Zwei Einheimische wollen in Tägerwilen Markus Thalmann beerben

Das Rennen um die Wahl des Gemeindepräsidenten ist eröffnet. Thomas Gerwig und Markus Ellenbroek sind die Kandidaten. Beide sind im Dorf bestens bekannt.

Martina Eggenberger Lenz
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Markus Thalmann hört nächstes Jahr auf.

Markus Thalmann hört nächstes Jahr auf.

Bild: Reto Martin (Tägerwilen, 3. Dezember 2019)

Sie sind fast gleich alt, haben beide beruflich mit Finanzen zu tun, leben seit Jahren in Tägerwilen und vertreten politisch ähnliche Positionen. Die Krux bei der Wahl des neuen Gemeindepräsidenten von Tägerwilen wird sein, die Unterschiede zwischen den Kandidaten heraus zu schälen.

Thomas Gerwig, CVP, amtierender Gemeinderat.

Thomas Gerwig, CVP, amtierender Gemeinderat.

Bild: PD

Thomas Gerwig ist bereits seit drei Jahren Mitglied des Gemeinderates und dort zuständig für Finanzen und Steuern. Er bezeichnet es als Privileg, die Geschicke der Gemeinde zu lenken. «Ich konnte so auch meine Fähigkeit unter Beweis stellen, dass ich das Rüstzeug für das Amt des Gemeindepräsidenten mitbringe.»

Vielleicht der erste Deutsche Gemeindepräsident

Der gebürtige Konstanzer, der seit 1993 in der Schweiz lebt, hat ursprünglich Verwaltungswissenschaften studiert und ist Mitglied der CVP. Politik habe ihn schon immer interessiert. Aus diesem Grund hat er sich auch einbürgern lassen. Auf Gemeindeebene könne man am direktesten etwas bewirken, sagt der 53-Jährige.

Aktuell arbeitet Thomas Gerwig als Geschäftsstellenleiter der Raiffeisenbank Tägerwilen in Kreuzlingen. In dieser Position führt er ein Team von acht Mitarbeitern.

Finanzer mit Flair für Fussball

Markus Ellenbroek, FDP, Mitglied der Rechnungsprüfungskommission.

Markus Ellenbroek, FDP, Mitglied der Rechnungsprüfungskommission.

Bild: PD

Im Dorf mindestens ebenso bekannt wie der amtierende Gemeinderat ist sein Konkurrent Markus Ellenbroek. Er ist bereits in der Gemeinde aufgewachsen und arbeitet als kaufmännischer Leiter der Rutishauser Automobile AG, wo er auch im Verwaltungsrat ist. Davor war er viele Jahr bei der Firma Lenzlinger in Nänikon tätig, einem Hersteller von Bodenbelägen.

Der Betriebswirtschafter HSG ist seit vielen Jahren Mitglied der Rechnungsprüfungskommission der Gemeinde, privat engagiert er sich im Vorstand des FC Tägerwilen. Ellenbroek ist Mitglied der FDP.

100-Prozent-Amt ist unbestritten

Beide Kandidaten für das Gemeindepräsidium wollen sich 100 Prozent für die Gemeinde einsetzen. Beide sind der Meinung, dass Tägerwilen gut aufgestellt ist, sei es finanziell, auf der Verwaltung oder im Gemeinderatsteam. Thomas Gerwig sagt: Nach über 25 Jahren Markus Thalmann gelte es, das «entstehende Vakuum zu füllen». Markus Ellenbroek hält fest, dass er sich dafür einsetzen möchte, das Ländliche und Dörfliche zu bewahren, trotz des Wachstums. Dazu müsse man die Vereine unterstützen. Sein Kontrahent sieht Potenzial, die Bevölkerung mehr in die politische Meinungsbildung einzubinden. Ausserdem sei ihm wichtig, dass die Gemeinde einen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Nebst Gerwig und Ellenbroek haben sich offenbar noch zwei auswärtige Bewerber auf die Ausschreibung gemeldet. Beide haben ihre Kandidatur jedoch zurückgezogen. Gewählt wird am 29. November, ein Wahlpodium findet am 21. September statt.

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