Zonenplan in zwei Minuten: Gemeindepräsident Thomas Bitschnau meistert seine Premiere in Berg

Der neue Berger Gemeindepräsident kommt mit allen Anträgen an der Gemeindeversammlung durch. Die Gemeinde rechnet für das laufende Jahr mit einem Defizit.

Mario Testa
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Der Gemeinderat von Berg an der Versammlung vom Freitagabend. Präsident Thomas Bitschnau kann nach etwas über einer Stunde zum Apéro bitten.

Der Gemeinderat von Berg an der Versammlung vom Freitagabend. Präsident Thomas Bitschnau kann nach etwas über einer Stunde zum Apéro bitten.

(Bild: Mario Testa)

Andernorts dauert die Debatte Stunden, in Berg reichen zwei Minuten, um den neuen Zonenplan abzusegnen. Dieses Traktandum, nebst dem Budget der gewichtigste Punkt auf der Liste, erledigt Gemeindepräsident Thomas Bitschnau im Eiltempo. Er erklärt ganz kurz die Sachlage, die Diskussion wird nicht benützt und der neue Zonenplan bei nur einer Gegenstimme angenommen.

Budget

Defizit im laufenden Jahr

Im Budget für das Jahr 2020 rechnet der Gemeinderat bei einem Gesamtaufwand von 6,44 Millionen mit einem Defizit von rund 237'000 Franken. In allen Ressorts steigen die Kosten leicht, auf der anderen Seite sollen auch die Steuereinnahmen zulegen. Einstimmig bewilligen die Stimmberechtigten das Budget und den gleichbleibenden Steuerfuss von 42 Prozent. 

Auch das Budget weckt keinen Diskussionsbedarf unter den 238 anwesenden Stimmberechtigten. Thomas Bitschnau informiert darüber, dass die Gemeindeverwaltung wegen der hohen Arbeitslast um 50 Stellenprozente ausgebaut wird.

«Wir wollen für Sie auch die Wartezeiten kurz halten»
Thomas Bitschnau, Gemeindepräsident Berg TG.

Thomas Bitschnau, Gemeindepräsident Berg TG.

(Bild: Mario Testa)

Im Bereich der Technischen Betriebe rechnet Berg in Zukunft mit höheren Energiepreisen, vor allem im Bereich Strom. Deshalb steigen die Bezugskosten leicht. «Wir wälzen die höheren Kosten jedoch nicht vollumfänglich auf die Verbraucher ab. Einen Teil finanzieren wir aus der Tarifausgleichsreserve.»

Fünf Kredite über knapp zwei Millionen Franken

Die Einbürgerungsgesuche eines Deutschen und eines Kosovaren werden mit jeweils knapp über 200 Zustimmungen gutgeheissen. Auch alle fünf Kreditanträge über insgesamt knapp zwei Millionen Franken – vier für Sanierungen von Strassen, Werkleitungen und Schiessanlagen sowie ein Planungskredit für die Sanierung des alten Gemeindehauses – werden einstimmig bis grossmehrheitlich angenommen.

Bei den Wasserleitungssanierungen werde noch mehr auf die Gemeinde zukommen.

«Die vielen Brüche betreffen vor allem Leitungen aus den 1970er-Jahren, als schlechtes Material verbaut wurde»

antwortet Bitschnau auf eine entsprechende Frage. «Wir können nicht alle aufs Mal sanieren, deshalb kommen diejenigen in besonders schlimmem Zustand zuerst dran», sagt er und kann wenig später bereits zum Neujahrsapéro überleiten.

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