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Zihlschlacht-Sitterdorf hat sieben "besonders wertvolle" Bauten

Die Gemeinde hat den Schutzplan «Kultur- und Naturobjekte» überarbeitet. Er trägt dazu bei, schöne Ortsbilder und Landschaften zu erhalten. Probleme mit der Akzeptanz gibt es nur wenige.
Georg Stelzner
Das 1662 errichtete ehemalige Gerichtshaus an der Kirchstrasse in Zihlschlacht. (Bild: Georg Stelzner)

Das 1662 errichtete ehemalige Gerichtshaus an der Kirchstrasse in Zihlschlacht. (Bild: Georg Stelzner)

«Die Leute sind grossteils stolz auf ihre Liegenschaften und haben ein Interesse daran, wertvolle Objekte zu schützen», stellt Heidi Grau erfreut fest. Die Gemeindepräsidentin kann diese Einschätzung untermauern: Im Rahmen der Ende 2018 durchgeführten öffentlichen Auflage kam es nur zu neun Einsprachen.

In einer Gemeinde mit so vielen Kulturobjekten, zu denen auch je zwei Höhlen und Burgstellen gehören, ist das wenig. Geschützte Naturobjekte sind Trocken- und Feuchtstandorte, Hecken, Bachgehölze, einzelne Bäume sowie Hochstamm-Obstgärten.

Weniger Bauten mit Status "wertvoll"

Während bei einzelnen Naturobjekten nur Parzellennummern angepasst wurden, es ansonsten aber keine Änderungen gab, sah es bei den Kulturobjekten etwas anders aus.

Hier verloren laut Nik Studach, Leiter Bauverwaltung, sechs Objekte, die bisher als «wertvoll» eingestuft wurden, ihren Status. Fünf habe man in die Kategorie «bemerkenswert» zurückgestuft, ein Gebäude in Leutswil sei vor Jahren einem Brand zum Opfer gefallen.

Vollständige und integrale Erhaltung

Im revidierten Schutzplan scheinen noch 79 Kulturobjekte auf (vorher: 85). In drei Fällen besteht eine Diskrepanz bei der Einschätzung. Während die kantonale Denkmalpflege diese Objekte als «wertvoll» klassiert, ist der Gemeinderat Zihlschlacht-Sitterdorf gegenteiliger Meinung.

Wie bisher werden sieben Objekte als «besonders wertvoll» eingestuft, was bedeutet, dass sie gemäss Gesetz «vollständig und integral zu erhalten» sind. Zu diesen Bauten zählen unter anderem das ehemalige Gerichtshaus in Zihlschlacht, das alte Pfarrhaus und die reformierte Kirche in Sitterdorf, die alte Post in Zihlschlacht sowie die Kapelle Degenau.

Gemeindepräsidentin Heidi Grau und Nik Studach, Leiter Bauverwaltung, blättern im Hinweisinventar der kantonalen Denkmalpflege. (Bild: Georg Stelzner)

Gemeindepräsidentin Heidi Grau und Nik Studach, Leiter Bauverwaltung, blättern im Hinweisinventar der kantonalen Denkmalpflege. (Bild: Georg Stelzner)

Eine Überarbeitung des Schutzplans findet im Rahmen der Ortsplanungsrevision in Intervallen von zehn bis 15 Jahren statt. Heidi Grau hält dieses Vorgehen für richtig: «Nach einer gewissen Zeit sollte man hinterfragen, ob eine Klassierung noch sinnvoll und nützlich ist.»

Die Kompetenz, Objekte in den Schutzplan aufzunehmen, liegt beim Gemeinderat, der kantonalen Denkmalpflege wird aber eine beratende Funktion eingeräumt. «Die Zusammenarbeit mit dem Kanton ist gut», betont Nik Studach. Er ist auch überzeugt, dass das Gesetz einen genügend grossen Spielraum zulässt, um bei Differenzen einen vernünftigen Kompromiss erzielen zu können.

Dörfer sollen keine Freilichtmuseen sein

Für die Gemeindepräsidentin ist der gegenseitige Respekt ein entscheidender Faktor. Es sei wichtig, die Eigentümer mitreden zu lassen. Sie dürften nicht das Gefühl haben, sich einem Diktat der Gemeinde beugen zu müssen.

Für die kantonale Denkmalpflege findet Heidi Grau anerkennende Worte: «Sie ist gegenüber neuen Technologien jetzt aufgeschlossener als früher.» So sei die Chance grösser, dass auch geschützte Objekte weiterhin bewohnt werden.

Hinweisinventar kennt vier Kategorien

Die Natur und Landschaften sowie das kulturgeschichtliche Erbe sind laut kantonalem Gesetz zum Schutz und zur Pflege der Natur und Heimat vom 8. April 1992 zu schützen und zu pflegen. Die politischen Gemeinden haben diesen Schutz und die Pflege der erhaltenswerten Objekte in erster Linie durch Reglemente und Nutzungspläne nach Planungs- und Baugesetz sicherzustellen. Die erfassten Bauten werden - abgestuft nach ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung» - als «besonders wertvoll», «wertvoll» oder «bemerkenswert» klassiert. Bauten, die keiner dieser drei Kategorien zugeordnet wurden, werden im Hinweisinventar als «aufgenommen» bezeichnet. (st)

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