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KÜMMERTSHAUSEN: Überfall soll ein missglückter Einbruch sein

Der mutmassliche Bandenboss wird vor Gericht befragt: Mit dem Tod des IV-Rentners habe er nichts zu tun.
In diesem Haus im Weiler Löwenhaus in Kümmertshausen wurde der IV-Rentner getötet. (Archivbild) (Bild: NANA DO CARMO)

In diesem Haus im Weiler Löwenhaus in Kümmertshausen wurde der IV-Rentner getötet. (Archivbild) (Bild: NANA DO CARMO)

Nasar M. ist ein harter Brocken. Der 47-jährige Iraker und mutmassliche Boss einer kriminellen Bande schweift gerne ab in Details. Besonders dann, wenn es um seinen Anteil am gewaltsamen Tod des IV-Rentners von Kümmertshausen geht. Gemäss Anklage soll Nasar M. den Befehl gegeben haben, den IV-Rentner zum Schweigen zu bringen. Er dagegen will den Mann kaum gekannt haben und wisse auch nicht, ob Drogen im Haus gelagert waren.

Dem Bezirksgericht Kreuzlingen schilderte er gestern seine Version: Der Überfall sei ein Einbruch gewesen, der eskaliert sei. Nasar M. gibt zu, er habe gewusst, dass der Freund des IV-Rentners wegen Menschenschleusung in Griechenland im Gefängnis sass. Aber auch damit habe er nichts tun gehabt. Selbst wenn der IV-Rentner etwas anderes geglaubt habe.

Schuld am Tod des Mannes seien Nurullah D. und Serkan D., sagte Nasar M.. Die beiden Männer sitzen in der Türkei in Haft, ihnen wird dort der Prozess gemacht. Weil das Opfer geschrien habe, hätten sie ihm eine Kapuze aufs Gesicht gedrückt. Das habe ihm Yilmaz B. erzählt, der Kronzeuge der Staatsanwaltschaft. «Der Mann ist tot», habe Yilmaz B. gesagt, nachdem er von Kümmertshausen zurückgekommen sei und dabei gezittert. Da sei er, Nasar M., ausgerastet: «Wie konntet ihr bei diesem kranken und armen Mann einbrechen?»

An der Tankstelle sei der Kronzeuge getürmt

Er habe mit Yilmaz B. und zwei Kollegen nach Kümmertshausen fahren wollen, sagte Nasar M. Vielleicht sei der IV-Rentner nur bewusstlos, habe er gedacht. Dann hätten sie die Ambulanz und die Polizei rufen können. Doch an der Tankstelle sei Yilmaz B. abgehauen. Auch er und die anderen beiden hätten es nicht bis zum Haus des IV-Rentners geschafft. Ein Kollege sei wütend geworden und habe verlangt, dass man umkehre. Aus Angst habe er das dann gemacht.
Teils widersprach Nasar M. früheren Schilderungen. Doch das kümmert ihn nicht. Im 2012, als er die Aussagen gemacht habe, sei er psychisch krank gewesen. Er habe täglich 22 Tabletten eingenommen. «Wahrscheinlich habe ich deshalb falsche Antworten gegeben.»

Ida Sandl
ida.sandl@thurgauerzeitung.ch

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