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KUH-BAG: Kunststoffsammlung wird nach Pilotphase weitergeführt

Der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) und der Verband KVA Thurgau lancierten im Herbst 2015 gemeinsam ein neues Angebot: Die Sammlung von gemischten Kunststoffen aus Haushalten im "KUH-Bag". Nach einer zweijährigen Pilotphase beschliessen die Verbände, die Sammlung von gemischten Kunststoffen weiterzuführen.
Kunststoffe separat im Kuh-Bag sammeln macht gemäss Untersuchungen der Empa Sinn. (Bild: Andrea Stalder/Archiv)

Kunststoffe separat im Kuh-Bag sammeln macht gemäss Untersuchungen der Empa Sinn. (Bild: Andrea Stalder/Archiv)

Erstmals in der Schweiz führten zwei Abfallzweckverbände flächendeckend in über 100 Gemeinden eine gemischte Kunststoffsammlung aus Haushalten ein. Mit dem Gebührensack KUH-Bag schufen sie ein einheitliches und einfaches System, das die bestehenden selektiven Sammlungen für PET- und Plastikflaschen des Detailhandels ergänzt. Dadurch kann eine noch grössere Menge Kunststoff in den Recyclingkreislauf zurückgeführt werden. /Wie es in einem Communqué der Kehrichtverbände heisst, wurde das Projekt durch das Amt für Umwelt Thurgau sowie die Empa begleitet.

Konstanter Anstieg der Mengen

Seit der Einführung des KUH-Bags stiegen die gesammelten Mengen an Kunststoffabfällen konstant an: Waren es im ersten Pilotjahr 250 Tonnen, stiegen die gesammelten Mengen im zweiten Jahr auf 502 Tonnen an. Auf das Verbandsgebiet der KVA Thurgau entfallen 58 Prozent, auf jenes des ZAB 42 Prozent. Dies entspricht in etwa dem Verhältnis der Einwohnerzahlen der beiden Verbände. Schätzungen zeigen, dass während der Pilotphase rund 10 Prozent der Haushaltungen oder umgerechnet rund 40‘000 Einwohnerinnen und Einwohner in den beiden Entsorgungsgebieten das Sammelsystem nutzen. Die Sammlung gemischter Kunststoffe entspricht somit gemäss Mitteilung durchaus einem Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger.

Wenig Fremd-Materialien

Nach zwei Jahren Pilotprojekt könne man durchwegs positive Schlussfolgerungen mit dem KUH-Bag ziehen, heisst es weiter in der Mitteilung. Diese basieren vor allem auf den Erkenntnissen und Beobachtungen der Empa.

Die Zusammensetzung des Sammelmaterials im KUH-Bag könne als gut bezeichnet werden. Insgesamt sind rund 95 Prozent des Sammelmaterials Zielartikel, während die Anteile Materialien, die in andere Separatsammelsysteme gehören - beispielsweise PET - sehr klein seien. Dies sei ein Hinweis darauf, dass die Bevölkerung die Mischsammlung im KUH-Bag gut von selektiven Sammelangeboten unterscheiden könne und den KUH-Bag ergänzend nutze. Zur Gesamtmenge der Zielartikel tragen Flaschen und Hohlkörper 16 Prozent, Schalen, Becher und weitere formfeste Kunststoffe 35 Prozent, grosse Folien 24 Prozent, Getränkekartons 8 Prozent und andere kleine Kunststoffverpackungen 12 Prozent bei.

KUH-Bag wird weitergeführt

Nach der zweijährigen Pilotphase haben die beiden Abfallzweckverbände ZAB und KVA Thurgau aufgrund der steigenden Nachfrage der Bevölkerung sowie der positiven Erfahrungen beschlossen, die Dienstleistung einer gemischten Kunststoffsammlung mit dem KUH-Bag auch weiterhin anzubieten. Die beiden Verbände werden das System weiter optimieren, um das Entwicklungspotenzial der stofflichen Verwertung noch besser zu erschliessen und die Recyclingquote zu erhöhen. Weitere Optimierungsmöglichkeiten bestünden einerseits in der Sammel- und Rücknahmelogistik und in der Sortierung der gemischten Kunststoffabfälle.

Erhältlich ist der KUH-Bag beim ZAB an den üblichen Verkaufsstellen für Kehrichtsäcke (ausser Migros) und im Einzugsgebiet der KVA Thurgau in allen Postfilialen. Dazu kommen Verkaufsstellen bei den regionalen Annahmezentren (RAZ und easydrives). Das Netz umfasst heute 180 Verkaufsstellen. Hinzu kommen 60 Rücknahmestellen bei den Annahmezentren der Verbände, bei Werkhöfen von Gemeinden oder bei privaten Recylingunternehmen. Im Angebot stehen heute ein 60-Liter-Sack sowie ein 35-Liter-Sack. (pd/red.)

Rund 50 Prozent recycliert

Über die ganze Pilotphase wurde je nach Sortierverfahren eine Recyclingquote (Anteil der gesammelten Menge, die stofflich verwertet wird) von rund 50 Prozent erreicht. Rund die Hälfte des gesammelten Kunststoffs konnte somit in der Schweiz oder europäischen Ländern dem Recycling zugeführt und stofflich wiederverwertet werden. Die nicht recyclierbaren Kunststoffe - beispielsweise Verbundkunststoffe wie Fleischverpackungen - wurden energetisch verwertet.

Das Bundesamt für Umwelt hat das Ziel gesetzt, dass Kunststoffsammlungen eine Recyclingquote von 70 Prozent erreichen sollen. Während der Zeitdauer des Pilotprojekts wurde die Recyclingquote stetig verbessert. Das Ziel setzt sehr hohe Anforderungen an die technische Verarbeitung, die heute noch nicht umgesetzt, längerfristig jedoch erreicht werden kann. Das KUH-Bag System sei im Vergleich zu einer gemischten Entsorgung im Kehricht gemäss Communiqué der Kehrichtverbände dennoch die ökologischere Entsorgungsvariante. Bezogen auf die von der Entsorgung von Siedlungsabfällen verursachten CO2-Emissionen habe die separate Verwertung von Kunststoffen durchaus Bedeutung. Der stofflich nicht verwertbare Anteil werde zudem energetisch genutzt und ersetzt in der Zementindustrie Braunkohle oder in KVA’s fossile Energien wie Gas oder Öl, indem Fernwärmenetze betrieben werden. (pd/red.)

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