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KRIMINALSTATISTIK: Mehr Gewalt, mehr Sexualdelikte

Im Kanton St. Gallen gab es im vergangenen Jahr deutlich mehr schwere Gewaltdelikte. Die Zahl der Diebstähle und Einbrüche hingegen ist zurückgegangen.
Daniel Walt
Trauernde vor dem Starbucks: Die Bluttat bewegt in St. Gallen. (Bild: Urs Bucher (St. Gallen, 13. August 2017))

Trauernde vor dem Starbucks: Die Bluttat bewegt in St. Gallen. (Bild: Urs Bucher (St. Gallen, 13. August 2017))

Daniel Walt

daniel.walt@tagblatt.ch

24 545 Straftaten sind im vergangenen Jahr im Kanton St. Gallen erfasst worden; das sind 4,3 Prozent weniger als noch 2016. Damit liegt der Kanton St. Gallen – wie auch der Kanton Thurgau – im landesweiten Trend: Die Zahl der Straftaten nimmt in der Schweiz seit Jahren kontinuierlich ab.

Zu einer Zunahme der Straftaten kam es im Kanton St. Gallen im Bereich der Delikte gegen Leib und Leben: Waren 2016 diesbezüglich noch 782 Delikte registriert worden, waren es im vergangenen Jahr 874, was einer Zunahme um zwölf Prozent entspricht. Augenfällig ist diesbezüglich insbesondere ein Anstieg der versuchten Tötungsdelikte von 8 auf 15.

Die vollendeten Tötungsdelikte hingegen haben von fünf auf drei abgenommen.

Bei den Fällen von schwerer Kör­per­verletzung kam es im Kanton St. Gallen zudem zu einer Zu­nahme von 21 auf 25 Straftaten. Eine Zunahme um acht Prozent gab es im Kanton St. Gallen des Weiteren bei den Delikten gegen die sexuelle Integrität.

Mehr Exhibitionismus, weniger Drohungen

Die Fälle von sexuellen Handlungen mit Kindern nahmen von 47 auf 50 zu, und es wurden 29 (Vorjahr: 23) Vergewaltigungen registriert. Es kam zudem zu 13 (7) ­Fällen von Exhibitionismus. Ab­nehmende Tendenz hingegen hatte – anders als im nationalen Vergleich – der Bereich Gewalt und Drohung gegen Beamte (153 Fälle zu 187 im Vorjahr). Abgenommen haben auch die Ver­mögensdelikte. Bei den versuchten und vollendeten Tötungsdelikten kann die St. Galler Kantonspolizei auf eine Aufklärungsquote von 100 Prozent verweisen. Stefan Kühne, Leiter der Kriminalpolizei, zeigte sich darüber enorm stolz. «Dieser Erfolg basiert einerseits auf einer konstruktiven Zu­sammenarbeit zwischen sämt­lichen Abteilungen der Polizei und andererseits auf einer ziel­orientierten Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft», so Kühne.

Ganz anders sieht die Auf­klärungsquote naturgemäss bei Einbruchdiebstählen und Sachbeschädigungen aus – hier blieben weit über zwei Drittel der Delikte auch im vergangenen Jahr ungeklärt. Insgesamt lag die Aufklärungsquote bei 58 Prozent (Vorjahr: knapp 59 Prozent).

Auf dem Land ist es sicherer geworden

Wie Kühne vor den Medien weiter erläuterte, waren in den Land­regionen bei den statistisch ausge­wiesenen Straftaten ausschliesslich rückläufige Tendenzen zu verzeichnen. In der Stadt St. Gallen hingegen sind die Delikte nach Strafgesetzbuch um zehn Prozent auf 5051 Straftaten gestiegen. «Diese Zunahme ist im Wesentlichen auf einen Anstieg der Diebstähle und der Sachbeschädigungen zurückzuführen», sagte Kühne. Als allgemein ­aktivste Altersgruppe treten bei den Beschuldigten insbesondere männliche Personen im Alter von 20 bis 29 Jahren in Erscheinung. Der Ausländeranteil der Beschuldigten im Bereich der Widerhandlungen gegen das Straf­gesetzbuch lag 2017 bei 51,1 Prozent, was in der langjährigen Norm liegt. «Hoch ist der Aus­länderanteil vor allem im Bereich der Diebstähle», sagte Kühne. Die Zahl der Delikte möge zwar über die Jahre abgenommen ­haben, insbesondere in den ­Be­reichen Diebstähle und Ein­brüche, sagte der Leiter der Krimi­nalpolizei. Die Erfahrung zeige jedoch, dass die Komplexität der Delikte steige.

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