Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Jobcoaching in Arbon: «Wir sehen kein erhebliches Potenzial»

Laut den Parlamentariern Urs Schwarz (SP), Lukas Auer, Dominik Diezi (beide CVP) und Peter Künzi (XMV) soll Jobcoaching die Soziallasten senken. Der Stadtrat steht dem kritisch gegenüber.
Valentina Thurnheer
Ein junger Pöstler bei der Arbeit. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Ein junger Pöstler bei der Arbeit. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Viele Sozialhilfebezüger bedeuten eine grosse finanzielle Last. In diesem Punkt sind sich die Parlamentarier Urs Schwarz (SP), Lukas Auer, Dominik Diezi (beide CVP) und Peter Künzi (XMV) einig. Deshalb haben sie im Februar eine Motion eingereicht. Der Antrag: Jobcoaching gesetzlich verankern. Als Zielgruppe sehen sie junge Erwachsene, die Schwierigkeiten mit dem Einstieg ins Berufsleben haben. Es solle eine Pilotphase von zwei Jahren geben.

Das Ziel: Perspektiven aufzeigen

Wichtig sei, Junge nach einem missglückten Einstieg in die Berufswelt professionell zu begleiten, und ihnen Perspektiven aufzuzeigen. Denn gelinge der Berufseinstieg nach dem Schulabschluss nicht, sei die Gefahr gross, dass die Jugendlichen psychisch krank würden, in eine Sucht oder in die Kriminalität stürzten. Laut den Antragstellern wird die standardgemässe Zuweisung ins Jugendprogramm der Dock AG nicht allen gerecht, da nicht jeder Betroffene ein Arbeitstraining benötige. Schwarz und die anderen Motionäre verlangen deshalb eine differenzierte Zuweisung, die der jeweiligen Situation des Einzelnen gerecht werden soll.

Der Stadtrat hat den Antrag geprüft. Da die Einführung von Jobcoaching laut den Antragstellern erhebliches Potenzial hätte, die Sozialhilfekosten zu senken, nahm dieser die aktuelle Situation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter die Lupe, die Sozialhilfe beziehen. In Arbon sind das 87 Personen. Alle sind bereits in einem Programm zur Arbeitsmarktintegration untergebracht, oder haben ein solches durchlaufen, und erhalten nun weitere Hilfestellung.

Hinzu komme, dass der Kanton im Frühjahr 2017 mit der Stadt Arbon und weiteren Gemeinden des Bezirks ein Projekt für regionales Jobcoaching lanciert habe, teilt der Stadtrat mit. Nach Abschluss der Pilotphase werde dieses in Bezug auf Nachhaltigkeit und Ressourcenbedarf beurteilt. Bei positivem Ergebnis würde die Einführung eines ständigen regionalen Jobcoachings angestrebt. Der Stadtrat kommt deshalb zum Schluss: «Es ist kein erhebliches Potenzial auszumachen.»

«Auffassung der Antragsteller greift zu kurz»

Die Auffassung der Antragsteller, dass das Dock-Jugendprogramm für Minderjährige nicht geeignet sei, greife ausserdem zu kurz. «Die staatlichen Angebote zur Unterstützung dürfen nicht ausser Acht gelassen werden.» Dem Stadtrat sei bewusst, dass die Betreuung und Begleitung von Jugendlichen für eine erfolgreiche berufliche Integration wichtig sei. In Arbon bestehe aber ein ausgezeichnetes Angebot, das den Betroffenen den Einstieg ins Berufsleben ermögliche.

Mit dem Pilot-Projekt für regionales Jobcoaching werde dem Willen der Motionäre entsprochen. Eine neue Gesetzesgrundlage sei nicht nötig. Der Stadtrat empfiehlt dem Parlament, die Motion als nicht erheblich zu erklären. Ausserdem verpflichtet er sich, über das Projekt für regionales Jobcoaching zu berichten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.