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Zu hohe Ansprüche und Mehrfachbelastung - das hält die Frauen von der Politik fern

CVP-Ständerätin Brigitte Häberli, SP-Präsidentin Nina Schläfli und SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr setzen sich für mehr Frauen in der Politik ein. Einfach ist das nicht immer.
Sabrina Bächi
CVP-Ständerätin Brigitte Haeberli könnte ab der kommenden Legislatur die einzige Frau im Stöckli sein. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)

CVP-Ständerätin Brigitte Haeberli könnte ab der kommenden Legislatur die einzige Frau im Stöckli sein. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)

Die Thurgauer Ständerätin Brigitte Häberli könnte ab der kommenden Legislatur die einzige Frau im Ständerat sein. Alleine unter 45 Männern. Dieses Szenario schreckt auf. «Ich werde im Moment laufend darauf angesprochen», sagt sie und hofft, dass die Diskussion rund um Frauen in der Politik nun auch Früchte trägt.

Denn genau wie Nicole van Rooijen kennt sie die zermürbende Arbeit, Frauen zur Kandidatur zu bewegen. «Ich versuche zu motivieren, indem ich aufzeige, wie spannend die politische Arbeit ist», sagt Häberli.

Der Einstieg könne auch stufenweise über eine Schulbehörde oder ähnliches erfolgen. Viele Frauen zeigten auch Interesse, eine konkrete Kandidatur schaue dann aber meist nicht raus. «Viele haben keine Kapazität mehr, nebst Familie, Beruf und Hobby auch noch Politik zu betreiben. Das verstehe ich, aber bedaure das natürlich.»

Belastungen fairer verteilen

Nina Schläfli , Präsidentin SP Thurgau (Bild: Donato Caspari)

Nina Schläfli , Präsidentin SP Thurgau (Bild: Donato Caspari)

Die Mehrfachbelastung hält auch die Thurgauer SP-Präsidentin Nina Schläfli für einen der Hauptgründe, weshalb so wenig Frauen in der Politik zu finden sind. Schläfli sagt:

«Würden wir die Mehrfachbelastung fairer verteilen, dann hätten die Frauen auch Zeit, sich politisch zu engagieren.».

Sie nimmt die Anwerbung für Frauen in der Politik meistens nicht sehr schwierig wahr. «Aber die SP hat hier auch eine Sonderrolle. Die Partei kämpft seit Jahren hart für die Gleichstellung.» Dieses Engagement zahle sich nun aus. Die 28-Jährige hofft dabei auch auf die jüngere Generation der Frauen. «Sie sind mit einem anderen Selbstbewusstsein aufgewachsen, da ergibt sich vielleicht auch nochmals ein Wandel», hofft sie.

Die Politik hat ein Altersproblem

Diana Gutjahr, SVP-Nationalrätin (Bild: Reto Martin)

Diana Gutjahr, SVP-Nationalrätin (Bild: Reto Martin)

Ebenso an die Jungen glaubt Diana Gutjahr. Die SVP-Nationalrätin findet nicht, dass die Politik ein Frauenproblem hat. Viel eher ein Altersproblem. «Ich setzte mich vor allem dafür ein, dass junge Leute in die Politik gehen. Aber natürlich auch für die Frauen und versuche ihnen damit Mut zu machen», sagt sie.

«Denn gemischte Gremien arbeiten generell zielorientierter und die Ergebnisse sind ausgewogener. Frauen konzentrieren sich dabei aufs Wesentliche und sind sehr speditiv.»

Es brauche als Frau, aber auch als Mann, Mut und Engagement, in die Politik zu gehen und sich der öffentlichen Meinung zu stellen.

Zu hohe Ansprüche an sich selbst

Brigitte Häberli findet:

«Frauen haben sehr hohe Ansprüche an sich selber. Es fehlt ihnen der Mut, dabei sollten sie vom allzu Perfekten weg hin zu einem guten Engagement kommen.»

CVP- Ständerätin Brigitte Häberli (Bild: Urs Bucher)

CVP- Ständerätin Brigitte Häberli (Bild: Urs Bucher)

Frauen glaubten, sie dürfen sich keine Schwächen erlauben. Diese Ansicht präge etwa die Berichterstattung der Boulevard-Medien. «Auch Politiker dürfen Fehler machen, das ist menschlich. Nur zwei Mal den gleichen zu machen, das geht nicht», sagt Häberli.

«Männer sehen vieles lockerer. Sie schauen dann, wie es läuft, und zweifeln nicht von Anfang an daran, ob sie es können.» Da stünden sich die Frauen selbst im Weg. «Ich kenne zudem keinen Mann, der findet, dass Frauen nicht in die Politik gehören – im Gegenteil.» Männer könnten aber vermehrt Frauen motivieren in die Politik einzusteigen, sagt die Ständerätin. «Ich möchte die Politik nicht missen, da ich die Aufgaben unglaublich spannend finde.»

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