Zürchers Legehennen in Metzgersbuhwil leben im grössten Stall im Thurgau

Markus Zürcher hat den grössten Stall für Legehennen im Kanton. Die 18000 Hühner haben viel Auslauf und legen fast jeden Tag ein Ei. Deren Weiterverarbeitung übernimmt ein Roboter.

Sabrina Bächi
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Die 18000 Legehennen der Familie Zürcher haben viel Platz im überdachten Aussengehege und der vier Hektar grossen Wiese. (Bilder: Raphael Rohner)

Die 18000 Legehennen der Familie Zürcher haben viel Platz im überdachten Aussengehege und der vier Hektar grossen Wiese. (Bilder: Raphael Rohner)

Wer im Migros Eier kauft mit dem Aufdruck «1 CH 433» der hat welche aus Metzgersbuhwil bei Schönholzerswilen in der Hand. Markus Zürcher hält dort in seinem Stall knapp 18000 Legehennen. Es ist in der Schweiz die höchste zugelassene Anzahl Legehennen. Im ganzen Land gibt es nur 26 Betriebe, die so gross sind. Im Thurgau ist er der einzige, der so viele Legehennen hält.

Die Hühner der Rassen Nick Chick und Super Nick Chick lassen sich schlecht unterscheiden. Alle sind weiss mit einem roten Kamm. Ausser Gockel Fridolin, der einzige Mann im Stall. Er hat einen braunen Hals und überragt seine Damen um mindestens einen Hühnerkopf.

Für Zürchers Legehennen beginnt der Tag früh. Um drei Uhr morgens werden sie mit Licht geweckt, automatisch gefüttert und legen dann ihr Ei in ein Nest. Von dort werden die Eier auf einem Förderband zum Roboter transportiert. Drei Mitarbeiterinnen putzen die Eier, bevor sie der Roboter sortiert, einordnet, bedruckt und auf die Paletten verlädt. Zürchers Roboter ist der modernste seiner Art in der Schweiz. Die Pallette werden automatisch aufgestapelt und sind danach zum Abholen bereit.

Um halb neun gehen für die Hennen die Tore auf und sie können in den überdachten Wintergarten oder auf der Südseite sogar auf die vier Hektare grosse Wiese.

«Die Wiese ist nicht eingezäunt, die Hühner können hingehen wo sie wollen – der Fuchs allerdings auch»

sagt Markus Zürcher. Davor seien sie bisher aber verschont geblieben «soweit wir wissen.»

Landwirt Markus Zürcher. (Bild: Raphael Rohner)

Landwirt Markus Zürcher. (Bild: Raphael Rohner)

Den Überblick über so viele Hühner zu haben, ist fast unmöglich. Seit Oktober vergangenen Jahres sind die Hennen in Metzgersbuhwil. Es ist die erste Herde mit Legehennen. Davor hatte Markus Zürcher Mastpoulets in seinem Stall. «Die Legehennen sind einfacher zu halten», sagt er. Seine Mitarbeiterin Petra Lehmann entlastet den Landwirten und Unternehmer bei den Legehennen. Sie kontrolliert den Stall, pflegt kranke Tiere und kann den Roboter bedienen.

Um sechs müssen alle im Stall sein

Mit Ausnahme der grenzenlosen Freiheit auf der Wiese, führen die Hühner ein streng getaktetes Leben. Abends um sechs müssen alle im Stall sein. Dann gibt es Futter und schliesslich löscht das Licht. Elektronisch überwacht wird auch das Futter, das Gewicht der Eier oder die Legeleistung der Hennen.

Der Roboter sortiert die Eier und legt sie in die blauen Paletten. (Bid: Raphael Rohner)

Der Roboter sortiert die Eier und legt sie in die blauen Paletten. (Bid: Raphael Rohner)

Es ist ein Wirtschaftsbetrieb, die Legehennen sind Nutztiere. Eine emotionale Bindung zu einem einzelnen Tier gibt es nicht. Dennoch: «Das Huhn ist mir wichtig, es soll ein schönes Leben haben.» Die Tiere dürfen länger nach draussen als vorgeschrieben und haben genügend Platz. Ob seine Hühner glücklich sind? «Ich denke schon, sonst hätten sie nicht so eine gute Legeleistung», sagt Markus Zürcher

Der Märstetter Hühner-Kindergarten

Sommerserie: Sepp Rüegg aus Märstetten zieht Bibeli während 18 Wochen in seinem Stall auf. Dann legen sie Eier und werden an Bauern verkauft.
Janine Bollhalder