Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Wildhaber räumt beim HC Thurgau auf

Die Verteidigung ist in dieser Saison das Prunkstück des HC Thurgau. Im bisherigen Saisonverlauf in der Swiss League kassierte nur Ajoie weniger Gegentreffer als die siebtplatzierten Ostschweizer. Einer, der vor Thurgaus Tor für Ordnung sorgt, ist David Wildhaber.
Matthias Hafen
David Wildhaber bestreitet seine dritte Saison mit dem HC Thurgau. Am Dienstag verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig um zwei weitere Jahre bis am Ende der Spielzeit 2020/21. (Bild: Mario Gaccioli, Weinfelden, 15. Januar 2019)

David Wildhaber bestreitet seine dritte Saison mit dem HC Thurgau. Am Dienstag verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig um zwei weitere Jahre bis am Ende der Spielzeit 2020/21. (Bild: Mario Gaccioli, Weinfelden, 15. Januar 2019)

Wenn es rumpelt auf dem Eis, dann ist David Wildhaber nicht fern. Der 23-jährige Berner ist ein Verteidiger alter Schule. Vor dem eigenen Tor wird konsequent alles aus dem Weg geräumt, vorne hilft er dem Team mit scharfen Schüssen. Wildhabers Slapshots sind von den gegnerischen Goalies ebenso gefürchtet wie seine Checks von den gegnerischen Stürmern. Verteidiger wie den 23-jährigen Berner findet man heutzutage aber immer weniger. Denn das Eishockey entwickelt sich in eine andere Richtung. «Die richtig harten Checks auf offenem Eis gibt es praktisch nicht mehr», sagt Wildhaber mit Bedauern. Weil er die in einem Spiel stets suche, müsse er sich anpassen. «Ein Verteidiger ist heute vor allem auch läuferisch gefordert. Diesbezüglich kann ich mich noch verbessern.»

Tadellos war Wildhaber nie, dafür schon immer talentiert. Beim SC Bern gehörte der in Spiez aufgewachsene Oberländer von den Mini Top bis zu den Novizen Elite zu den Stammkräften. 50 bis 60 Strafminuten pro Saison waren allerdings schon damals keine Seltenheit. Eine Verletzung brachte Wildhabers Karriere in Berns Nachwuchs dann ins Stocken.

Neue Chance bei Pascal Schallers Fribourg

Den Turnaround verdankte Wildhaber dem früheren NLA-Profi Pascal Schaller, der Anfang der 90er-Jahre Fribourgs Sturmlinie um Slawa Bykow und Andrej Chomutow ergänzte. Schaller hatte den begabten Verteidiger schon bei den SCB-Junioren trainiert. Mit dem Wechsel zu seinem Stammverein Fribourg holte der Nachwuchscoach 2012/13 auch Wildhaber zu Gottérons Elite-A-Junioren. «Das war damals ein Joker-Transfer und ein Wendepunkt in meiner Karriere», sagt Wildhaber heute. Seine starken Auftritte an der Saane wurden mit den ersten Aufgeboten für die Schweizer Juniorenauswahl gewürdigt. Und immer mal wieder kam Wildhaber auch in Fribourgs NLA-Mannschaft zum Einsatz. Mit 97 Strafminuten in der Saison 2013/14 erreichte das Defensivtalent auch diesbezüglich einen neuen persönlichen Rekord.

David Wildhaber ohne Strafminuten ist wie ein Vogel ohne Flügel. «Körperkontakt gehört zum Eishockey», sagt der 23-Jährige trocken. Vielleicht lag es auch an seiner Spielweise, dass dem Talent der Durchbruch in den Teenager-Jahren nie ganz gelungen war. Nach seiner Juniorenzeit folgte eine unbefriedigende Saison beim NLB-Club Martigny. Und wieder kurbelte ein Clubwechsel Wildhabers Karriere neu an. 2016 stiess er als sogenannter «Prospect-Spieler» zum HC Thurgau, wurde aber noch öfter beim Partnerteam Pikes Oberthurgau in der 1. Liga eingesetzt. HCT-Trainer Stephan Mair holte Wildhaber jedoch schon in der darauffolgenden Saison fix ins Swiss-League-Kader.

In Frauenfeld das Licht der Welt erblickt

In dieser Woche nun verlängerte Wildhaber beim HCT vorzeitig um zwei weitere Jahre bis Ende 2020/21. Er bezeichnet den Swiss-League-Club aus Weinfelden als «super Arbeitgeber» und sagt, dass er durchaus andere, finanziell lukrativere Optionen gehabt hätte. «Aber das Gesamtpaket überzeugt hier.» Dabei führt Wildhaber seinen Teilzeit-KV-Job beim HCT-Sponsor Prematic ins Feld oder die Nähe zu Konstanz, wo der Berner gerne seine Freizeit verbringt.

Dass David Wildhaber im Thurgau eine zweite Heimat gefunden hat, ist nicht nur Zufall. Wildhaber wurde am 16. März 1995 in Frauenfeld geboren. Erst als er vier Jahre alt war, zog seine Familie nach Spiez ins Berner Oberland. Trotz seiner Thurgauer Wurzeln fühle er sich aber ganz als Berner, sagt Wildhaber. Das Gemütliche, das seinen Kantonsleuten nachgesagt wird, schlägt auch im Charakter des Spielers durch. Neben dem Eis ist Wildhaber ein ganz anderer Typ als auf dem Eis: Kein Grobian, dafür ein Spassvogel, der stets gute Stimmung verbreitet.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.