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Kritische Köpfe am Bildschirm: Bundeskanzler Walter Thurnherr eröffnet Technologie-Kursprogramm für Schüler im Startfeld St.Gallen

In St.Gallen ist am Montagabend ein Bildungsprogramm gestartet, das Kinder, Jugendliche und Lehrpersonen für das digitale Zeitalter fit machen soll. Es geht um Technik, aber auch um kritisches Denken. Bundeskanzler Walter Thurnherr lobt die Initiative.
Adrian Vögele
Textilien via Programmierbefehl zum Leuchten bringen: Schülerinnen und Schüler einer Oberstufenklasse aus Appenzell in einem Smartfeld-Kurs. (Bild: Urs Bucher)

Textilien via Programmierbefehl zum Leuchten bringen: Schülerinnen und Schüler einer Oberstufenklasse aus Appenzell in einem Smartfeld-Kurs. (Bild: Urs Bucher)

Dass Kleider Botschaften aussenden, ist ein alter Hut. Wie aber wäre es, wenn man diese Botschaften etwas genauer definieren und steuern könnte? Damit beschäftigen sich Sekundarschüler aus Appenzell in einer Werkstatt im Innovationszentrum Startfeld in St. Gallen: Sie programmieren mit Hilfe eines Fachmanns ein textiles Feld aus Leuchtdioden, das auf Berührung reagiert und zum Beispiel ein lachendes oder grimmiges Gesicht zeigt. Das T-Shirt als persönliches Stimmungsbarometer – warum nicht? Die Neugier der Jugendlichen ist geweckt.

Der Kurs ist Teil eines neuen Bildungsangebots, das der Verein Startfeld am Montag lanciert hat – in Zusammenarbeit mit diversen Hochschulen (siehe Kasten). Unter dem Namen Smartfeld ist ein Kursprogramm entstanden, das Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte auf die digitale Zukunft vorbereiten soll. Im Kern geht es dabei um das Experimentieren mit neuer Technologie. Die Jugendlichen können zum Beispiel erste Versuche im Programmieren unternehmen und lernen dabei, warum Computer und Roboter so funktionieren, wie sie funktionieren. Die Kurse sollen Interesse für Technik und Naturwissenschaft wecken und zugleich Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Kommunikation und unabhängiges Denken fördern. «Einzigartig ist, dass die Kinder hier im Startfeld direkt mit Jungunternehmern und ­deren Innovationen in Kontakt kommen», sagt Hans Altherr, ehemaliger Ständerat und Präsident des Vereins Startfeld.

«Jugendliche sollen Rätsel auf eigene Faust lösen»

Walter Thurnherr, Bundeskanzler (Bild: Ralph Ribi)

Walter Thurnherr, Bundeskanzler (Bild: Ralph Ribi)

Zur Eröffnung von Smartfeld gibt es Lob aus Bern: Bundeskanzler Walter Thurnherr gratuliert den Initianten im Namen des Bundesrates. «Das ist eine wunderbare Initiative.» Es sei wichtig, dass Kinder und Jugendliche versuchten, Rätsel auf eigene Faust zu lösen. In seiner Jugend sei von spielerischen Zugängen zu Technik und Naturwissenschaften im Unterricht noch keine Rede gewesen. «Also tüftelte ich zu Hause – und bastelte mir unter anderem einen Radioempfänger.» Später studierte Thurnherr theoretische Physik an der ETH. Heute sei die Digitalisierung nur einer von ­vielen zukunftsträchtigen Bereichen, stellt er fest. Genauso wichtig sei etwa Nanotechnologie – davon spreche fast niemand. «Am wichtigsten ist jedoch ohnehin, dass die Jugendlichen lernen, kritisch und unabhängig zu denken. Egal, welchen Beruf sie ­später wählen.» Hierzu könne Smartfeld einen wertvollen Beitrag leisten.

"Ideale Ergänzung zur IT-Offensive des Kantons"

Stefan Kölliker, St.Galler Regierungspräsident und Bildungschef (Bild: Regina Kühne)

Stefan Kölliker, St.Galler Regierungspräsident und Bildungschef (Bild: Regina Kühne)



Für den Kanton St.Gallen sei das Programm «ein Glücksfall», sagt Regierungspräsident und Bildungschef Stefan Kölliker. Smartfeld ergänze sich optimal mit der IT-Bildungsoffensive des Kantons, die sämtliche Bildungsstufen mit einbeziehe.

Besonderen Eindruck beim Publikum der Eröffnungsfeier hinterlässt eine Zahl, die Nicolas Bürer von der Organisation Digital Switzerland nennt: «65 Prozent der Kinder werden dereinst Berufe ergreifen, die es heute noch gar nicht gibt.» So schnell verändere sich momentan die Arbeitswelt. Sebastian Wörwag, Rektor der Fachhochschule St.Gallen, sagt, Digitalisierung müsse nicht bedeuten, dass der Mensch überflüssig werde. Sie biete die Chance, dass Menschen auf Routinearbeit verzichten und sich stattdessen zum Beispiel auf Entwicklungsaufgaben oder Wissensvermittlung konzentrieren könnten.

Hochschulen und Empa beteiligt

Das Bildungsprojekt Smartfeld ist ein Angebot unter dem Dach des St.Galler Innovationsnetzwerks Startfeld. Beteiligt sind Pädagogische Hochschule, Fachhochschule und Universität St.Gallen, ebenso NTB Buchs und Empa. Mehrere Stiftungen unterstützen das Projekt. Die Kurse richten sich an Schüler und Lehrpersonen von der Primarschule bis zur Sekundarstufe II. Das Programm startet am 15. September. Zusätzlich zum Basisangebot, das etwa Programmierkurse beinhaltet, gibt es ein Schwerpunktthema – für das Schuljahr 2018/19 sind es smarte Textilien. Weitere Details unter www.smartfeld.ch. (av)

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