Kreuzlinger Stadtammann steht allein da

Der Stadtammann von Kreuzlingen ist politisch isoliert. Die Parteien sind unzufrieden mit der Arbeit des Amtsinhabers Andreas Netzle. Das Attribut parteilos war bei seiner ersten Wahl ein grosser Vorteil. Heute, acht Jahre später, wird das zum Problem.

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Der Stadtammann von Kreuzlingen ist politisch isoliert. Die Parteien sind unzufrieden mit der Arbeit des Amtsinhabers Andreas Netzle. Das Attribut parteilos war bei seiner ersten Wahl ein grosser Vorteil. Heute, acht Jahre später, wird das zum Problem. Mit einem Schreiben an verschiedene Kreise warb Netzle in den vergangen Monaten um Unterstützung in seinem Wahlkampf. Doch von den Parteien kann er keine Hilfe erwarten.

Allen voran die FDP. Die Liberalen, die ihn vor den letzten Wahlen noch in ihre Reihen aufnehmen wollten, luden kürzlich alle Parteipräsidenten zu einem Treffen. «Aufgrund des allgemeinen Unmutes in sämtlichen Kreuzlinger Parteien wurde die Personalie Netzle besprochen», sagt FDP-Präsident Patrik Hugelshofer. Die Parteien konnten sich jedoch nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. So gibt der Vorstand der FDP Kreuzlingen nun in Eigenregie eine Nichtwiederwahl-Empfehlung für Netzle heraus.

Die Freie Liste würde zwar erst noch entscheiden, ob und wie sie den Stadtammann bei der Wahl unterstütze, sagt Fraktionschef Daniel Moos. Persönlich sei er aber enttäuscht von Netzles Leistungsausweis. Die Sozialdemokraten seien auch nicht in allen Belangen mit Netzles Politik einverstanden, sagt Präsident Cyrill Huber. «Wir werden ihn wohl weder unterstützen noch ablehnen.» Ebenfalls nicht zufrieden ist die SVP. Sie hat einer gemeinsamen Aktion der Parteien gegen den Stadtammann aber genauso eine Absage erteilt wie die CVP. (ubr)