Zweiter Anlauf für Altnauer Handyantenne - wegen zwei Meter

Salt will im Altnauer Industriegebiet eine Mobilfunkantenne bauen. Wie bereits 2017 wehren sich die Anwohner.

Rahel Haag
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Neben dem Gebäude an der Längimoosstrasse steht das Bauvisier für die Antenne.

Neben dem Gebäude an der Längimoosstrasse steht das Bauvisier für die Antenne.

(Bild: Donato Caspari)

Die Geschichte wiederholt sich. Das Mobilfunkunternehmen Salt hat in Altnau ein Baugesuch für eine Handyantenne eingereicht. Wie bereits vor drei Jahren. An der Längimoosstrasse. Wie bereits vor drei Jahren. Faktisch trennen den damaligen und den heutigen Standort nur zwei Meter.

«Im Grundsatz hat sich also nicht viel verändert»

sagt Gemeindepräsident Hans Feuz. Das Baugesuch lag vom 24.Januar bis 12.Februar öffentlich auf. Auch der Widerstand aus der Nachbarschaft ist geblieben. Vor drei Jahren sammelten die Gegner insgesamt 130 Unterschriften. Diesmal sind es gar 330. Die Sammeleinsprache ist bereits eingereicht.

Hans Feuz, Gemeindepräsident.

Hans Feuz, Gemeindepräsident.

(Bild: PD)

Für die Gemeinde mache es allerdings keinen Unterschied, wie viele Unterschriften gesammelt würden. «Baurechtlich hat es keinen Einfluss, ob es sich um eine Einsprache einer Einzelperson oder eine Sammeleinsprache handelt.» Es ist und bleibe eine Einsprache. Am Ende müsse der Kanton die rechtlichen Grundlagen prüfen.

Sollte dieser zum Schluss kommen, dass die Antenne bewilligungsfähig ist, werde die Gemeinde das Baugesuch genehmigen. «Wir leben in einem Rechtsstaat», sagt Feuz, «würde die Gemeinde ein gesetzeskonformes Baugesuch ablehnen, wäre das Behördenwillkür.»

Die Gemeinde hatte die Antenne bereits bewilligt

Vor drei Jahren sei das Baugesuch am Ende bewilligt worden. Es habe keinen Grund gegeben, es abzulehnen.

«Wir hatten unter anderem auch geprüft, ob die Antenne allenfalls das Ortsbild tangiere»

sagt Feuz. Das sei aber nicht der Fall gewesen. Eine Baubewilligung sei zwei Jahre lang gültig. Die Antenne wurde in dieser Zeit aber nicht gebaut. «Damals gab es Probleme mit dem Standort», sagt Feuz. Genaueres wisse er nicht.

Auf Anfrage teilt die Medienstelle von Salt mit, dass die Anlage auf Wunsch des Grundeigentümers leicht verschoben worden sei, was ein überarbeitetes Baugesuch zur Folge gehabt habe. «Wir lokalisieren geeignete Standorte jeweils unter Berücksichtigung der gesetzlichen Auflagen, der geografisch-architektonischen Gegebenheiten sowie spezifischen technischen Kriterien», heisst es in der schriftlichen Antwort weiter. Feuz bestätigt: «Der Standort der Antenne ist Sache des Mobilfunkanbieters.»

Mieteinnahmen kämen der Allgemeinheit zugute

Das würden die Gegner gerne ändern. «Wenn tatsächlich eine neue Antenne gebaut werden muss, würden wir es bevorzugen, wenn sie auf einer Parzelle realisiert würde, die der Gemeinde gehört», sagt eine der Einsprecherinnen. Sie möchte anonym bleiben. Der Grund: «Dann kämen die Mieteinnahmen wenigstens der Allgemeinheit zugute.» Dieses Anliegen sei aber zweitrangig.

«Wir fürchten uns vor allem vor den gesundheitlichen Belastungen einer 5G-Antenne»

betont die Altnauerin. Diese seien durch Studien belegt. Zudem seien sie überzeugt, dass es in Altnau gar keine 5G-Antenne braucht. «4G ist völlig ausreichend.» Ein weiteres Problem sei, dass bestehende Antennen technisch aufgerüstet werden können. «Und das ohne Ankündigung.»

ALTNAU: Widerstand aus der Nachbarschaft

Das Mobilfunkunternehmen Salt möchte im Industriegebiet eine Antenne bauen. Über 40 Anwohner wehren sich gegen das Vorhaben mit einer Sammeleinsprache.
Urs Brüschweiler