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Erhitzte Gemüter im Regionalfussball

Der FC Kreuzlingen und der FC Tägerwilen sind derzeit nicht mehr gut aufeinander zu sprechen. Ein Vorfall an einem Grümpelturnier, der eine Spielersperre für fast eine ganze Saison nach sich zieht, führt zu einem verbalen Schlagabtausch via Vereins-Homepages.
Matthias Hafen
Die Schiedsrichter hatten am Grümpelturnier des FC Tägerwilen einiges zu tun. (Symbolbild)

Die Schiedsrichter hatten am Grümpelturnier des FC Tägerwilen einiges zu tun. (Symbolbild)

Zwischen dem FC Kreuzlingen und dem FC Tägerwilen fliegen derzeit die Fetzen, oder besser gesagt die Bits und Bytes. Auf ihren jeweiligen Internetseiten bezichtigen die beiden Clubs den jeweils anderen, sich unredlich benommen zu haben. Der Streit, der auch den Ostschweizer Fussballverband (OFV) beschäftigt, hat seinen Ursprung am Grümpelturnier des FC Tägerwilen, das Mitte Juni stattfand.

Daniel Geisselhardt, Präsident des FC Kreuzlingen (Bild: Mario Gaccioli)

Daniel Geisselhardt, Präsident des FC Kreuzlingen (Bild: Mario Gaccioli)

An diesem Plauschturnier muss sich ein Spieler, der zum 3.-Liga-Kader des FC Kreuzlingen gehört, angeblich derart danebenbenommen haben, dass er nun vom OFV bis Ende März 2019 gesperrt und der Club in Solidarhaftung mit einer Busse von 800 Franken belegt wurde. Von Tägerwiler Seite ist zu hören, dass es sogar zu Morddrohungen gegen Schiedsrichter gekommen sei, was Kreuzlingens Präsident Daniel Geisselhardt indes nicht glauben kann. Der Einblick in den Schiedsrichterrapport wurde dem FC Kreuzlingen seitens des OFV verwehrt, wie Geisselhardt sagt. «Ich finde, hier wurde aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Wohlverstanden, ich verurteile jegliches Fehlverhalten unserer Spieler und finde, ein solches gehört auch sanktioniert.» Er hätte in diesem Fall aber erwartet, dass die Sache am Grümpelturnier zwischen Spieler, Schiedsrichtern und Jury erledigt worden wäre.

Konsequenzen bis in die Meisterschaft

René Matzinger, Präsident des FC Tägerwilen (Bild: Mario Gaccioli)

René Matzinger, Präsident des FC Tägerwilen (Bild: Mario Gaccioli)

Weil dies nicht der Fall war und nachdem der FC Kreuzlingen auch mit einer Einsprache beim OFV erfolglos blieb, machte der Verein den Fall unter dem Titel «Eigentor des FC Tägerwilen» auf seiner Webseite publik – mit der Absegnung durch Präsident Geisselhardt, der sich zu diesem Zeitpunkt in den Ferien in Übersee aufhielt. Im Text hiess es unter anderem, dass der fehlbare FCK-Spieler wegen einer Lappalie des Feldes verwiesen worden sei und «der nachfolgende Wutausbruch von Jury und Schiedsrichtern dazu benutzt wurde, einen dramatisch aufgeladenen Rapport an den Verband zu senden». Dass es überhaupt zu der drastischen Sperre des FCK-Spielers kommen konnte, ist dem Umstand geschuldet, dass der FC Tägerwilen an seinem Grümpelturnier offizielle Schiedsrichter des OFV einsetzt und angeblich gleich mehrere davon das Fehlverhalten des Kreuzlinger Spielers entsprechend an den Verband rapportierten. Während dies bei anderen Grümpelturnieren nicht der Fall ist, hat im Tägerwiler «Grümpis» also der Verband die Finger im Spiel. Entsprechend können Fehlverhalten Auswirkungen auf die Meisterschaften haben. «Allen Teilnehmern war das durch die Anmeldung und die Akzeptanz der Turnierbedingungen bekannt», sagt René Matzinger, Präsident des FC Tägerwilen. Sein Verein handhabe das beim Grümpelturnier seit 20 Jahren so. «Dadurch wird die Einhaltung der Fussball- und Fairnessregeln gewährleistet und es werden unfallfreie und regelkonforme Spiele ermöglicht.»

Kreuzlingen trat nicht zum 3.-Liga-Turnier an

Matzinger konnte das verbale Nachtreten des FC Kreuzlingen via Vereinshomepage nicht nachvollziehen – und schon gar nicht, dass der FC Kreuzlingen daraufhin seine zweite Mannschaft kurzfristig vom 3.-Liga-Saisonvorbereitungsturnier des FC Tägerwilen zurückzog. «Das wird sicher auch zum Thema beim OFV», mutmasst Matzinger. Die Massnahmen des FC Kreuzlingen gingen in diesem Fall weit über das Konkurrenzverhalten der beiden Vereine hinaus.

Kreuzlingens Präsident Geisselhardt kündigte an, er wolle den Fall nach seiner Rückkehr aus Kanada im Vorstand des FCK nochmals besprechen. Er denke nicht, dass allfällige Sanktionen auf die Junioren ausgeweitet würden, wie dies im Text auf der Vereinshomepage angedeutet wurde. Vielleicht trug auch der heisse Sommer dazu bei, dass sich bei den beiden Vereinen die Gemüter bis zu diesem Eklat erhitzen konnten.

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