Wissen, was auf sie zukommt - Eine Bischofszellerin schreibt einen Ratgeber für den Hundekauf

Für ihre Maturaarbeit hat sich Jana Herzog mit dem Thema «Hunde mit Migrationshintergrund» befasst. Entstanden ist ein nützlicher Ratgeber für Hundehalter.

Barbara Hettich
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Jana Herzog stellt ihren kleinen Ratgeber über Hunde mit Migrations-Hintergrund vor. (Bild: Barbara Hettich)

Jana Herzog stellt ihren kleinen Ratgeber über Hunde mit Migrations-Hintergrund vor. (Bild: Barbara Hettich)

«Ich kann mir ein Leben ohne Hund nicht vorstellen», sagt Jana Herzog. Sie ist mit Hunden aufgewachsen und zu ihrer Familie gehören derzeit zwei Hunde, die aus Spanien stammen. «Sie bereiten uns sehr viel Freude, sind sehr sozial und geben mir viel», erzählt sie mit einem Leuchten in den Augen. Den ersten Hund mit Migrationshintergrund hätten sie aus einem Schweizer Tierheim, beim zweiten habe sich ihre Familie bewusst für einen Hund aus dem ausländischen Tierschutz entschieden.

Umfrage im Internet durchgeführt

Dass es mit Hunden aus dem Ausland Probleme geben kann, weiss Jana Herzog mittlerweile aus Erfahrung. Der eine Hund ist nach wie vor ängstlich, der zweite Hund hat einen ausgeprägten Jagdinstinkt. Ihre Familie hat sich damit arrangiert, kann damit umgehen, «wir haben uns vorgängig über die speziellen Anforderungen informiert, um den Kulturschock für die Hunde so erträglich wie möglich zu gestalten», erzählt Jana Herzog.

Dabei ist der Maturandin aufgefallen, wie schwierig es ist, an hilfreiche Informationen zu kommen. Die Idee, im Rahmen ihrer Maturaarbeit an der Pädagogischen Maturitätsschule in Kreuzlingen einen Ratgeber für Hundehalter zu erarbeiten, war somit geboren.

Der Ratgeber

Das kleine Büchlein mit dem Titel «Grenzenlose Tierliebe – Hunde aus dem ausländischen Tierschutz in der Schweiz» ist in sechs Kapitel aufgegliedert. Thematisiert werden Besonderheiten dieser Hunde, mögliche Krankheiten und Anforderungen an die Halter. Denn «Liebe allein reicht nicht.» Jana Herzog erzählt die Geschichte ihrer beiden Hunde Mona und Milo, und zeigt die Problematik auf, einen Hund aus den Ferien mit zu nehmen. Sie gibt Tipps wie man sich auf den Einzug eines solchen Hundes vorbereitet und was zu tun ist, wenn er da ist. Wenn es Probleme im Zusammenleben gibt, sagt sie, wo man Hilfe holen kann. Der Ratgeber – erschienen in einer ersten kleinen Auflage – ist in der Buchhandlung «Bücher zum Turm» in gedruckter Form erhältlich oder kann als web-pdf über jana.herzog@pmstg.ch bezogen werden. (het)

Ein Unterfangen, das nicht leicht umzusetzen war, denn Jana Herzog wollte sich nicht ausschliesslich auf die Erfahrungen ihrer Familie stützen. Sie startete eine Umfrage über das Internet-Portal «SurveyMonkey», an der 80 Personen teilnahmen, die einen Hund aus dem Auslandtierschutz aufgenommen haben.

Jana Herzog holte sich für ihre Arbeit zudem Unterstützung von zwei Hundevermittlungsorganisationen, einer Tierärztin und einer Tierpsychologin. Das Fazit aus ihrer Arbeit: «Viele Probleme sind gar nicht mehr so gross, wenn die zukünftigen Halter darauf vorbereitet sind.» Viele Hunde, welche über Schweizer Tierheime vermittelt werden, stammen ursprünglich aus Ländern in Südeuropa. Einige von ihnen wurden von überforderten Hundehaltern abgegeben, weiss Jana Herzog aufgrund ihrer Recherchen.

Die Arbeit war nicht vergeblich

Der Ratgeber soll die Menschen informieren, sie gefasst machen auf das was auf sie zukommt, wenn sie sich für einen Hund mit Migrationshintergrund entscheiden. «Und wenn das dann auch nur einem einzigen Hunde etwas nützt, war die Arbeit nicht vergeblich und auch nicht anmassend», schreibt die junge Frau im Schlusswort ihrer Arbeit.