Wuppenau
Finanzielle Schwierigkeiten waren der Auslöser: Eine Chronik zeigt die 50-jährige Geschichte der Gemeinde am Nollen

Die Politische Gemeinde Wuppenau entstand aus drei Ortsgemeinden im Jahr 1971. Nun feiert sie ihr Jubiläum und als Geschenk gibt es für alle Einwohner ein Chronik. Sie zeigt die Veränderungen von gestern und wagt einen Ausblick auf Morgen.

Sabrina Bächi
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Eine Luftaufnahme von Welfensberg von 1968. Sie ist in der Chronik abgebildet.

Eine Luftaufnahme von Welfensberg von 1968. Sie ist in der Chronik abgebildet.

Bild: PD

Das Geburtstagskind heisst Gemeinde Wuppenau. Und als Geschenk zum Fünfzigsten gibt es eine Chronik. «Wuppenau gestern-heute-morgen» heisst das 70 Seiten umfassende Buch. Diesen Sonntag wird es offiziell vorgestellt und ist danach für die Einwohner der Gemeinde gratis auf der Verwaltung abzuholen. Die Buchvernissage findet im Rahmen der sogenannten Grenzwanderung statt (siehe Kasten).

Grenzwanderung in Wuppenau

Im Zuge des Jubiläums organisiert der Waldverein Wuppenau eine Grenzwanderung, bei der man die insgesamt 24 Kilometer lange Grenze der Gemeinde abläuft. Als erste Etappe starten interessierte Einwohnerinnen und Einwohner von Wuppenau über Waldwies und Leuberg nach Heiligkreuz. Dort findet die Buchvernissage statt.

Die Chronik ist in einer Arbeitsgruppe von Einwohnern, Gemeinderäten und in Zusammenarbeit mit Historiker Werner Warth entstanden. Warth ist freischaffender Archivar, aber auch Stadtarchivar und Museumsleiter von Wil. Er hat ein Buchkonzept erstellt, welches von der Arbeitsgruppe verabschiedet wurde. «Ursprünglich sollte es eine Ergänzung zur bereits bestehenden Chronik von 1983 werden», sagt Warth. «Doch die Gelegenheit 50 Jahre einer Gemeinde zusammenfliessen zu lassen ist einzigartig, deshalb ist es nun eine umfangreich bebilderte neue Chronik geworden.»

Die Strassen waren nicht gut genug für Autos

Historisch beginnt die Chronik aber nicht erst im Jahr 1971, sondern macht Abstecher in frühere Zeiten. Der Fokus liegt aber klar auf der Entstehung und Entwicklung der Politischen Gemeinde Wuppenau. Der Ursprung dieser Gemeinde liegt bei Strassen und Trinkwasser. Die drei Ortsgemeinden Heiligkreuz, Wuppenau und Hosenruck sahen sich einer volkswirtschaftlichen Entwicklung gegenüber, derer sie nicht gewachsen waren.

Wuppenau früher-heute

Viele Einwohner konnten sich ein Auto leisten, nur waren die Strassen gemacht für Ross und Wagen. Auch gab es Zuzüger, doch das Wasserleitungswerk konnte dem Bevölkerungswachstum nicht Schritt halten. Aus finanziellen Gründen schloss man sich schliesslich zusammen.

Gemeindepräsident Martin Imboden beschreibt dies im Vorwort folgendermassen: «Weitsichtige Bürgerinnen und Bürger, welche die Auswirkungen der neu gewonnenen Mobilität für das Gemeindewesen und die Stärken dieser neuen Politischen Gemeinde erkannten, ebneten so den Weg für einen atemberaubenden Entwicklungszyklus.» Was früher die Mobilität war, sei heute die Digitalisierung. Die Chronik wirft deshalb auch einen Blick voraus in die nahe Zukunft, was für Möglichkeiten sich dadurch der ländlichen Gemeinde bieten.

Viele Bilder von Wuppenauer Einwohnern

Bildtechnisch hat die Chronik einiges zu bieten. «Besonders gelungen finde ich die Flugaufnahmen aus den 1970er Jahren. Wir haben mit einem Drohenpilot die gleichen Sujets noch einmal fotografiert», sagt Archivar Werner Warth. Dadurch könne man nun vergleichen, welche Ortsteile gewachsen und welche fast gleich geblieben sind.

Einem Aufruf folgend brachten auch viele Einwohner Bilder aus ihren Privatsammlungen. «Sie kannten die Geschichte dahinter noch, deshalb konnten wir sie gut gebrauchen», sagt Warth. Die Schwierigkeit sei gewesen, eine Auswahl zu treffen. Generell sei es schwierig, die umfangreiche Geschichte auf 70 Seiten zusammen zu fassen.

Die Chronik befasst sich mit Themen wie Bevölkerungsentwicklung, Schulgeschichte, Leben und Kultur oder die Landwirtschaft. «Interessant an der Chronik sind für mich auch die beiden Aussenansichten von Ständerat Jakob Stark und Hans Suter, Redaktor bei der Thurgauer Zeitung.» Beide hätten einen persönlichen Bezug zu Wuppenau und doch sei es spannend, wie Leute die Gemeinde von aussen wahrnehmen.