Wir möchten einen gemeinsamen Flyer für das «Brocki-Mekka Weinfelden» gestalten

In Weinfelden gibt es vier Brockenhäuser. Stefan Eggimann von der Stiftung Wetterbaum wehrt sich gegen die Kritik, für unnötige Konkurrenz zu sorgen.

Mario Testa
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Stefan Eggimann, Geschäftsleitungsmitglied Stiftung Wetterbaum.

Stefan Eggimann, Geschäftsleitungsmitglied Stiftung Wetterbaum.

Bild: PD

Weshalb hat die Stiftung Wetterbaum vor einem Jahr entschieden, auch in Weinfelden noch ein Brocki zu eröffnen?

An unserem Standort in der Güttingersreuti betreiben wir schon seit 2011 eine Werkstatt und renovieren Holzfensterläden. Das Obergeschoss war aber lange ungenutzt und als Lager vermietet. Um weitere Integrations-Arbeitsplätze zu schaffen haben wir dann vor zwei Jahren entschieden, ein Brocki zu eröffnen. Wir bieten darin wirtschaftsnahe Arbeitsplätze für Sozialhilfe-EmpfängerInnen, Flüchtlinge und Vorläufig Aufgenommene sowie Menschen mit einer IV-Integrationsmassnahme und unterstützen sie bei der beruflichen und sozialen Integration. Gleichzeitig trägt das Brocki zur Finanzierung unserer Aktivitäten bei.

Hat es Ihrer Ansicht nach nicht schon genug Brocki-Angebote in der Stadt?

Wir betrachten unser Brocki als Ergänzung. Wenn Migros und Coop nebeneinander einen Standort eröffnen, profitieren davon auch beide. Dass auch der Brocki-Shop des Blauen Kreuzes sein Angebot ausbaut freut uns deshalb. Die einzelnen Brockis sind ja teilweise sehr unterschiedlich ausgerichtet. Wer bei uns etwas nicht findet, wird dafür z.B. in der Brockenstube des Frauenvereins oder im Brocki-Express fündig.

Teamleiterin Angela Kubli und Bereichsleiter Christian Rink vor der Brocki Wyfelde der Stiftung Wetterbaum.

Teamleiterin Angela Kubli und Bereichsleiter Christian Rink vor der Brocki Wyfelde der Stiftung Wetterbaum.

Bild: PD

Decken Sie mit der Brocki Wyfelde Bereiche oder Dienstleistungen ab, welche die Bestehenden nicht bieten?

Unsere Stärke liegt sicher darin, dass wir sehr vernetzt arbeiten. In unserer Werkstatt im UG bereiten wir nebenbei auch Möbel für den Verkauf im Brocki auf. Unsere Teams der Abteilung Haus & Umwelt sind sehr erfahren was grosse Räumungen, Entsorgungen und Umzüge anbelangt und beliefern das Brocki. Und der Arbeitsbereich karep in Frauenfeld bietet im Brocki Wyfelde revidierte Kaffeemaschinen zum Verkauf an.

Erachten Sie die Konkurrenz als belebend oder Geschäftshemmend?

Wir sehen die anderen als Mitbewerber, die alle auf ihre Art für eine gute Sache arbeiten. Vielleicht gibt es Kunden, die bei uns etwas finden und dann nicht in einem anderen Brocki einkaufen. Gleichzeitig ziehen wir zusammen aber mehr auswärtige Kunden an, was belebend wirkt. Wir verweisen unsere Kunden auch aktiv zu anderen Brockis, wenn sie bei uns nicht fündig wurden. Zudem würden wir gerne einen gemeinsamen Flyer für das «Brocki-Mekka Weinfelden» lancieren. Gespräche sind im Gange.

Welche sozialen oder gesellschaftlichen Anliegen verfolgt die Stiftung Wetterbaum mit ihrem Brocki?

Mit unserem Angebot in den verschiedenen Arbeitsbereichen fördern wir die berufliche und soziale Integration von benachteiligten Menschen. Nach dem Motto «ermutigen, trainieren, integrieren» schaffen wir ein Arbeitsumfeld, in dem Menschen auch ohne Ausbildung produktiv mitarbeiten können und gefördert werden. Bei den einen geht es darum, zuerst einen Tagesablauf zu trainieren. Andere absolvieren interne Bildungsmodule und besuchen die Bewerbungswerkstatt. Mit Job-Coaching unterstützen wir unsere Mitarbeitenden zudem aktiv beim Finden eines Arbeitsplatzes im ersten Arbeitsmarkt und vermitteln Praktikumsstellen.

Weshalb verlängern Sie die Öffnungszeiten im Dezember? Bleiben die auch für die Zukunft bestehen?

Aufgrund der Rückmeldungen von Kunden und der Nachfrage haben wir entschieden, die Öffnungszeiten ab Dezember zu verlängern und unter der Woche bereits um 10 Uhr zu öffnen. Die geänderten Zeiten bleiben auch im folgenden Jahr bestehen.

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