Wuppenauer meldet dem Veterinäramt eine Schafherde ohne Wasser und erhält eine fehlerhafte Antwort

Werner Schönenberger aus Wuppenau hat das Veterinäramt über eine Schafherde ohne Wasser informiert. Erhalten hat er eine äusserst formale Antwort. Hinter der Geschichte steckt jedoch auch ein persönlicher Zwist.

Sabrina Bächi
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Eine Schafherde bei Remensberg war ohne Wasser auf der Weide. (Bild: Reto Martin)

Eine Schafherde bei Remensberg war ohne Wasser auf der Weide. (Bild: Reto Martin)

«Zuerst die Tiere, dann die Formalitäten.» Werner Schönenberg ist enttäuscht. Am Donnerstag entdeckte er unterhalb seines Wohnortes Remensberg eine Schafherde, die ohne Wasser auf der Weide war. Sofort meldete er den Missstand beim Veterinäramt – mit der Frage, ob denn das Veterinäramt nichts aus dem Fall Hefenhofen gelernt hat.

Die Antwort kam am Freitagmorgen: «Beschwerden sind schriftlich einzureichen», lässt das Sekretariat des Veterinäramts ausrichten. Werner Schönenberger soll das Formular «Tierschutzmeldung» korrekt ausfüllen, unterzeichnen und bis am 7. März dem Amt zustellen.

Werner Schönenberger. (Bild: PD)

Werner Schönenberger. (Bild: PD)

«Sollten wir innert Frist nichts weiter von Ihnen vernehmen, gehen wir davon aus, dass Sie auf das Einreichen einer Tierschutzmeldung verzichten, wonach wir die Angelegenheit als mit diesem Schreiben für erledigt betrachten», heisst es im Mail weiter. Doch wie soll Werner Schönenberger ein Formular einreichen, wenn die Frist bereits verstrichen ist?

Schönenberger fordert Köpferollen

«Ich bin vielleicht brutal, aber sicher nicht gegen die Tiere», sagt Schönenberger. «Sie hätten doch den Tierhalter anrufen und der Sache nachgehen müssen.» Der Fall Hefenhofen hat ihn erschüttert.

Dass seiner Meinung nach keine Köpfe rollen – vor allem jene von Kantonstierarzt Paul Witzig und Regierungsrat Walter Schönholzer – erstaunt ihn. Mehrfach habe er dies dem Regierungsrat und dem Veterinäramt mitgeteilt.

Kantonstierarzt Paul Witzig. (Bild: Donato Caspari)

Kantonstierarzt Paul Witzig. (Bild: Donato Caspari)

Kantonstierarzt Paul Witzig kennt die Mails von Werner Schönenberger. «Er bezieht sich darin immer auf den Fall Hefenhofen und fordert stets ein Köpferollen», bestätigt er auf Anfrage. Bei der aktuellen Meldung wegen des fehlenden Wassers relativiert der Veterinär:

«Kein Wasser ist nicht immer gleichermassen gravierend.»

Im Winter wenn es nicht so heiss ist und das Gras morgens noch feucht, trinken die Schafe nicht gleich viel. «Es ist nicht nötig, dass wir dann bei so einer Meldung gleich losspringen», erklärt er. Es gebe aber durchaus Situationen, in denen das Amt sehr schnell handle. «Wir müssen das nach verschiedenen Kriterien beurteilen», sagt Witzig.

Ausserdem gebe es Personen, die Vorfälle sachlich melden, die das Amt sehr ernst nehme. Im vorliegenden Fall sei es aber auch ein Vorwurf grundsätzlicher Art, meint der Kantonstierarzt. «Wir prüfen jede Meldung», sagt er.

Die Tiere brauchen Wasser

Der Fall Hefenhofen habe zudem gezeigt, wie wichtig es ist, schriftliche Meldungen einzufordern, damit sie bei rechtlichen Verfahren verwendet werden können. Trotzdem hat das Veterinäramt die Herde am Freitag überprüft.

Fazit: Einige Schafe wurden für die Schlachtung von der Herde abgetrennt und hatten kein Wasser. «Wir haben den Tierhalter darauf hingewiesen, dass er allen Tieren Wasser zur Verfügung stellen muss.»

Dass Schönenberger seine Beschwerde jedoch bis einen Tag vor erhalten des Mails hätte einreichen müssen, sei ein Schreibfehler, gibt Witzig zu. «Ich werde das noch persönlich überprüfen.»