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Zum Gedenken an den verstorbenen Affeltranger Gemeindepräsidenten

Hans Matthey ist nach langer Krankheit am 16. Oktober verstorben. Er hatte während 27 Jahren das Gemeindepräsidium der Gemeinde Affeltrangen inne. Vergangene Woche nahmen die Affeltranger von ihm Abschied. Doch eines ist klar: Hans Matthey hat das Staunen nie verlernt.
Hans Ruedi Fischer
Hans Matthey (1957-2018) vor dem Gemeindehaus in Affeltrangen. Hier wirkte er zuerst als Ortsvorsteher und später als Gemeindepräsident 27 Jahre lang. (Bild: Mareycke Frehner, 6. April 2016)

Hans Matthey (1957-2018) vor dem Gemeindehaus in Affeltrangen. Hier wirkte er zuerst als Ortsvorsteher und später als Gemeindepräsident 27 Jahre lang. (Bild: Mareycke Frehner, 6. April 2016)

Am letzten Oktober-Samstag, dem ersten trüben Regentag nach leuchtenden Herbstwochen, nahm eine grosse Trauergemeinde in der evangelischen Kirche und auf dem Friedhof Abschied von Hans Matthey. Der Affeltranger Gemeindepräsident hatte am 16. Oktober nach langem Krankenlager seinen irdischen Lauf vollendet; er wurde 61 Jahre alt.

Seine Jugendzeit verbrachte Hans Matthey zusammen mit einer Schwester und einem Bruder an der Sonnenstrasse in Weinfelden. In der Jungwacht fand der aufgeweckte und gleichwohl doch zurückhaltende Bub Kollegen und Freizeitvergnügen.

Ein Mitglied der Studentenverbindung

1974 trat er in die Kantonsschule Frauenfeld ein. In der Studentenverbindung «Thurgovia» war «Probus» ein gern gesehener Kommilitone; er gehörte zu den Mitautoren der Festschrift zum 125-Jahr-Jubiläum. Der Samstagsstamm im Weinfelder «Trauben», nicht minder die spätabendlichen Sangesrunden im «Eigenhof» mögen sein politisches Interesse geweckt und gefördert haben.

Als Zwanzigjähriger trat er der Freisinnigen Partei als Mitglied bei. Ausgestattet mit dem Maturitätszeugnis Typus B liess er sich an der Universität Zürich zum Sekundarlehrer sprachlich-historischer Richtung ausbilden. Sprachaufenthalte führten ihn nach Tours im Loiretal und in Shakespeares englische Heimatstadt Stratford-upon-Avon.

Der Verfasser dieser Zeilen konnte als seinerzeitiger Mittelthurgau-Redaktor «ham» dazu ermuntern, als Korrespondent für die «Thurgauer Zeitung» tätig zu werden; in einer recht stürmischen Zeit arbeitete Hans Matthey als Volontär auf der TZ-Redaktion.

Der Wechsel in die Politik

Im Frühjahr 1980 trat er seine Stelle als Sekundarlehrer in Affeltrangen an. In dieser Verantwortung stand er bis zum Sommer 1995.
Dem Ruf in das politische Arbeitsfeld folgte Hans Matthey im Frühling 1991 als Vorsteher der Ortsgemeinde Affeltrangen. Nach dem Zusammenschluss der Ortsgemeinden Zezikon, Buch, Affeltrangen und Märwil schenkten ihm die Stimmberechtigten 1995 ihr Vertrauen als Gemeindeammann. Bei allen Erneuerungswahlen wurde ihm hohe Zustimmung zuteil.

Während siebener Jahre sass Matthey als Vertreter der FDP des Bezirks Münchwilen, die er eine Zeit lang präsidiert hatte, im Grossen Rat. Für sein lokales Geschichtswerk «Zezikon – Ein Thurgauer Dorf im Wandel der Zeit», erschienen im Jahr 1991, dankten ihm die Zezikerinnen und Zeziker mit der Ernennung zum Ehrenbürger.

Hans Matthey trug das Herz nicht auf der Zunge. Gewissenhaft und fleissig waltete er seines Amtes, gerne fröhlich mit den Fröhlichen, dankbar für viele Stunden in gemütlicher Runde. Dem Junggesellen war der längst geschlossene «Weinberg» in Zezikon auf besondere Weise Heimat gewesen.

Hans Matthey gehörte nicht zu den Blendern und Ausrufern, war zurückhaltend und vertrauenswürdig. In seiner Freizeit machte sich der Geschichts-Interessierte auf in die weite Welt; reich bestückte Fotoalben geben Zeugnis von einem, der das Staunen nie verlernt hat.

Behrührende Abschiedsworte

Die Vizepräsidentin des Gemeinderates, Ursula Klaus, die seit der Erkrankung von Hans Matthey die Geschäfte führte, ehrte in der berührenden Abschiedsfeier ihren verstorbenen Kollegen. Das Bibelwort aus dem Hebräerbrief «Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir», war für Pfarrer Michael Hollweg Leitgedanke seiner trostspendenden Predigt, in der er umfassend das zu früh vollendete Leben des Lehrers und Politikers Hans Matthey zu würdigen wusste.

Nach dem Gottesdienst traf sich die Trauergemeinde am frischen Grab von Hans Matthey neben der evangelischen Kirche. Begleitet von der Musikgesellschaft Affeltrangen wurde auf Wunsch des Heimgegangenen das Thurgauer Lied gesungen, eingebunden die kaum bekannte Strophe «Und finde ich schlummernd im Grabe einst Ruh, dann decket die heimische Erde mich zu. Und öffnet das Jenseits sein strahlendes Tor, dann schweb ich von Heimat zu Heimat zu Heimat empor».

Der Kreis hat sich an diesem regennassen Mittag auf eigentümliche Weise geschlossen.

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