Zwist und fehlendes Vertrauen: Arboner SVP-Präsidentin wirft Bettel hin

Das Oberhaupt der Ortspartei Astrid Straub stellt sich ausserdem nicht für eine erneute Wahl ins Parlament zur Verfügung. Die Partei nominiert per Frühjahr 2019 des Weiteren keinen Kandidaten fürs Stadtpräsidium.

Tanja von Arx
Drucken
Teilen

«Es wäre schade, wenn Astrid Straub nach nur zwei Jahren wieder aufhören würde.» Das sagte Roland Schöni, ehemaliger Präsident der Ortspartei SVP Arbon, erst kürzlich über seine Nachfolgerin. Doch genau das ist jetzt passiert. Wie einem Communiqué zu entnehmen ist, das die Partei vorgestern im Nachgang an die Nominationsversammlung verschickt hat, wird Straub ihr Amt nur noch bis zur Hauptversammlung im Frühling wahrnehmen. Und nicht nur das. Sie will sich auch nicht mehr für eine weitere Legislatur im Parlament zur Verfügung stellen.

«Ein Zerwürfnis und fehlendes Vertrauen gegenüber meiner Person gaben den Ausschlag»,

heisst es auf Nachfrage. Straub bestätigt, was verlässliche Quellen der Thurgauer Zeitung zugetragen hatten. «Gerne hätte ich als Stadträtin kandidiert.» Allerdings hätte das den einigermassen sicheren Sitz von Stadtrat Konrad Brühwiler gefährdet, der wieder zur Wahl antritt. «Eine Mehrheit im Vorstand hat kein Zweierticket gewollt.»

Astrid Straub, Präsidentin SVP Arbon. Bild: PD

Astrid Straub, Präsidentin SVP Arbon. Bild: PD

Eine umstrittene Pattsituation

In der Mitteilung steht indes weiter: «Die Nomination von Konrad Brühwiler war umstritten.» Es habe zuletzt eine Pattsituation gegeben, deren Mehrheitsentscheid denn auch durch Brühwiler gefallen sei. «Viele Mitglieder haben bemängelt, dass die Partei nicht mit einem Zweierticket zu den Stadtratswahlen antritt.» Straub sagt, die Situation sei mit jener vor vier Jahren verglichen worden. Damals hatte sie für den Stadtrat kandidiert.

«Die sachliche Argumentation ist das eine, der Umgang mit Parteimitgliedern das andere. Konrad Brühwiler warf mir vor, ich hätte nichts aus meiner Wahlniederlage gelernt und ich sei der Grund, weshalb es einen zweiten Wahlgang gegeben hat.»

Mit einem Zweier-Ticket wäre die Schlammschlacht vorprogrammiert gewesen. Brühwiler sagt hingegen: «Dazu möchte ich mich nicht äussern.» Der Stadtrat betont, dass die Aussagen anlässlich der Vorstandssitzung entstanden seien.

«Für mich stehen die Interessen der SVP und die der Stadt Arbon im Vordergrund.»

Fakt sei, dass Straub nie eine Mehrheit im Vorstand gehabt habe, um nominiert zu werden.

Ironischerweise ein eigentlicher Triumph

Die Partei teilt weiterhin mit, dass sie keinen Gegenkandidaten zu Dominik Diezi (CVP) ins Rennen ums Stadtpräsidium schickt. Zwar operiert sie mit dem Slogan «Wir kämpfen für Arbon.» Allerdings stellte Roland Schöni in Zusammenhang mit den Querelen im Vorstand schon vorgängig klar: «Es ist bedauerlich, dass wir auf diese Weise kurz vor den Wahlen wertvolle Kräfte verpuffen.» Denn die Leitung ist gerade allgemein zerstritten. Das ironischerweise, nachdem die SVP triumphiert hat. Am 23. September gewann sie die Abstimmung «Lebensraum Altstadt» gegen den Stadtrat und alle anderen Ortsparteien, die sich für die Vorlage ausgesprochen hatten. Der 2,7-Millionen-Kredit wurde abgelehnt, wie es das Gros der SVP wollte. Konrad Brühwiler und Kantonsrat Andrea Vonlanthen schlossen sich der Mehrheit allerdings nicht an, was zu Verstimmungen führte. Neben Straub nimmt denn auch Reto Gmür den Hut als Parlamentarier und als Mitglied der Sekundarschulbehörde (unsere Zeitung berichtete).

Diese Parteimitglieder wurden nominiert

Anlässlich der Wahlen 2019 kandidieren Matthias Schawalder, Pascal Ackermann (bisher), Michele Gygli, Roland Schöni (bisher), Sven Krucker, Fiorentino Marone, Ruedi Daepp sowie Bill Mistura fürs Stadtparlament und Konrad Brühwiler (bisher) für den Stadtrat.