«Wir hatten ein solches Szenario in unserer Planung»: Den drei besten Thurgauer Fussballklubs kommt die verfrühte Winterpause gelegen

Sowohl der FC Kreuzlingen wie auch Stadtrivale Calcio Kreuzlingen und der FC Amriswil erkennen positive Aspekte in der vorgezogenen Winterpause im Regionalfussball aufgrund der Coronapandemie. Sie sind gar überzeugt, dass die Verschiebung von Spielen in den Frühling fairere Voraussetzungen bietet.

Roger Ackermann
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Wasserschlacht im Herbst: Der FC Kreuzlingen (grün-weiss) und die AS Calcio Kreuzlingen (orange) bevorzugen Spiele bei besseren Platzverhältnissen.

Wasserschlacht im Herbst: Der FC Kreuzlingen (grün-weiss) und die AS Calcio Kreuzlingen (orange) bevorzugen Spiele bei besseren Platzverhältnissen.

Mario Gaccioli (10. Oktober 2020)

Mit zwei Niederlagen war dem FC Kreuzlingen der Auftakt in die Saison 2020/21 misslungen. Es sollten jedoch die beiden einzigen verlorenen Partien in der Hinrunde der 2. Liga interregional bleiben. Kontinuierlich arbeitete sich der Mitfavorit vom Bodensee in der Tabelle der Gruppe 6 bis auf Rang zwei nach oben. Nach neun Spielen punktgleich auf dem dritten Platz liegt der FC Amriswil. Calcio Kreuzlingen, das lange unbesiegt blieb, ist auf dem sechsten Rang klassiert, mit drei Punkten Rückstand auf die beiden Kantonsrivalen.

Weitere Punkte wird es für die drei Thurgauer Mannschaften für eine Weile keine mehr geben. Aufgrund der Massnahmen des Bundesrats gegen die grassierende Coronapandemie ruht der Ball im Amateurfussball bis auf weiteres. Die Teams wurden deshalb drei Runden vor Schluss der Hinrunde in die Winterpause geschickt.

FC Kreuzlingen setzt ganz auf zweite Saisonhälfte

Daniel Geisselhardt, Präsident des FC Kreuzlingen.

Daniel Geisselhardt, Präsident des FC Kreuzlingen.

PD

Unglücklich über den verfrühten Meisterschaftsunterbruch ist man beim FC Kreuzlingen nicht. «Im November sind die Plätze tief und schwierig zu bespielen, ausserdem ist das Wetter garstig», sagt FCK-Präsident Daniel Geisselhardt. Die Mannschaft habe zwar einen guten Lauf gehabt und in den verbliebenen drei Spielen gegen deutlich schlechter klassierte Gegner habe man auch mit weiteren Punkten gerechnet, «aber die Partien wurden ja nur auf die zweite Saisonhälfte verschoben». Die Punkte, so das Kalkül, sollten einfach zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Konto des Tabellenzweiten landen.

Calcio Kreuzlingen plädiert für gleich lange Spiesse

Auch beim Lokalrivalen Calcio Kreuzlingen ist man nicht betrübt, im Gegenteil: «Wir sind froh, dass die Spiele verschoben wurden und die Saison in der nächsten Jahreshälfte mit gleichen Voraussetzungen für alle Mannschaften weitergespielt werden kann.» Präsident Marcus Meloni bezieht sich mit seiner Aussage auf die Tatsache, dass seine Mannschaft zuletzt zwei mit dem Coronavirus infizierte Spieler zu beklagen hatte. Er sieht des Weiteren in den zu erwartenden besseren Spielbedingungen für die Nachholpartien eine Chance für seine Mannschaft: «Schlechte Plätze kommen uns als technisch starkem Team nicht entgegen.»

Marcus Meloni, Präsident der AS Calcio Kreuzlingen.

Marcus Meloni, Präsident der AS Calcio Kreuzlingen.

Reto Martin

Wenn nicht unbedingt erfreut – beide betonen, dass sie gerne weitergespielt hätten –, so nehmen die Präsidenten der zwei Kreuzlinger Klubs die Massnahmen pragmatisch und positiv auf. Gleiches gilt für den FC Amriswil. Christoph Schenk, Co-Präsident und Trainer, sagt: «Weil wir wussten, dass so etwas passieren kann, hatten wir ein solches Szenario in unserer Saisonplanung berücksichtigt.» Nach der Entwicklung der Pandemie und der entsprechenden Massnahmen sei der Unterbruch ausserdem voraussehbar gewesen, sagen alle drei Klubverantwortlichen unisono.

Noch ist unklar, wie die drei verschobenen Partien in den Spielplan der Rückrunde eingefügt werden. Ein früherer Start erachtet Marcus Meloni als utopisch, ebenso das Austragen der Spiele nach dem ursprünglichen Saisonende am 12. Juni. «Am realistischsten ist wohl die Durchführung unter der Woche», meint Meloni. Ebenfalls nachgeholt werden muss der Kracher in der Vorrunde des Schweizer Cups zwischen den beiden Kreuzlinger Stadtrivalen sowie das Spiel von Amriswil gegen Weesen, die beide am 21.November hätten stattfinden sollen.

FC Amriswil gibt sich sehr anpassungsfähig

Christoph Schenk, Co-Präsident und Trainer des FC Amriswil.

Christoph Schenk, Co-Präsident und Trainer des FC Amriswil.

Mario Gaccioli

Wann genau die drei Thurgauer Mannschaften mit der Vorbereitung für die zweite Saisonhälfte beginnen werden, ist auch abhängig von der Entwicklung in den nächsten Wochen und Monaten. «Wir werden abwarten und uns einfach der jeweiligen Situation anpassen», sagt Amriswils Trainer Schenk unaufgeregt. Fix ist derzeit nur, dass die Spieler bereits in der Winterpause sind. Diese hätte sowieso stattgefunden, jetzt einfach ein paar Wochen früher als ursprünglich geplant.