Interview
«Wir sind aktuell klar defizitär», sagt Reto Bissegger, Programmveranwortlicher des Kulturforums Amriswil

Das Kulturforum Amriswil startet diesen Freitag wieder. Zu Gast ist der Kabarettist Stefan Waghubinger.

Manuel Nagel
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Reto Bissegger ist Programmverantwortlicher des Vereins Kulturforum.

Reto Bissegger ist Programmverantwortlicher des Vereins Kulturforum.

Bild: Manuel Nagel

Als Verantwortlicher für das Programm des Amriswiler Kulturforums haben Sie die Lockerungsschritte sicher sehnsüchtig erwartet.

Reto Bissegger: Ja, wir sind alle sehr froh darüber, dass wir wieder Gäste empfangen und den Akteuren eine Plattform für ihre Auftritte anbieten dürfen. Trotz der eingeschränkten Besucherzahl hält wieder ein Stück Normalität Einzug im Kulturforum.

Die Lockerungen haben erst seit Montag Gültigkeit, doch bereits diesen Freitagabend tritt Stefan Waghubinger im Kulturforum auf. Wie konnten Sie so einfach von null auf hundert hochfahren?

Unser Jahresprogramm steht seit letztem Oktober und sämtliche Vorbereitungen pro Anlass sind getroffen. So stehen wir wie die Feuerwehr bereit für den jeweiligen «Ernstfall» und können darum sehr schnell reagieren, wie man bei Waghubinger sieht. Den Künstlern geht es sehr ähnlich: Sie sind fix gebucht und sie warten bis zum letzten Moment, ob der Anlass stattfinden kann – oder eben nicht.

«TZ schenkt»

Viermal einen Eintritt für Waghubinger

Diesen Freitag, 23. April, tritt Kabarettist Stefan Waghubinger im Kulturforum Amriswil auf. Sein Programm «Jetzt hätten die guten Tage kommen können» beginnt um 20.15 Uhr. Als «federleicht und geschliffen» bezeichnete einst ein Kritiker den 54-jährigen Österreicher, der allerdings schon seit über 30 Jahren in Deutschland lebt. Nur wenige Kabarettisten könnten es mit Waghubingers Formulierungskunst aufnehmen.

Die «Thurgauer Zeitung» verlost für den Abend mit Stefan Waghubinger viermal einen Eintritt unter allen Interessierten, die bis morgen Donnerstag an gewinn@thurgauerzeitung.ch eine E-Mail schreiben. (man)

Als Verein mit ehrenamtlich tätigen Mitgliedern entstanden Ihnen während der letzten Monate keine Kosten. Inwiefern spüren Sie die Coronakrise dennoch?

Der Verein hat aus den letzten, erfolgreichen Jahren ein gesundes Finanzpolster. Da wir den Künstlern weiterhin reguläre Gagen bezahlen, die sie verdienen, sind aktuelle Veranstaltungen mit bis zu 50 Gästen für uns klar defizitär. Für dieses Spieljahr ist dies so budgetiert und für uns noch möglich. Ginge es im nächsten Jahr so weiter, müsste man gute Ideen haben, wie der Betrieb aufrecht erhalten werden soll. Wir sind aber zuversichtlich.

Nun geht’s schlag auf Schlag: In zwei Wochen am 7. Mai ist Comedian und Lokalmatador Kiko zu Gast, zwei Tage später musiziert das Trio Anderscht im Kulturforum.

Wir freuen uns sehr auf Kiko, der sicher auch ein jüngeres Publikum interessieret. Das Trio Anderscht hat unsere Räume gebucht und veranstaltet selbst. Wir hoffen, sie können vor ausverkauftem Haus spielen.

Aktuell können Sie wieder Veranstaltungen durchführen. Planen Sie auch bereits für nach den Sommerferien?

Das Programm für die zweite Jahreshälfte steht bereits und die Planung für das Folgejahr ist in vollem Gange. (man)