Zu viel los auf dem schmalen Weg im Tägermoos – jetzt kommt das Velofahrverbot

Ab März gilt auf dem Rheinweg in Tägerwilen Fahrverbot für Velos. Radler haben sich oft wie Rowdys verhalten.

Stefan Böker
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Bislang war hier Schrittempo erlaubt, in Zukunft ist Velofahren auf dem Rheinweg allerdings ganz verboten.

Bislang war hier Schrittempo erlaubt, in Zukunft ist Velofahren auf dem Rheinweg allerdings ganz verboten.

(Bild: Stefan Böker)

«Wir haben Reklamationen wegen rücksichtslosen Velofahrern auf dem Rheinweg bekommen», stellt Markus Thalmann klar. Schon länger habe man bei der Gemeinde Tägerwilen und bei der Stadt Konstanz darum über ein Fahrverbot nachgedacht. «Aber ohne Alternative wollten wir nicht handeln», sagt der Tägerwiler Gemeindepräsident Markus Thalmann.

Im April letzten Jahres wurde dann der eineinhalb Meter breite Radweg an der Konstanzerstrasse eröffnet. Rund 1,3 Millionen Franken kostete das Projekt aus dem Agglomerationsprogramm Kreuzlingen/Konstanz, von dem Bund und Kanton je ein Viertel übernahmen, die andere Hälfte des Betrags teilten sich Tägerwilen und Konstanz. Gemäss Thalmann seien dadurch die Voraussetzungen gegeben, um im Verlauf des Monats März Schilder aufzustellen und den Veloverkehr vom Uferweg zu verbannen.

Das Verbot wurde im November genehmigt

Einsprachen gegen die Pläne habe es nicht gegeben, sagt Markus Thalmann. Der Regierungsrat hat das «Verbot für Fahrräder und Motorfahrräder» am 15. November genehmigt. Bislang war auf dem idyllischen Stück zwischen Ziegelhof und Tägerwiler Badi velofahren im Schritttempo erlaubt. Allerdings scheinen sich nicht alle daran zu halten. Konflikte mit Spaziergängern und Hündelern habe es immer wieder gegeben, besonders während der Sommermonate auf Höhe des Strandbads und beim Kuhhorn, wie Gabriele Schwab vom Konstanzer Amt für Stadtplanung und Umwelt bestätigt.

Die Konstanzer Strasse ist die kürzeste Verbindung zwischen Konstanz und Tägerwilen und gleichzeitig Bestandteil des Bodenseeradwegs entlang des südlichen Unterseeufers, zählt sie neben der Sicherheit einen weiteren Anreiz auf, den Radweg zu benutzen. Schwab ergänzt:

«Das Fahrverbot wurde darüber hinaus im Vorgriff zur Schutzgebietsausweisung Espenriet ausgesprochen»,

Diese strebt eine «Nutzungsentflechtung von Velo- und Wanderweg entlang dem Ufer» an.

Im Sommer ist es kritisch für Fussgänger

Franziska Wüthrich, Wirtin des Kuhhorns, hat selbst gefährliche Situationen beobachtet oder erlebt. «Kollisionen mit Hunden beispielsweise. Im Sommer ist sehr viel los, Kinder rennen vom Badeplatz herüber, um Glace zu kaufen. Ich bin selbst beim Servieren beinahe angefahren worden», berichtet sie.

In den hoch frequentierten Sommermonaten sei es kritisch für Fussgänger, obwohl im letzten Sommer im Zuge der Uferaufwertung des Badeplatzes Schranken vor der Beiz installiert wurden. «Doch das hat wenig gebracht», findet Franziska Wüthrich. Die Jungen würden sich einen Spass draus machen, zu sehen, wer sich am schnellsten durchschlängeln könne. Die Wirtin hofft, dass sich die Situation mit dem neuen Fahrverbot verbessert.

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