«Zurzeit hilft jeder Franken»: Die Kreuzlinger Schulen fürchten die finanziellen Konsequenzen der Coronakrise

Die Kreuzlinger Schulen sind froh um die Rechnungsüberschüsse. Denn fürs laufende Jahr können die Zahlen ganz anders aussehen.

Urs Brüschweiler
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Die Kreuzlinger Schulpräsidentin Seraina Perini

Die Kreuzlinger Schulpräsidentin Seraina Perini

Donato Caspari
«Wir sind in der jetzigen Situation extrem froh um die
positiven Abschlüsse.
Jeder Franken auf der
hohen Kante hilft uns.»

Die Kreuzlinger Schulpräsidentin Seraina Perini kann für 2019 Ertragsüberschüsse präsentieren: 1,4 Million Franken bei der Primar-, eine halbe Million Franken bei der Sekundarschule. Damit liegt man beiderorts deutlich über dem Budget. «Wir sind haushälterisch umgegangen mit den finanziellen Mitteln, deshalb schnitten wir besser als geplant ab.»

Von höheren Steuereinnahmen konnten die Schulen in der Tat nicht profitieren, diese lagen einiges tiefer als erwartet. Die Steuergesetzrevision und drohende Steuerausfälle aufgrund der Coronakrise werfen allerdings bedrohliche Schatten auf die Entwicklung der Finanzlage.

Man hoffte zudem, dass 2019 bei den Beiträgen an den Finanzausgleich der Höhepunkt erreicht sei – ein Drittel der Gesamtausgaben der Sekundarschulgemeinde wurde 2019 nach Frauenfeld überwiesen. Die Revision des Beitragsgesetzes sollte eine markante Linderung bringen. Nun könnten hohe Steuerausfälle bei den Thurgauer Schulgemeinden dazu führen, dass Gebergemeinden wie Kreuzlingen dennoch wieder stark zur Kasse gebeten werden, wie Finanzchefin Susanne Burgmer vorrechnet.

Eine Steuersenkung ist vorerst vom Tisch

«Wir hatten eigentlich mit einer Steuersenkung geliebäugelt», sagt Schulpräsidentin Seraina Perini.

«Nun müssen wir wohl froh sein, die Steuerfüsse so lassen zu können,
wie sie sind.»

Insbesondere die Primarschule, aber auch die Sekundarschule wiesen zwar aktuell ein üppiges Eigenkapitalpolster aus. «Das kommt uns jetzt zu gute.» Dennoch will man bei künftigen Ausgaben und Investitionen Augenmass halten.

«Der Fokus liegt klar bei den Schülern», sagt Perini. Heisst: Bei ihnen will man nicht sparen, sondern dort, wo es den Unterricht nicht betrifft. Konkret hat man die Sanierung der Villa Luisa, wo das Schulpräsidium untergebracht ist, vorerst zurückgestellt.

Auf dem Plan stehen dafür andere Investitionen, etwa in die Schulhäuser Egelsee, Remisberg, Bernegg oder Pestalozzi, ins Thermalbad Egelsee sowie für den Neubau der Horte Bernegg und Tannegg.

«Baulich läuft sehr viel im Moment», sagt die Schulpräsidentin. Das sei wegen der steigenden Schülerzahlen auch nötig. Die Coronakrise hielt und hält die Schulen in sehr vielen Bereichen nach wie vor auf Trab. Finanziell betrachtet ist gemäss Perini der haushälterische Umgang mit den Mitteln nun wichtiger denn je.

Die Volksabstimmungen finden voraussichtlich im Herbst statt.

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