Kritik an Kosten für Flugsicherung

Der Bund will, dass die Regionalflughäfen die Kosten für die Flugsicherung selber tragen. In Altenrhein drohen laut der Airport-Leitung Anfluggebühren, die fünfzehnmal so hoch sind wie bei der Konkurrenz in Friedrichshafen.

Adrian Vögele
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Am Airport Altenrhein decken die Anfluggebühren nur einen Fünftel der Flugsicherungskosten. (Bild: Ralph Ribi)

Am Airport Altenrhein decken die Anfluggebühren nur einen Fünftel der Flugsicherungskosten. (Bild: Ralph Ribi)

ALTENRHEIN. Die Flugsicherung am Airport Altenrhein kostet fünf Millionen Franken pro Jahr. Bisher musste der Airport diese Kosten nicht selber tragen. Er kassierte bei den Flugzeughaltern eine Anfluggebühr ein, die er an die Schweizer Flugsicherung Skyguide weiterleitete. Rund eine Million Franken kam so pro Jahr zusammen. Die restlichen vier Millionen Franken wurden quersubventioniert, etwa aus Erträgen von Skyguide an den grossen Flughäfen Zürich und Genf.

Doch inzwischen hat der Bund entschieden, dass die Regionalflughäfen ihre Flugsicherungskosten grundsätzlich selber tragen sollen – die Quersubventionierung ist nicht mehr erlaubt. «Das bedroht unsere Existenz», sagt Thomas Mary, Medienverantwortlicher und Finanzchef des Airports Altenrhein. «Wenn wir die fünf Millionen Franken tatsächlich übernehmen müssten, würden sie etwa einen Drittel unserer Gesamtkosten ausmachen – das ist für uns nicht tragbar.»

Für Altenrhein spielt bei der Kostenfrage auch die Nähe zu ausländischen Flughäfen eine Rolle. Bereits jetzt seien die Anfluggebühren dreimal so hoch wie in Friedrichshafen, sagt Mary. Wenn der Airport Altenrhein nun die gesamten Kosten von Skyguide übernehmen müsse, bleibe wohl kein anderer Weg, als die Gebühren um das Fünffache zu erhöhen. «Dann hätten wir fünfzehnmal so hohe Gebühren wie Friedrichshafen.»

Altenrhein und andere Regionalflughäfen haben beim Bund interveniert und bewirkt, dass eine Arbeitsgruppe die Neuregelung noch einmal überprüft. «Wir wehren uns dagegen, dass man uns die Flugsicherungskosten eines Monopolbetriebs wie Skyguide einfach aufs Auge drückt», sagt Mary.

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