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Trotz Doppelbelastung nach Changwon

Die Egnacherin Andrea Brühlmann hat sich für die Weltmeisterschaft im 300-Meter-Schiessen qualifiziert. Das bereits zum dritten Mal.
Trudi Krieg
Andrea Brühlmann packt ihre Koffer für Korea. Bild: Trudi Krieg

Andrea Brühlmann packt ihre Koffer für Korea. Bild: Trudi Krieg

Den Ausweis, Essen für Unterwegs, das Sportgewehr samt Zubehör… Andrea Brühlmann ist am Packen. Sennenhündin Lou schaut skeptisch zu. Sie weiss, dass ihre Herrin in diesem Fall jeweils für ein paar Tage oder länger verreist. Auslandwettkämpfe und Trainingslager gehören ebenso zum Leben der 34-Jährigen wie Eier ausnehmen bei ihren 5000 Legehennen oder die Weide einzäunen für ihre Engadiner Schafe.

Die Anforderungen sind gestiegen

Doch diesmal wird der Koffer nicht einfach für ein Training gepackt, sondern für die Weltmeisterschaften im Koreanischen Changwon. Es ist die dritte Weltmeisterschaft, an der Brühlmann teilnimmt – nach 2006 und 2010. Inzwischen ist das Niveau um einiges höher, sagt sie. «Es wird der Tag kommen, an dem berufstätige Athleten das Feld ganz den Profiathleten überlassen müssen.» Seit sie zwanzig ist, mischt Andrea Brühlmann im nationalen Schiesssport mit. Seit zwei Jahren ist die gelernte Geflügelzüchterin selbstständige Landwirtin in Egnach. Beides unter einen Hut zu bringen erfordert eisernen Willen, Disziplin und Ausdauer.

Dieses Jahr hat sie auch an der Europameisterschaft teilgenommen

Ein Höhepunkt in diesem Jahr war die Teilnahme an der Europameisterschaft im Ungarischen Györ, wo sie es in der Olympischen Disziplin Luftgewehr auf den vierten Platz schaffte. «Es kam buchstäblich auf den letzten Schuss an im Kampf um Bronze gegen die Ukraine.» Im April nahm sie am Weltcup in Korea teil. «Da zeigte uns die Weltelite auf, wo wir stehen.» Vor allem die Asiaten seien einfach überirdisch gut. Doch entmutigen liess sich Schützin aus dem Lande Tells nicht. «Man muss an den Erfolg glauben. Ein Quentchen Glück gehört auch dazu, und natürlich ganz viel Training.»

Eine grosse Doppelbelastung

Um Höchstleistungen zu erbringen, müsse man in Topform sein – technisch, mental, körperlich. Bauch- und Rückenmuskulatur müssen gut ausgebildet sein, denn das Gewehr wiegt 6,4 Kilo. Training ist für die Landwirtin mit eigenem Betrieb auch die tägliche Arbeit auf dem Hof, ergänzt durch gezieltes Kraft- und Konditionstraining. Die Doppelbelastung Spitzensport und Selbstständigkeit ist gross. Aus Korea brachte Andrea Brühlmann eine Flagge heim, die am Hühnerstall prangt: «Das führt mir täglich mein Ziel vor Augen.» Aus jedem Land können pro Disziplin drei Athleten an den Weltmeisterschaften teilnehmen. Zum Trio mit Andrea Brühlmann gehören Marina Schnider und Silvia Guignard. Andrea Brühlmann wird im Dreistellungsmatch und Liegendmatch 300 Meter starten.

30 Grad und 13 Stunden Flug

Der Flug nach Korea ist für den 6. September gebucht und dauert 13 Stunden. Die Wettkämpfe werden am 10. und 12. September ausgetragen. So viel Zeit braucht man mindestens, um den Jetlag zu überwinden und sich an die Zeitumstellung zu gewöhnen. Der Schiessstand für das 300-Meter-Schiessen war beim Weltcup noch nicht aufgebaut. Die Schützinnen wissen auch noch nicht definitiv, wie viele Nationen antreten. «Ich kann gut mit Überraschungen umgehen und mich auf verschiedene Situationen einstellen», sagt die treffsichere Landwirtin. Der heisse Sommer sei für sie zur Angewöhnung gut, denn in Korea betragen die Temperaturen im September über 30 Grad.

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