ZIHLSCHLACHT-SITTERDORF
Auch im Pyjama vor Feuer gut geschützt

Die Feuerwehr Felsenholz hat eine neue Schutzausrüstung erhalten. Die leichte, robuste und widerstandsfähige Kleidung soll für die nächsten zehn bis 15 Jahre gute Dienste leisten.

Christof Lampart
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Vor der Übung nehmen die Angehörigen der Feuerwehr Felsenholz am Montagabend die neue Schutzkleidung in Empfang.

Vor der Übung nehmen die Angehörigen der Feuerwehr Felsenholz am Montagabend die neue Schutzkleidung in Empfang.

Bild: Christof Lampart (Zihlschlacht, 28. Juni 2021)

Bei strömenden Regen fanden sich die Angehörigen der Feuerwehr (AdF) Felsenholz am Montagabend beim Feuerwehrdepot an der Bernhauserstrasse in Zihlschlacht ein, um - vorgängig zu einer Übung - die neue Schutzkleidung zum ersten Mal und sichtlich stolz öffentlich zu präsentieren.

Zwar erhielt die Feuerwehr Felsenholz die Schutzkleidung schon im April 2020, doch aufgrund des weitgehenden Versammlungsverbotes während der Coronapandemie wurden im letzten Jahr keine Übungen durchgeführt, womit man sich auch nicht als ganzes Team zum Gruppenfoto treffen konnte. Was nun am Montag nachgeholt wurde.

Ende des Lebenszyklus war erreicht

Die alte Schutzkleidung stammte noch aus dem Jahr 2007. Da sich die Feuerwehren von Zihlschlacht-Sitterdorf und Hohentannen erst auf Anfang 2012 zum Zweckverband Feuerwehr Felsenholz zusammenfanden, hatte dies zur Folge, dass die Angehörigen der Feuerwehr Felsenholz in Sachen Schutzausrüstung bis dato noch im ungleichen Tenü ans Werk gingen, wenn es darum ging, einen Brand zu löschen oder andere Katastrophen zu bekämpfen.

Xaver Jans, Gemeinderat und Präsident der Feuerwehrkommission.

Xaver Jans, Gemeinderat und Präsident der Feuerwehrkommission.

Bild: Christof Lampart (Zihlschlacht, 28. Juni 2021)

Doch dies ist nun Vergangenheit. «Unser Beschaffungskonzept für die Jahre 2020 bis 2026 sah vor, dass wir in diesem Bereich etwas unternehmen sollten. Schliesslich hat so eine Schutzkleidung eine Lebensdauer von zehn bis fünfzehn Jahren. Auch wurden wir vom Feuerwehrexperten dazu angehalten, etwas in der Sache zu tun», erklärte der Präsident der Feuerwehrkommission Zweckverband Feuerwehr Felsenholz und Gemeinderat von Zihlschlacht-Sitterdorf, Xaver Jans, am Montagabend.

Viel Geld, aber im Verhältnis nicht teuer

Seit sich die Feuerwehren der Gemeinden Zihlschlacht-Sitterdorf und Hohentannen im Jahr 2012 zur Feuerwehr Felsenholz zusammengeschlossen hatten, besassen alle Angehörigen der Feuerwehr noch ihre alte und somit auch unterschiedliche Schutzkleidung. Das ist nun vorbei. «Eine Feuerwehr, eine Uniform lautet nun das Motto», sagt Xaver Jans, der Präsident der Feuerwehrkommission.

«Nach 10 bis 15 Jahren ist so eine Kleidung einfach ‹durch›, da die Schutzmembrane bei den Einsätzen entsprechend beansprucht werde. Und da unsere alte Schutzkleidung aus dem Jahr 2007 stammt, war es nun an der Zeit.»

Insgesamt wurden rund 90 Schutzkleidungen angeschafft. Womit die öffentliche Hand, bei einem Preis von 1100 Franken je Montur, insgesamt an die 100'000 Franken für die Schutzausrüstung bezahlt. Was im ersten Moment nach sehr viel Geld klingt, relativiert sich jedoch, wenn man weiss, was beispielsweise ein teurer Skianzug kostet und was die neue Feuerwehr-Schutzkleidung zu leisten imstande sein muss.

Das Aus- und Anziehen ist keine Hexerei

Tatsächlich sind die Anforderungen bezüglich Tragekomfort und Schutz umfangreich. Die Schutzkleidung muss gleichermassen «dicht» bezüglich Feuer, Wärme, Chemikalien und Wasserdampf sein. Zugleich müssen aber die schützende Goretex-Membrane gewährleisten, dass Wärme und Feuchtigkeit problemlos den Weg nach draussen finden.

Auch in der Handhabung ist die auf die persönliche Grösse eine(r) jeden Feuerwehrmannes bzw. -frau angepasste Kleidung ganz einfach. «Theoretisch könnten Sie nackt in die Schutzkleidung steigen – der Schutz wäre absolut gewährleistet», sagt Xaver Jans, der schmunzelnd hinzufügt:

«Es ist schon vorgekommen, dass Leute in der Eile keine Zeit mehr hatten, ihr Pyjama auszuziehen und dementsprechend vor Ort erschienen.»

Was passiert nun mit der alten Schutzkleidung? Xaver Jans sagt dazu: «Zwei, drei Stücke werden wir wohl noch behalten, sozusagen für unser privates Feuerwehrarchiv. Den Rest werden wir entsorgen. Denn im Gegensatz zu anderen Ausrüstungen wie Schläuche oder Fahrzeuge werden Dinge, die persönlich getragen wurden, in der Regel nicht an andere Feuerwehren weitergegeben.»