ZIHLSCHLACHT-SITTERDORF
Die Möglichkeit des Gestaltens reizt ihn an der politischen Funktion in der Wohnortgemeinde

Durch die Wahl von Gemeinderat Christian Hinterberger zum neuen Gemeindepräsidenten von Zihlschlacht-Sitterdorf wird in der kommunalen Exekutive ein Sitz frei. Um diesen bewirbt sich der nebst zwei anderen der parteilose Christian Fisch.

Georg Stelzner
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Christian Fisch während des Interviews mit der «Thurgauer Zeitung.»

Christian Fisch während des Interviews mit der «Thurgauer Zeitung.»

Bild: Arthur Gamsa (Zihlschlacht, 14. Mai 2021)

«Die Möglichkeit, mein Wissen einzubringen und auf Gemeindeebene etwas zu bewirken, hat mich bewogen, für den frei werdenden Sitz zu kandidieren», sagt Christian Fisch. Gedanken über einen solchen Schritt habe er sich schon längere Zeit gemacht, und nun biete sich diese Chance.

Als er von einem befreundeten Mitglied des Gemeinderates angefragt und ermuntert wurde, habe er deshalb nicht lange überlegen müssen. Zumal er auch die volle Unterstützung der Familie geniesse. «Ich übernehme gerne Verantwortung», ergänzt der 47-Jährige. Beruf, Privatleben und politisches Amt liessen sich in seinem Fall auch gut miteinander vereinbaren, sagt Fisch. Die Zeit bis zur Wahl betrachtet er als neue, bereichernde Erfahrung in seinem Leben.

Loyalität und Ausdauer zählen zu den Stärken

Fisch ist überzeugt, dass ihm seine beruflichen Kenntnisse aus dem Baugewerbe auch im Gemeinderat wertvolle Dienste leisten könnten. Er charakterisiert sich als «Realist mit Fantasie», der Aufgaben pragmatisch zu lösen versuche. Die beratende Funktion im Beruf habe ihn geprägt, erklärt Fisch. Er sei es gewohnt, Dinge abzuwägen und zu organisieren. Pflichtbewusstsein, Loyalität und Ausdauer zählt er zu seinen Stärken, den Hang zum übertriebenen Perfektionismus würde er gerne abbauen.

Den Umstand, dass er auf der politischen Bühne ein Quereinsteiger wäre, misst er keine grosse Bedeutung bei. Er kenne die Mechanismen in einem Gremium, das Entscheidungen zu treffen hat, sagt der Kandidat unter Hinweis auf seine frühere Tätigkeit im Vorstand des Judo-Clubs Toggenburg, wo er als Kassier fungierte.

Mitte rechts im politischen Spektrum

An Zihlschlacht-Sitterdorf schätzt Fisch den ländlichen Charakter. Der Schutz der Umwelt ist ihm daher wichtig. Dass sich viele Einwohner persönlich kennen und es in der Gemeinde ein reges Vereinsleben gibt, gefällt ihm besonders. Fisch sieht denn auch in keinem Bereich einen akuten Handlungsbedarf. Wenn man Veränderungen ins Auge fasse, dann müssten diese wohlüberlegt sein, sagt er.

Christian Fisch im Garten seines Wohnhauses in Zihlschlacht.

Christian Fisch im Garten seines Wohnhauses in Zihlschlacht.

Bild: Arthur Gamsa (Zihlschlacht, 14. Mai 2021)

Einer politischen Partei gehört Fisch nicht an, wenngleich er gewisse Sympathien für die SVP erkennen lässt. Die Frage nach seiner weltanschaulichen Positionierung beantwortet er so: «Im politischen Spektrum stehe ich Mitte rechts.» Einen Parteibeitritt schliesst Fisch jedoch aus. Er wolle seine Unabhängigkeit behalten, betont er.

Im Falle einer Wahl könnte sich Fisch vorstellen, zwei bis drei Amtsdauern dem Gemeinderat anzugehören. «Als Gemeinderat sollte man nicht nach vier Jahren schon wieder aufhören, denn es braucht auch eine gewisse Zeit zur Einarbeitung», schildert er seinen Standpunkt.

Es gibt drei Kandidierende für einen freien Sitz im Gemeinderat Zihlschlacht-Sitterdorf. Das Trio stellt sich am Dienstag, 1. Juni, 20 Uhr, in der Mehrzweckhalle von Zihlschlacht vor. Die Ersatzwahl (erster Wahlgang) findet am Sonntag, 13. Juni 2021, statt.

Zur Person

Christian Fisch wurde am 23. Februar 1974 in Wattwil geboren und wuchs in Ebnat-Kappel auf. Er absolvierte eine Lehre als Spengler/Sanitär und Installateur und arbeitete zunächst im elterlichen Betrieb. Heute ist er eidg. dipl. Spenglermeister und steht im Dienste der Firma Paul Bauder AG in Küssnacht am Rigi, die als Europas führender Hersteller von Dachsystemen gilt. Zur Vita des Kandidaten gehört auch ein zweimaliger, beruflicher Aufenthalt in Australien. Fisch ist ledig und lebt seit fünf Jahren in einer festen Beziehung, zu der auch zwei schulpflichtige Kinder gehören. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit der Familie, vorzugsweise in der freien Natur. Zu seinen Hobbys gehören Wandern, Biken und Judo sowie Ski- und Motorradfahren. (st)