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Wo Bello baden geht: Wie die neue Hundebadi in Romanshorn bei Hündelern ankommt

Lange hörte man nichts mehr, dann ging es auf einmal ganz schnell: Am 1. August startete die Hundebadi in Romanshorn mit einem einjährigen Versuchsbetrieb.
Marco Cappellari
Nach Altnau hat jetzt auch Romanshorn eine Hundebadi. (Bild: Donato Caspari)

Nach Altnau hat jetzt auch Romanshorn eine Hundebadi. (Bild: Donato Caspari)

Ein Ort, an dem Hunde ungestört herumtollen und bädele können – und das ohne lästige Leine: Altnau hat bereits seit Jahren eine Hundebadi. Seit 1. August hat auch Romanshorn eine, zumindest Versuchsweise. Seit langem war diese den Romanshorner Hündelern versprochen worden, lange wurden sie vertröstet. Am Ende ging alles ganz schnell. Erst Anfang Juli hatten ein paar ungeduldige Hundehalter dem Stadtrat einen Standortvorschlag unterbreitet und eine Unterschriftenaktion für den ersehnten Hundebadestrand gestartet. Keine vier Wochen später verkündete der Stadtrat schliesslich den einjährigen Versuchsbetrieb auf der Wiese unterhalb der Minigolfanlage. Zusätzlich wird die Leinenpflicht auf der Surfwiese, 200 Meter weiter nördlich, zumindest zeitweise gelockert.

So schnell reagiert die Politik normalerweise nicht auf die Anliegen ihrer Bürger. Hat sich die Gemeinde Romanshorn von der Privatinitiative unter Druck setzen lassen? Oder hat das Ganze gar mit dem fast gesamterneuerten Stadtrat zu tun, der am 1. Juni seine Arbeit aufgenommen hat?

Langwierige Abklärungen nötig

Melanie Zellweger verneint, auch wenn sie Verständnis für diese Fragen habe. Die SVP-Stadträtin versichert aber, dass es Zufall war, dass die private Unterschriftensammlung und der Start des Versuchbetriebs zeitlich so nah beieinander liegen. Auch mit dem Anteil an Hundehaltern im neuen Stadtrat habe das Ganze nichts zu tun. «Soweit ich weiss, hat neben mir nur noch der Stadtpräsident einen Hund.» Doch sie gibt zu: «Der Stadtrat hat Gas gegeben, damit die Badi noch in diesem Sommer eröffnet werden konnte». Denn: «Bis es so weit war, waren umfangreiche Abklärungen zwischen der Gemeinde und dem Kanton nötig». Der Seepark Romanshorn untersteht nämlich der kantonalen Leinenpflicht.

Hier befindet sich die neue Hundebadi

Angestossen hatte die Idee Zellweger selbst, und zwar zu Beginn der letzten Legislaturperiode vor fünf Jahren. Inspiriert von Altnau hatte sie angeregt, eine Hundebadi in die Seeuferplanung aufzunehmen. «Da das Projekt kantonal eine geringe Priorität hatte, kam es erst in diesem Frühjahr zur Uferbegehung mit Vertretern von Gemeinde und Kanton», sagt sie. Auf dieser Begehung seien zwei Standorte geprüft worden, unter anderem jener, der später auch von den privaten Unterschriftensammlern vorgeschlagen und am Ende ausgewählt wurde.

Zellweger ist froh, dass alles geklappt hat. «Am ersten Tag wurde die Badi bereits rege genutzt», sagt sie. Jetzt hofft sie auf Rückmeldungen aus der Bevölkerung. «Wir müssen schauen, ob Hundehalter, Spaziergänger und Badegäste miteinander auskommen.» Der Versuchsbetrieb dauert bis 31. Juli 2020. «Ist die Resonanz positiv, wird eine definitive Lösung gesucht.»

Die Hündeler freut's

Gülsen Sarikaya, 38, mit DaisyDetailhandel, Romanshorn

Gülsen Sarikaya, 38, mit Daisy
Detailhandel, Romanshorn

«Ich habe auf Facebook und in der Zeitung von der Hundebadi erfahren. Es war schon lange Zeit dafür, denn wir haben sehr viele Hundehalter in Romanshorn. Es ist sehr schön hier, aber die grossen Steine am Ufer sind besonders für kleine Hunde wie Daisy ein grosses Hindernis, um alleine ins Wasser gehen zu können. Beim Kanuplatz, beziehungsweise der Surfwiese, geht das viel einfacher. Dort bin ich bisher auch immer mit meinem Hund baden gegangen. Ab jetzt werde ich hierher zur Hundebadi kommen. Denn die Hunde geniessen es, ohne Leine baden zu können.»

Lisa Ziltener, 29, mit Schwester Anna sowie Mia und RoxyPflegefachfrau, Romanshorn

Lisa Ziltener, 29, mit Schwester Anna sowie Mia und Roxy
Pflegefachfrau, Romanshorn

«Wir sind häufig hier mit den zwei Hunden. Die Hundebadi finde ich eine gute Sache, solange die Hunde auf dem dafür vorgesehenen Platz bleiben. Die Idee ist grossartig, denn es gibt sonst nicht viele Orte am See, wo man mit den Hunden ungestört baden gehen kann. Der Ort hier ist ideal, finde ich. Auf der Surfwiese kommt es manchmal vor, dass ein Hundehalter seinen Hund nicht im Griff hat oder nicht aufpasst, und unsere Hunde bedrängt werden. Besonders die Kleine hat dann panische Angst. Dort gehe ich deshalb mit meinem Hund nicht mehr hin.»

Felix van den Berg, 65, mit NanoukPensionär, St.Gallen

Felix van den Berg, 65, mit Nanouk
Pensionär, St.Gallen

«Früher gingen wir oft auf die Surfwiese, seit die Leinenpflicht hier aufgehoben wurde, kommen wir hierher. Seit 1. August waren wir bereits vier Mal hier. Hut ab, dass Romanshorn den Versuch wagt. Jetzt muss die Gemeinde aber den Mut haben, zu vergrössern. Denn solange sich die Hundehalter benehmen, sollte mehr Platz zur Verfügung gestellt werden. Wenn der Hundedreck nicht weggemacht wird, muss man natürlich büssen. Aber ansonsten erwarte ich eine gewisse Kulanz. Aber ich bin sehr glücklich, dass es hier endlich einen Ort für Hund und Mensch gibt.»

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