Zu viele Fehler verhindern einen Coup des HSC Kreuzlingen

Kreuzlingens NLA-Handballerinnen verlieren das Ostschweizer Derby daheim gegen Brühl deutlich mit 22:32. Das zeigt: Die Thurgauerinnen haben noch einen weiten Weg vor sich, um in die Phalanx der besten vier Frauenteams der Schweiz vorzudringen.

Markus Rutishauser
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Die Kreuzlingerinnen (rot) können ihre Gegenspielerin nur mit viel Mühe stoppen.

Die Kreuzlingerinnen (rot) können ihre Gegenspielerin nur mit viel Mühe stoppen.

Mario Gaccioli

Die Enttäuschung und der Frust waren den NLA-Spielerinnnen des HSC Kreuzlingen nach dem Schlusspfiff ins Gesicht geschrieben. Sie hatten sich für das Derby vor heimischem Publikum gegen Brühl St.Gallen viel vorgenommen, wollten den aktuellen Meister fordern, ja vielleicht sogar ins Stolpern bringen. Doch über die ganze Zeit standen sich die Thurgauerinnen selbst im Weg.

So lagen sich am Ende die St.Gallerinnen jubelnd in den Armen und feierten einen wichtigen Sieg am Bodensee. Aus Sicht von Kreuzlingen fiel das Verdikt mit 22:32 zu deutlich aus. Nach einer schwierigen ersten Halbzeit (11:15), als sich der HSCK den Schneid von der physisch präsenten und aggressiven Brühler Defensive schnell hatte abkaufen lassen, konnte das Heimteam die Vorgaben von Trainerin Kristina Ertl-Hug in der zweiten Halbzeit besser umsetzen. In der 41. Minute nährte Kreisläuferin Vanda Gulyas mit ihrem Tor zum 16:18 die Hoffnung nochmals.

Ellbogencheck nicht geahndet

Es blieb allerdings bei einem Kreuzlinger Strohfeuer: Nicht etwa, weil Brühl gross aufspielte, sondern primär deshalb, weil den Thurgauerinnen innert weniger Minuten gleich eine Vielzahl unerzwungener technischer Fehler unterliefen. Nicht davon ausgenommen waren die Leistungsträgerinnen.

Ein Fehlentscheid der Schiedsrichter, die einen offensichtlichen Ellbogencheck der St.Galler Angreiferin übersahen und Brühl damit ein Gegenstosstor zum wegweisenden 23:18 ermöglichte (47.), warf den Herausforderer endgültig aus der Bahn. In der Folge war der Meister die deutlich bessere Equipe und kam so zum Derbysieg. Beim HSC Kreuzlingen verdiente sich Torfrau Miriam Federau mit acht Paraden sowie Kreisläuferin Vanda Gulyas mit fünf erfolgreichen Abschlüssen als einzige Topnoten. Doch blieben zu viele Leistungsträgerinnen unter ihren Möglichkeiten.

Am Montagabend im Cup-Einsatz

Für Kreuzlingen folgt nun ein längerer Meisterschaftsunterbruch bis am 21. Oktober, weil das Nationalteam im Hinblick auf die WM-Qualifikation im November einen Lehrgang absolviert. Doch bereits am Montagabend stehen die Thurgauerinnen im Cup-Einsatz. Im 1/16-Final treten sie als Favoritinnen beim Erstligisten Aargau Ost an. Die Partie in Siggenthal wird um 20.30 Uhr angepfiffen. Der Einzug in die Achtelfinals ist die klare Vorgabe für den HSCK.

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