Sitterdorfer Frauen werden ermutigt, zufrieden mit der Unvollkommenheit zu sein

Sozialpädagogin und Erwachsenenbildnerin Regula Schwab sprach am Frauenfrühstück in Sitterdorf zum Thema «Perfekt gibt’s erst im Himmel».

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Drucken
Teilen
Clownin Giacomina sorgt für passende Unterhaltung am Frauenfrühstück im Kirchgemeindehaus in Sitterdorf.

Clownin Giacomina sorgt für passende Unterhaltung am Frauenfrühstück im Kirchgemeindehaus in Sitterdorf.

(Bild: Yvonne Aldrovandi)

Duftender Kaffee, frisches Brot und angeregte Gespräche: Rund 60 Frauen aller Altersgruppen trafen sich am Mittwoch im Kirchgemeindehaus in Sitterdorf. Sie alle durften einen geselligen Vormittag bei einem ausgiebigen Morgenessen und einem interessanten Referat geniessen. Zum traditionellen Frauenfrühstück eingeladen hatte der Evangelische Frauenverein Sitterdorf-Zihlschlacht.

Wohl kaum ein anderes Thema habe schon so viel zu reden gegeben wie dieses. «Warum wollen wir unbedingt perfekt sein? Warum sollen alle perfekt sein?», fragte Christa Ackermann, Präsidentin des Evangelischen Frauenvereins, zu Beginn ihrer Begrüssung.

Clownin Giacomina mit der Referentin Regula Schwab-Jaggi (rechts) und der Präsidentin des Evangelischen Frauenvereins Christa Ackermann (links).

Clownin Giacomina mit der Referentin Regula Schwab-Jaggi (rechts) und der Präsidentin des Evangelischen Frauenvereins Christa Ackermann (links).

(Bild: Yvonne Aldrovandi)

«Perfekt gibt’s erst im Himmel» war dann auch das Thema des Referates der Sozialpädagogin und Erwachsenenbildnerin Regula Schwab-Jaggi aus dem aargauischen Küttigen. Sie thematisierte, welche Folgen der Wunsch nach Perfektionismus auf unser Leben hat. «Die Sehnsucht nach Perfektion gehört zum Menschsein. Doch oftmals meinen wir, wir müssten uns unsere Daseinsberechtigung oder die Liebe unseres Umfeldes verdienen», sagte die Referentin. Weiter meinte sie, dass die Antwort darauf der Perfektionismus sei: perfekt aussehen, perfekt arbeiten, perfekte Beziehungen. Regula Schwab sagte:

«Damit machen wir uns das Leben aber auf viele Arten schwer.»

Man solle zufrieden sein mit dem Unperfekten. Denn ansonsten könnte das Perfektionsverhalten Auswirkungen auf Körper, Gefühle und Verhalten haben. Regula Schwab zeigte mögliche Wege aus der Perfektionismusfalle auf – man solle die Unvollkommenheit leben, spontan und flexibel reagieren und den Anspruch von «perfekt» auf «gut» setzen. «Entscheiden Sie sich bewusst für die Unvollkommenheit und behalten Sie den Humor. Denn schliesslich soll man auch mal über sich selber lachen können», sagte Regula Schwab.

Für passende Unterhaltung sorgte Clownin Giacomina. Wie ein roter Faden spannte sich der Perfektionismus durch ihre einfallsreichen Darbietungen. Immer wieder betonte Giacomina: «I bini nöd perfetto.»