Krisenereignis
Wohin im Fall einer Katastrophe oder Notlage? Der Kanton St.Gallen schafft 166 Notfalltreffpunkte

Der Kanton St.Gallen führt ab heute, 1. September, in allen Gemeinden Notfalltreffpunkte für die Bevölkerung ein. Dies teilt der Kanton St.Gallen in einem Communiqué mit. Die Notfalltreffpunkte sollen bei Krisenereignissen genutzt werden.

David Grob
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Ein Notfalltreffpunkt im Kanton Solothurn.

Ein Notfalltreffpunkt im Kanton Solothurn.

Bild: Bruno Kissling, Oltner Tagblatt

166 Notfalltreffpunkte, mindestens einen in jeder Gemeinde, führt der Kanton St.Gallen ab heute, 1. September, ein. Dies teilt der Kanton per Communiqué mit. Die Notfalltreffpunkte dienen als Treffpunkte bei Krisenereignissen, Katastrophen oder Notlagen – «verseuchtes Trinkwasser, tagelanger Stromausfall, ein Ausfall der Notfallnummern oder eine zerstörte Infrastruktur nach einem Erdbeben», nennt der Kanton als etwaige Beispiele.

«Die Notfalltreffpunkte dienen der Bevölkerung als Anlaufstelle für Informationen, als Abgabestelle für Hilfsgüter oder im Fall einer Evakuierung», schreibt der Kanton. Weiter können am Notfalltreffpunkt auch Notrufe an die Blaulichtorganisationen abgesetzt werden. Die Treffpunkte sind mittels Signaltafeln gekennzeichnet, welche die Gemeinden in den kommenden Wochen installieren. Gleichzeitig erhalten alle Einwohnerinnen und Einwohner gemäss Mitteilung eine Informationsbroschüre.

Notfalltreffpunkte sind Teil eines nationalen Projekts

Die Standorte der Notfalltreffpunkte sind gemäss Mitteilung genau definiert: Sie müssen in der Nähe von Bahnhöfen und öffentlichen Haltestellen liegen oder zu Fuss innert 30 Minuten erreichbar sein. Ausserdem müssen sie innert einer Stunde betriebsbereit und witterungsunabhängig sein. Im Ereignisfall würden die Notfalltreffpunkte mit Unterstützung der Feuerwehr durch den Zivilschutz betrieben, heisst es in der Mitteilung. Wo die Notfalltreffpunkte sind, ist auf www.notfalltreffpunkt.ch aufgeführt.

Wie der Kanton schreibt, sind die Notfalltreffpunkte ein Resultat der nationalen Sicherheitsverbundübung SVU14. Damals wurden die Szenarien «Blackout & Pandemie» durchgespielt.

«Es zeigte sich, dass die Behörden und Einsatzkräfte die Bevölkerung im Falle eines Ausfalls der üblichen Kommunikationskanäle nur schlecht und später nur mit grosser Zeitverzögerung erreichen können.»

Aus dieser Erkenntnis kam die Idee der Notfalltreffpunkte auf. Dies führte schliesslich zum nationalen Projekt, das nun umgesetzt wird. (SK/dar)

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