"Krone"-Besitzer: "Ich profitiere nicht vom Brand"

WIDNAU. Am Wochenende ist das ehemalige Restaurant Krone in Widnau in Brand gesteckt worden. Nun nimmt Liegenschaftsbesitzer Kurt Schnider Stellung - unter anderem zu den Vorwürfen einer "Warmsanierung".

Janique Weder
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Die "Krone" in Flammen. (Bild: Kapo SG)

Die "Krone" in Flammen. (Bild: Kapo SG)

Auch die 70 ausgerückten Feuerwehrleute konnten die "Krone" in Widnau nicht mehr retten. In der Halloween-Nacht von Samstag auf Sonntag war im einstigen Restaurant an der Diepoldsauerstrasse ein Feuer ausgebrochen. Das Haus brannte vollständig aus. Laut der Kantonspolizei St.Gallen liegt Brandstiftung vor. Nun fragen sich die Leute im Dorf: War es eine "Warmsanierung"? Denn vor ein paar Jahren gab es Bestrebungen, die "Krone" abzureissen.

Keine Wehmut
Besitzer der Liegenschaft ist der Widnauer Kurt Schnider. Als die "Krone" in Flammen stand, war Schnider, Geschäftsführer eines Rheintaler Treuhandbüros, gerade in den Ferien. Nun ist er zurück und äussert sich erstmals öffentlich zum Fall. "Ich habe keine Ahnung, wer das Feuer gelegt hat", sagt er. Nachtrauern, das lässt Schniders Wortwahl vermuten, wird er der "Krone" nicht. Er hoffe, sagt er, dass der "Schandfleck" nun endlich dem Erdboden gleichgemacht werde. Das Haus sei eine hässliche Liegenschaft. Weil es aber unter Denkmalschutz stehe, habe er nichts daran verändern dürfen.

Pläne liegen auf Eis
Schnider hatte die "Krone" im Jahr 1999 gekauft. Bis vor drei Jahren hatte Wirt Marco Zillig die Beiz geführt, dann hat Schnider ihm gekündigt. Nicht unverhofft, wie damals berichtet worden ist. "Es gab eine Vorgeschichte", sagt Schnider. Daraufhin wollte der Widnauer die "Krone" abreissen und an deren Stelle ein Wohn- und Bürogebäude bauen lassen. Der Kanton St.Gallen hat das Gebäude trotz Schutzverordnung zum Abriss freigegeben. "Die Gemeinde Widnau aber stellte sich quer", sagt Schnider. Bei der Verwaltung wollte am Donnerstag dazu niemand Auskunft geben. Es handle sich um ein laufendes Verfahren, hiess es.

Die "Krone" in Flammen. (Bild: Kapo SG)

Die "Krone" in Flammen. (Bild: Kapo SG)

Nun, nach dem Brand, stünde der Weg für neue Projekte frei. Nur: Davon will Kurt Schnider nichts mehr wissen. Ihm sei die Lust vergangen, sagt er. "Ich werde nicht bauen. Nicht in den nächsten zehn Jahren."

"Der Abriss kostet"
So wie sich das Feuer in der "Krone" verbreitete, so verbreiten sich seither Gerüchte, Schnider hätte die Immobilie gezielt niederbrennen lassen. "Diese Vorwürfe überraschen mich nicht", sagt dieser. Doch sie hielten den Fakten nicht stand: Weil er nicht bauen werde, erhalte er kein Geld von der Gebäudeversicherung. "Ich profitiere nicht vom Brand. Im Gegenteil: Der Abriss kostet."

Derweil laufen die Ermittlungen der Kantonspolizei St.Gallen, bisher ohne Erkenntnisse. Wie Mediensprecher Hanspeter Krüsi sagt, hätten erste Befragungen stattgefunden. Weitere, insbesondere jene der Nachbarn, sollen folgen.