Zu erleben am Museumssonntag: Amriswiler Figuren machen Karriere in der ganzen Welt

Die vier Amriswiler Museen bieten diesen Sonntag ihren Besuchern ein äusserst abwechslungsreiches Programm.

Manuel Nagel
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Saba-Figuren wurden einst in der Spielwarenfabrik A. Bucherer hergestellt und von Amriswil aus in alle Welt verkauft.

Saba-Figuren wurden einst in der Spielwarenfabrik A. Bucherer hergestellt und von Amriswil aus in alle Welt verkauft.

Bild: Manuel Nagel

Die kleinen Figuren halten Eugen Fahrni ganz schön auf Trab. Der Leiter des Ortsmuseums aktualisiert laufend die Besucherliste für die morgige Erzählstunde am Museumssonntag, in der sie die Hauptrolle einnehmen: Die Saba-Figuren. Oder sind es nicht doch eher Puppen?

Auf diese Frage dürfte Claudia Depuoz die Antwort wissen. Sie ist leidenschaftliche Sammlerin dieser Spielzeuge, die einst in Amriswil produziert wurden, denn Saba steht für Spielwarenfabrik A. Bucherer Amriswil. Dass einst mehr als 60 Personen diese Figuren hergestellt und von hier aus in alle Welt verschickt hatten, dürfte in Amriswil kaum mehr bekannt sein. Besonders in Amerika und in England waren die Figuren sehr populär.

August Bucherer begann mit der Produktion im Jahr 1919 an der Kirchstrasse und verlegte seine Fabrik dann an die Weinfelderstrasse. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums dieser Saba-Figuren erzählt Claudia Depuoz am Sonntag von 15 bis etwa 16 Uhr für einmal nicht im Ortsmuseum, sondern in der evangelischen Kirche, was sie über das Amriswiler Spielzeug weiss, das teilweise hoch gehandelt wird. Ihr verstorbener Mann Christian und sie haben in den letzten Jahren die Sammlung auf über 300 Figuren ausgebaut. Nun soll die Sammlung im hiesigen Ortsmuseum ein Zuhause finden – also in dem Ort, wo einst die Reise der Figuren begann. Für die Erzählstunde hat es noch freie Plätze, spontane Besucher sind willkommen.

Eigenhändig ein Wagenrad zusammenbauen

Doch nicht nur das Ortsmuseum hat morgen geöffnet. Das Schulmuseum zeigt die Sonderausstellung #zuhausemachtschule, die noch bis zum 12. Dezember andauert. Das Museumsteam und empfängt die Besucher im alten Schulhaus in Mühlebach.

Unweit davon hat auch das Bohlenständerhaus im Schrofen geöffnet. Geplant wäre eigentlich ein «Buebeschwinget» gewesen, was aber coronabedingt abgesagt werden musste. Als Ersatz hat sich die Betriebskommission etwas Besonderes einfallen lassen. Unter dem Namen «Eikätscher # Hingucker» lädt sie auf eine Entdeckungsreise durch das Bohlenständerhaus von Hotspot zu Hotspot, auf der die Besucher spannende Geschichten über Aussergewöhnliches und Unscheinbares erfahren können.

Als viertes Museum öffnet Robert Sallmanns Kutschensammlung ihre Türen. Neu ist an der St.Gallerstrasse 12 eine komplett eingerichtete Wagnerei zu sehen. Dort haben die Besucher die Möglichkeit, selber Hand anzulegen und ein Wagenrad zusammenzubauen.

Hinweis
Alle vier Museen sind morgen Sonntag von 14 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Die Erzählstunde des Ortsmuseums findet aus aktuellem Anlass von 15 bis etwa 16 Uhr in der evangelischen Kirche statt. Spontane Besucher sind willkommen.