Zihlschlacht-Sitterdorf übt beim Strassenunterhalt im Jahr 2019 Zurückhaltung

Rund 270'000 Franken beträgt der Verlust im Budget 2019 der politischen Gemeinde. Der Steuerfuss bleibt gleich, denn noch ist genug frei verfügbares Eigenkapital vorhanden.

Georg Stelzner
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Heidi Grau, Gemeindepräsidentin von Zihlschlacht-Sitterdorf, sieht sich den detaillierten Voranschlag für 2019 an. (Bild: Georg Stelzner)

Heidi Grau, Gemeindepräsidentin von Zihlschlacht-Sitterdorf, sieht sich den detaillierten Voranschlag für 2019 an. (Bild: Georg Stelzner)

«Wir hatten in jüngster Vergangenheit finanziell sehr gute Jahre, weshalb der budgetierte Verlust verkraftbar ist», erklärt Gemeindepräsidentin Heidi Grau.

Bei einem Aufwand von 6,093 Millionen Franken und einem Ertrag von 5,824 Millionen Franken weist der Voranschlag für das kommende Jahr ein Minus von 269'240 Franken aus. Was die Steuereinnahmen anbelangt, ist mit einem Ertragsrückgang von etwa 180'000 Franken zu rechnen.

Der Umstand, dass die Politische Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf frei verfügbares Eigenkapital von rund 2 Millionen Franken hat, rechtfertigt nach Einschätzung Graus den Entscheid, den Steuerfuss bei 55 Prozent zu belassen, zumal auch keine grossen Kreditbegehren in Sicht seien.

Kostensteigerung im Gesundheitswesen

Kostensteigerung im Gesundheitswesen Ein Blick auf die hauptsächlichen Kostenverursacher fördert nichts Neues zutage. In den Bereichen der ambulanten Krankenpflege und der Pflegefinanzierung bereiten die nach wie vor steigenden Kosten Kopfzerbrechen.

Dies gilt auch für die unvermindert hohen Aufwendungen für die gesetzliche wirtschaftliche Hilfe (früher: Sozialhilfe). Diese Faktoren belasten das Budget erheblich. Die Crux: Diese Kosten sind kaum zu beeinflussen und nur schwer zu prognostizieren.

Vor dem Hintergrund dieser negativen Entwicklung ist der Gemeinderat gezwungen, Gegensteuer zu geben. Laut Heidi Grau tut die kommunale Behörde das, indem sie die Aufwendungen für den allgemeinen Strassenunterhalt in der Erfolgsrechnung kürzt.

Abwartende Haltung des Gemeinderats

Die Gemeindepräsidentin gibt zu bedenken, dass der Strassenunterhalt einer der wenigen Posten überhaupt sei, dessen Kosten man selber regulieren könne. Um den Zustand der Gemeindestrassen müsse aber niemandem bange sein, beruhigt Heidi Grau: «Wir haben in letzter Zeit viel Geld in den Unterhalt gesteckt, und können es uns deshalb leisten, jetzt etwas kürzer zu treten.»

Im Voranschlag für das Jahr 2019 sind immer noch 155'000 Franken für Sanierungsarbeiten eingesetzt, und rund 500'000 Franken scheinen in der Investitionsrechnung auf.

Einen Blick in die Zukunft werfend, geht Heidi Grau davon aus, «dass es in finanzieller Hinsicht sicher enger wird». Vorerst wolle der Gemeinderat aber abwarten und beobachten, ob sich ein negativer Trend einstellt. Ein akuter Handlungsbedarf besteht nach Ansicht der Gemeindepräsidentin momentan nicht.

Die Gemeindeversammlung der Politischen Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf findet am Mittwoch, 28. November, 20 Uhr, in der Mehrzweckhalle von Zihlschlacht statt.