«Wir sind auf dem Radar»: Wie es um die Pläne einer IG steht, das leerstehende Schloss Luxburg in Egnach öffentlich zugänglich zu machen

Viele Egnacher stehen zwecks Kauf und Nutzung der kleinen Burg am Bodensee mit der Stefanini-Stiftung in Kontakt. Zur Zeit wird das Anwesen vermessen.

Tanja von Arx
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Eine Interessengemeinschaft möchte die Luxburg der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Eine Interessengemeinschaft möchte die Luxburg der Öffentlichkeit zugänglich machen.

(Bild: Michel Canonica)

Zum Erstaunen vieler ist das Wahrzeichen von Egnach eine Black Box: das Schloss Luxburg. Pläne existieren keine, auch wie es im Innern der kleinen Burg von 1400 aussieht, war bis zum Tod von Inhaber und Immobiliensammler Bruno Stefanini niemandem bekannt.

Eine Interessengemeinschaft will das ändern. Vergangenen Herbst gegründet, hat sie im Sinn, das Schloss mit dem charakteristischen Türmchen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die entscheidenden Gespräche wurden per Ende 2019 erwartet, und zwar mit der Stefanini-Stiftung unter Leitung von Bettina Stefanini, der Tochter des Immobilienkönigs.

Massgebende Verhandlung steht aus

Wie Recherchen ergeben, ist man dem Ziel denn auch schon um einiges näher, allerdings hat das entscheidende Gespräch noch nicht stattgefunden. «Wir sind bei der Stefanini-Stiftung auf dem Radar und einzelne Gespräche finden fortlaufend statt», sagt Isabel Baumgartner, die vor kurzem gewählte Präsidentin der IG. Im Zentrum stünden nach wie vor ein Kauf respektive diesbezüglich die finanziellen Eckdaten sowie die mögliche Nutzung. «Es stellen sich die Fragen: Wie gross ist das Gebäude? Und was fällt unter das zugehörige Land?» Man sei dabei, die massgebenden Einzelheiten aufzulisten, die den Verkaufspreis definieren würden. «Im Zuge unserer Initiative hat das Amt für Archäologie begonnen, detaillierte Pläne erstellen zu lassen.»

Die Denkmalpflege habe sich ausserdem um aktuelle Bilder bemüht. Baumgartner sagt, die IG sei unterdessen von 50 auf 90 Mitglieder angewachsen. «Uns ist es wichtig, lokal im Gespräch zu bleiben und besonders die Bewohner der Gemeinde über unsere Absichten sowie Tätigkeiten zu informieren.» Zu diesem Zweck sei auch eine entsprechende Website aufgeschaltet worden. Die IG-Präsidentin sagt:

«Entscheidende Gespräche mit der Stiftung sind bis Mitte Jahr zu erwarten.»

Hinweis Mehr Infos unter ig-schloss-luxburg.ch

Ein Justizsitz der Konstanzer

Das Schloss Luxburg wurde Ende des 14. Jahrhunderts im altgotischen Stil erbaut. Der Zweck mag verwundern: Es ist ursprünglich ein Justizsitz des damaligen Bistums Konstanz. Später ging die Burg nah dem Bodensee in den Besitz der Patrizier von Lindau über, bevor sie Eigentum der Hallwyler wurde. 1776 erwarb Johann Girtanner das Anwesen, im Zuge dessen er bei der Ernennung zum Ritter zusätzlich den Titel «von Luxburg» erhielt. Bis vor kurzem gehörte die zirka 9000 Quadratmeter grosse Liegenschaft dem Winterthurer Immobiliensammler Bruno Stefanini. (tva)

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