Kritik am limitierten Pendlerabzug

Der Abzug für die Fahrt zur Arbeit in der Steuererklärung soll im Kanton St. Gallen auf 3000 Franken oder ein 2.-Klass-GA begrenzt werden. Dies benachteiligt Steuerzahler, die auf ihr Auto angewiesen sind und weit weg von ihrem Arbeitsplatz wohnen.

Odilia Hiller
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Auto- und Zugpendler sollen im Kanton St. Gallen gleichgestellt werden. (Bild: ky/Yannick Bailly)

Auto- und Zugpendler sollen im Kanton St. Gallen gleichgestellt werden. (Bild: ky/Yannick Bailly)

In wenigen Tagen beschäftigen sich die Kantonsräte der Kantone St. Gallen und Thurgau mit dem Pendlerabzug. Das St. Galler Parlament tut dies an der Session kommender Woche im Rahmen der Beratungen über die Umsetzung des Entlastungspakets II. Die Thurgauer folgen am 3. Dezember. Der Pendlerabzug ist in der Steuererklärung der vom Einkommen abzugsfähige Betrag für Fahrten zwischen Arbeitsstätte und Wohnort.

Schon jetzt können Fahrten mit dem eigenen Auto nur abgezogen werden, sofern der Steuerpflichtige nachweisen kann, dass er keine Möglichkeit hat, auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückzugreifen – oder damit unverhältnismässig viel Zeit verliert. Der Betrag war jedoch bisher weder limitiert noch äusserte sich das Gesetz explizit zur Wahl des Fortbewegungsmittels. Dies soll sich nun ändern.

Politisch und juristisch umstritten ist jedoch, ob Gewinnungskosten, die bei jeder Berufstätigkeit anfallen, steuerrechtlich überhaupt begrenzt werden sollten. Und ob Lenkungs- und Umweltmassnahmen sowie faktische Steuererhöhungen über die Steuerabzüge laufen sollten. Damit werde unter den Steuerpflichtigen eine Rechtsungleichheit geschaffen, kritisieren FDP- und SVP-Politiker.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 23. November.