Zwei verlorene Söhne – aber nur einer kehrt heim

Am Sonntag spielen die Oberthurgauer Basketballer im Cup. Beim NLB-Gegner steht ein Frasnachter im Team.

Manuel Nagel
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Die Oberthurgauer Basketballer bereiten sich im Training auf das grosse Cupspiel am Sonntag in der Säntis Turnhalle vor.

Die Oberthurgauer Basketballer bereiten sich im Training auf das grosse Cupspiel am Sonntag in der Säntis Turnhalle vor.

(Bild: Manuel Nagel)

Der Kampf David gegen Goliath ist faszinierend und wird oft als Vergleich herangezogen, wenn Amateure gegen «Grosse» spielen – meist im Cup. Das ist auch diesen Sonntag der Fall, bei der Partie Basketball Oberthurgau gegen die «Goldcoast Wallabies» aus der Nationalliga B.

Der Club vom Zürichseeufer spielt vier Ligen höher als die «Oberthurgau Pirates», die erst ihre zweite Saison bestreiten. Vor der Gründung von Basketball Oberthurgau – mittlerweile mit über 150 Mitgliedern einer der grösseren Sportvereine in der Region – war das Angebot für diese Sportart am Bodensee sehr bescheiden.

Dabei hätte es hier durchaus talentierte Spieler gegeben, die jedoch ihr Glück in der Ferne versuchen mussten. Einer von diesen ist der Romanshorner Etienne Ettlinger. Im Sommer 2014 entschied sich der damals 19-Jährige in die Vereinigten Staaten zu gehen, um an einem College in Kalifornien den entscheidenden Schritt zum Profispieler zu machen.

Nach etwas mehr als drei Jahren kehrte er mit vielen Erfahrungen heim an den Bodensee und schloss sich den Basketballern in Konstanz an, die das Ziel hatten, in die Zweite Bundesliga aufzusteigen. Doch in der zweithöchsten Liga spielte Ettlinger dann in der Schweiz. Ausgerechnet für die «Goldcoast Wallabies», dem Gegner der «Oberthurgau Pirates». Zum Duell mit dem «verlorenen Sohn» kommt es dennoch nicht, weil Ettlinger diesen Winter seine Basketballkarriere beendet hat und sich nun auf sein Studium der Betriebswirtschaft an der Universität Zürich konzentriert. Ob und wann er wieder die Basketballschuhe schnürt – vielleicht gar für die «Oberthurgau Pirates» – lässt Ettlinger offen.

Ausländische Profis und fünf Zwei-Meter-Türme

Im Kader des NLB-Teams von der Zürcher Goldküste steht mit Josua Asamoah jedoch noch ein zweiter Spieler aus der Region. Der 22-jährige Kanadier war zwar in Toronto geboren, wuchs aber in Frasnacht auf und ging im Stacherholz in Arbon zur Schule. Doch auch er musste seinerzeit nach Zürich, um in seinem Sport weiterzukommen, spielte zuerst für GC Zürich und nun für die «Wallabies».

Somit kehrt aller Voraussicht nach zumindest ein Oberthurgauer diesen Sonntag, 8.März, heim, wenn um 16Uhr in der Arboner Säntis Turnhalle die Piraten gegen die Zürcher um den orangen Ball kämpfen. Obwohl «Wallabies» nur kleine Kängurus sind, überragen sie die Viertligisten aus Arbon und haben insgesamt fünf Spieler im Kader, die grösser als zwei Meter sind.

Berühmtester Spieler dürfte der Bosnier Bojan Sekicki sein. Der Spielmacher war noch im letzten Jahr in Mosambik als Profi tätig, wo er Meister wurde und zum wertvollsten Spieler der Finalserie gewählt wurde. Dazu kommen die beiden Amerikaner Yuanta Holland (202cm) und Isaiah Ellis (203cm). Ellis spielte zuletzt in Australien.

Für die «Pirates»-Amateure steht deshalb nicht das Resultat im Vordergrund. Vielmehr hofft der Verein, dass möglichst viele Zuschauer zum Cupspiel in die Säntis Halle neben dem Berglischulhaus kommen, um die einheimischen Basketballer lautstark anzufeuern und mit einem Hotdog- oder Kuchenkauf bei der Festwirtschaft für einen Zustupf in die Vereinskasse sorgen.

www.pirates-basketball.ch