Zwei Wochen ohne Langeweile in Bischofszell

Der Ferien(s)pass des Gemeinnützigen Frauenvereins begeisterte mit seinem Programm. Mehr als 300 Mädchen und Buben nutzten während der Herbstferien das vielfältige Freizeitangebot.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Bei diesem Ferien(s)pass-Angebot können Kinder ihren Turnbeutel bedrucken. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Bei diesem Ferien(s)pass-Angebot können Kinder ihren Turnbeutel bedrucken. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Trotz Ferienzeit herrscht in der Turnhalle von Zihlschlacht munteres Treiben. Fünf Mädchen und elf Buben haben sich an diesem Vormittag zum Ferien(s)pass getroffen, um zusammen Unihockey zu spielen. Die Primarlehrerinnen Ruth Fanetti und Eliane Müller geben Anweisungen und erklären die Regeln. Sogleich wird der eine oder andere Hockeyschläger inspiziert und geprüft, ob er gut in der Hand liegt.

«Ich spiele gern Unihockey», sagt der neunjährige Severin Müller und ergänzt, dass dies oft in der Schulpause der Fall sei. Der Viertklässler erzählt, dass er bereits seit sechs Jahren mitmache. Besonders freue er sich auf das Schmiedeerlebnis beim Ehepaar Soller in Zihlschlacht und auf das Schwingen, das in Amriswil stattfindet. Seine jüngere Schwester Alina meint: «Der Ferien(s)pass ist eine coole Sache.» Obwohl Unihockey eher eine Sportart für Knaben sei, mache sie heute auch mit. «Unsere Mami leitet nämlich den Kurs», verrät Alina schmunzelnd. Es sei schön, mit Freunden und Schulgspänli etwas zu unternehmen.

Trotz kürzerer Dauer nicht weniger Kinder

Kunterbunt geht es im Bischofszeller Turnerstübli an der Laubeggstrasse zu und her. Konzentriert drücken die Kinder den Bleistiftgummi in die Textilfarbe und danach auf den Turnbeutel. Zehn Kinder besuchen das Angebot «Turnbeutel selber bedrucken», das Stephanie Scherrer leitet. Unterstützt wird sie dabei von ihrer neunjährigen Tochter Nora. «Mir gefällt es sehr, beim Ferien(s)pass mitzuhelfen und mein Mami zu unterstützen», sagt die Drittklässlerin. Letztes Jahr habe sie beim Basteln von Korkuntersätzen und Windlichtern mitgeholfen. Und schon ist Noras Unterstützung wieder gefragt: Sie hilft den Kleinsten beim Händewaschen. Zoé Müller bedruckt ihre Turntasche mit einem Herz. «Und auf die Rückseite kommt noch ein Stern», erklärt die Zweitklässlerin. Während sie ihre Turntasche begutachtet, erzählt das siebenjährige Mädchen, dass es gerne bastle. «Es gefällt mir hier mega gut, und am Nachmittag komme ich nochmals. Dann dürfen wir einen Feuertopf bemalen.»

Ohne Freiwilligenarbeit wäre die Durchführung in dieser Form nicht möglich

Am diesjährigen Ferien(s)pass haben sich etwa 100 freiwillige Kursleiter und Helfer beteiligt. Das fünfköpfige Ferien(s)pass-Team, bestehend aus Helen Erni, Katya Halter, Nicole Berney, Manuela Müller und Sabrina Ziegler, bedankt sich nach den Herbstferien bei all diesen Ehrenamtlichen mit einem Racletteplausch. Dieser Anlass sei aber nicht nur als Dank gedacht, sondern auch als Gelegenheit, um das Erlebte nochmals Revue passieren zu lassen und Erfahrungen auszutauschen. Der inzwischen zur Tradition gewor- dene Ferien(s)pass wurde vom Gemeinnützigen Frauenverein Bischofszell vor 14 Jahren wieder ins Leben gerufen. Daran betei-ligen können sich Mädchen und Buben aus Bischofszell, Zihlschlacht und Sitterdorf. Das Angebot, das jeweils während der Herbstferien stattfindet, richtet sich an Kindergärtler und Schüler bis zur sechsten Klasse. (yal)

Helen Erni vom Team des Ferien(s)passes freut sich: «Wir dürfen eine durchwegs positive Bilanz ziehen.» Bedingt durch die kürzeren Herbstferien, hat der Ferien(s)pass heuer zum ersten Mal nur zwei statt drei Wochen gedauert. Trotzdem haben 310 Kinder mitgemacht und somit etwa gleich viele wie im Vorjahr, weiss Helen Erni. Auf dem Programm standen 41 Kursangebote, einige wurden sogar mehrfach durchgeführt. «Es gab Tage, da haben sogar fünf oder sechs Kurse stattgefunden», erzählt Erni. Unter anderem gab es erstmals eine Kräuterwanderung der Thur entlang. Der Rössliplausch auf dem Hummelberg sei der alljährliche Renner. «Und überhaupt – die Kurse rund um den Bauernhof, beispielsweise auch das Mosten, sind immer äusserst beliebt.»

Diese breite Palette an Angeboten konnte nur dank vieler Sponsoren sowie der tatkräftigen Unterstützung durch zahlreiche ehrenamtliche Leiter und Helfer durchgeführt werden. «Unser besonderer Dank gilt den Sponsoren. Deren Gelder ermöglichten es uns diesmal sogar, allen teilnehmenden Kindern einen Gutschein für den Freizeitpark in Niederbüren zu überreichen.» Das Ferien(s)pass-Team hofft auch im Jahr 2019 auf die Unterstützung durch die Bevölkerung.