Zum Gedenken an Elmar Juchli, eine herausragende Persönlichkeit der Stadt Bischofszell

Am 14. Februar nahm eine grosse Trauergemeinde Abschied von Elmar Juchli, der am 6. Februar im Alter von 64 Jahren verstarb.

Bernhard Koch
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Elmar Juchli (1956-2020).

Elmar Juchli (1956-2020).

Bild: PD

Wohl litt der Verstorbene seit einem Jahr an einer heimtückischen Krankheit, die Behandlung versprach durchaus Besserung. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich im Januar aber, und leider verlor Elmar seinen Kampf gegen die Krankheit. Seiner Gattin Regina, seinen Töchtern Nadine und Eliane mit Familien entbieten wir unser aufrichtiges Beileid.

Vom Aargau in den Thurgau

Seinen Heimatkanton Aargau verliess Elmar Juchli mit 17. Neuer Wohnsitz war Romanshorn, wo er auf der Gemeinde eine KV-Lehre absolvierte. Mit 24 Jahren wurde er Gemeindeschreiber in Kesswil. Zu seinen Aufgabenbereichen gehörte einfach alles, von der Einwohnerkontrolle, über das Kassieramt, das Steueramt bis zur rechten Hand des Gemeindeammanns.

Der 1. Februar 1992 war für Bischofszell, aber auch für die Familie Juchli – wie ich später erfuhr – ein Glücksfall. Elmar trat seine Stelle als Gemeindeschreiber, später Stadtschreiber im Rathaus an, und so gehörte es nun während 12 ½ Jahren beinahe zum Stadtbild, dass Elmar durch den Bogenturm und die Marktgasse zum Rathaus pilgerte, um dort seine vielfältigen Aufgaben mit grossem Sach- wissen, zuverlässiger Arbeitshaltung, freundlichem Auftreten, Hilfsbereitschaft und Fachkompetenz auszuüben.

Stadtschreiber und Stadtkassier

Elmar war Stadtschreiber und Stadtkassier in Personalunion. Wie mir der jetzige Stadtpräsident versichert, ist das in der heutigen Zeit undenkbar. Elmar bewältigte diese Aufgaben mit Bravour und er war für mich als Stadtammann, aber auch für den ganzen Stadtrat, Ansprechpartner, Auskunftsperson und Helfer bzw. Unterstützer in einfach sämtlichen Bereichen.

In seine Zeit als Stadtschreiber fielen der Ausbau des Schwimmbads, viele Strassenausbauten, der Bau des ersten Kreisels, die Einführung des Neujahrsempfangs im Rathaus, die Fusion der Stadt mit Halden, Schweizersholz und Stocken, der Bau des neuen Vereinszentrums Bleiche und vieles mehr. Bischofszell hatte so rund 700 Einwohner mehr und Elmar bewältigte zusammen mit «seiner» Verwaltung die Mehrarbeit mit nur zusätzlichen 40 Stellenprozenten.

Leiter des Bischofszeller Festspiels

Auch das zeigte sein Organisationstalent und seine Belastbarkeit auf eindrückliche Weise. Elmar war kein Kind von Traurigkeit. Er war auch nicht immer der Erste, der nach einer Stadtratssitzung nach Hause ging.

Mit Herzblut war er dabei, als es in den Jahren 1998 und 2000 darum ging, zwei Feste vorzubereiten und zu feiern, nämlich 750 Jahre Stadtrecht und 850 Jahre urkundliche Ersterwähnung von Bischofszell. Elmar war Leiter des Festspiels im Jahr 2000. Es trug den Namen «Vor luuter Vorsicht passiert öppis Küens». Elmar und der Stadtrat traten persönlich auf!

Elmar war bis 31. Juli 2004 Stadtschreiber. Es spricht für ihn, dass der heutige Stadtpräsident Thomas Weingart sagt: «Noch heute erinnert man sich im Rathaus gern an die Zeit mit Elmar als Stadtschreiber. Er hat das öffentliche Leben in Bischofszell während rund 30 Jahren mitgeprägt und gestaltet.»

Kirchenpräsident und Leiter der Schulverwaltung

Diese Aussage wird dadurch unterstrichen, dass Elmar von 1999 bis 2007 Präsident der katholischen Kirchgemeinde war. In diese Zeit fiel die Bildung des Seelsorgeverbandes Bischofszell-Sitterdorf-St. Pelagiberg. Am 2. August 2004 trat Elmar die Stelle als Leiter der Bischofszeller Schulverwaltung an.

Mit diesem Schritt, so vertraute er mir an, hoffe er, in ruhigere Gewässer zu gelangen – mit weniger Sitzungen, mehr Hintergrundarbeit und trotzdem für die Öffentlichkeit tätig zu sein. Auch in Zukunft unterstützen und helfen, nun für jenen Bereich, in dem unsere Zukunft heranwächst.

In vielen Herzen lebt er weiter

Elmar erwarb sich auch am neuen Arbeitsort schnell das Vertrauen der Vor- gesetzten, Mitarbeiter und Lehrer. Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass auch die kantonalen Stellen im Bildungsbereich seinen Rat schätzten. Elmars Arbeit war auch bei der Schulgemeinde von Loyalität, Seriosität und Verlässlichkeit geprägt. Mit dem Hinschied von Elmar Juchli verliert die Stadt Bischofszell eine engagierte Person.

Wir müssen uns von einem lieben Mitmenschen verabschieden, dessen Leben durch Verlässlichkeit, Hilfsbereitschaft und freundlichem Auftreten geprägt war. In seiner Person paarten sich diese Eigenschaften zusätzlich mit einem geselligen Wesen und dem Geniessen des Moments. Elmar Juchli , als unser Mitmensch und als Freund, wird in vielen Herzen weiterleben.

Bernhard Koch, der Verfasser des Nachrufs, war Stadtammann von Bischofszell.