KULTURPOLITIK: Klanghaus muss günstiger werden

Die St.Galler Regierung begrüsst das Engagement der Initianten des Projekts Klanghaus 2.0. Sie verlangt aber weitere Massnahmen zur Kostensenkung und eine breitere regionale Abstützung.

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Hohe Wände und viel Sonnenlicht – einer der geplanten Räume im Klanghaus. (Bild: PD)

Hohe Wände und viel Sonnenlicht – einer der geplanten Räume im Klanghaus. (Bild: PD)

Es ist offenkundig: Das Toggenburg will ein Klanghaus. Nachdem das Projekt im März 2016 vom Kantonsrat bachab geschickt wurde, gingen die Initianten nochmals über die Bücher. Vor einem Monat präsentierte die Task Force das überarbeitete Konzept «Klanghaus 2.0» (Ausgabe vom 8. Juni). Jetzt hat der Regierungsrat offiziell Stellung dazu bezogen und fordert einige Nachbesserungen – vor allem finanzieller Natur.

Beim vorgelegten Konzept handle es sich um eine «plausible und attraktive Weiterentwicklung» des Betriebskonzepts. Die vertiefte und erweiterte Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure im Toggenburg sei als wichtiges Signal zu werten. «Aufgrund des optimierten Konzepts und der zusätzlichen finanziellen Beteiligung der Standortgemeinde Wildhaus-Alt St.Johann kann der kantonale Betriebsbeitrag des Kantons deutlich reduziert werden», heisst es in der Stellungnahme. Dennoch verlangt die Regierung, dass die jährlichen kantonalen Beiträge zur Deckung der erwarteten Betriebsdefizite nicht wie in der ersten Vorlage auf 325000 Franken, sondern auf maximal 250000 Franken veranschlagt werden.

Regierung will 2 Millionen weniger beisteuern

Auch die Investitionskosten von 24,3 Millionen Franken sollen um eine Million reduziert werden. Zudem soll der Drittmittelanteil um eine Million auf 6 Millionen Franken erhöht werden. Damit würde der kantonale Investitionsanteil um zwei Millionen auf 17,3 Millionen Franken sinken. Das Fundraising solle verstärkt in der «erweiterten Region» stattfinden, also nicht bloss im Toggenburg, sondern auch im Werdenberg und im Sarganserland.

«Zunächst einmal freuen wir uns über die grundsätzlich positive Antwort der Regierung», sagt Mathias Müller, Stadtpräsident von Lichtensteig und Präsident von Klangwelt Toggenburg. «Unser Engagement im vergangenen Jahr wird gewürdigt.» Selbst einige ehemals kritische Stimmen hätten sich mittlerweile positiv zum neuen Konzept geäussert. Angesprochen auf die Forderung zur Nachbesserung sagt Müller: «Das sind zwar ambitionierte Ziele, aber wir nehmen das sportlich.» Man habe bereits viel Arbeit geleistet, wolle sich im kommenden Jahr aber nochmals verstärkt im Fund­raising engagieren. Eine Million Franken von Privaten und Stiftungen sollen so zusätzlich zusammenkommen. «Das sollte machbar sein», ist Müller überzeugt. Ausserdem soll beim Bau nochmals eine Million Franken eingespart werden. Dazu lasse sich aber noch nichts Konkretes sagen, so Müller. Man müsse zuerst mit dem Architekten zusammensitzen.

Region soll das Klanghaus mitfinanzieren

Regierungsrat Martin Klöti will auch die Gemeinden der erweiterten Region vermehrt in die Pflicht nehmen. «Der Bau bringt Kosten mit sich, die auch von den umliegenden Gemeinden mitgetragen werden sollen», sagt der Kulturdirektor auf Anfrage. Die 10000 gesammelten Unterschriften seien zwar ein starkes Zeichen. «Solidaritätsbekundungen alleine reichen aber nicht. Sie sind auch mit materiellen Erwartungen verknüpft.»

Als die Task Force das neue Konzept an die Regierung übergab, forderte sie von der Regierung, dass diese dem Kantonsrat bereits im Sommer 2018 eine neue Klanghaus-Vorlage unterbreitet. In seiner Stellungnahme schreibt der Regierungsrat nun, dass er die Ergebnisse der Nachbesserungsarbeiten der Klanghaus-Stiftung bis Ende des zweiten Quartals 2018 erwarte. Erst dann werde er über eine «allfällige erneute Zuleitung der Vorlage» an den Kantonsrat befinden.