner Metallskulptur lösen. Zum Vorschein kamen sechs Metallstäbe, die schlank und rostig auf einem Sockel übermannshoch in die Höhe ragen.

Sie sind unter dem Titel «Begegnung» arrangiert und symbolisieren eine Menschengruppe. «Das Werk soll für sich sprechen», sagte Peter Federer bei der Präsentation. Die Gäste honorierten mit anerkennenden Mienen das Kunstwerk vor dem Neubau.

Nicht im, sondern neben dem Kreisel

Das Werk des Widnauer Künstlers steht auf dem frisch geteerten Platz zwischen dem Nüesch-Geschäftshaus und dem Gewerbe- und Mehrfamilienhaus. Der Standort löste in der Bevölkerung teils Missverständnisse aus, ob denn das Kunstwerk im Verkehrskreisel innen platziert werde. Eben nicht. Als «Kunst am Bau» gehört es nicht zum Verkehrsknoten, sondern rundet die Architektur des modernen Gebäudes ab. Die Metallskulptur darf und soll nun Wind und Wetter ausgesetzt sein.

Finanzieller Beitrag an Kunst und Kultur

Mit der Skulptur gewann Peter Federer einen Wettbewerb, den die Firma CasaInvest durchführte und mit einem Preisgeld von 50000 Franken ausgeschrieben hatte. Der Verwaltungsratspräsident von CasaInvest, Jonny Hutter, unterstützt regelmässig Kunst und Kultur. Dass Kunst immer auch Kritik auslöst, ist ihm bewusst. «Doch damit werden wir leben können.» Es zählt das Engagement, einen öffentlichen Ort mit einem kulturellen Mehrwert zu bereichern.

Erfolgreiche Bauphase abgeschlossen

Gleichzeitig setzt das Werk von Peter Federer ein Ausrufezeichen hinter eine elfjährige Planungs- und Bauphase. Sie begann 2007, als CasaInvest die ehemalige Liegenschaft der Arztpraxis Stahl übernahm. Die Tradition des Ärzte-Standorts zieht sich im Neubau weiter. Im Erdgeschoss ist die orthopädische Praxis von Felix Buschor einquartiert. In den oberen Stockwerken sind 38 Wohnungen entstanden, 28 davon sind bereits vermietet.

Auf den gelungenen Bau «Live» stiessen der Verwaltungsrat der CasaInvest, Architekt Carlos Martinez, Künstler und Nachbarn an.