Wigoltinger Schüler bauen eigene Möbel

Die Fünftklässler der Volksschulgemeinde haben ihre Lernräume gemäss eigenen Wünschen entworfen. Am Freitagnachmittag stellten sie diese im Werkzentrum der Öffentlichkeit vor.

Werner Lenzin
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Am Informationsanlass zeigen die Schüler ihre kreativen Möbel wie den Elefantentisch. (Bild: Werner Lenzin)

Am Informationsanlass zeigen die Schüler ihre kreativen Möbel wie den Elefantentisch. (Bild: Werner Lenzin)

Quirlig hüpfen und springen die Kinder auf dem Schulplatz hin und her, stellen ihre Modelle auf und üben ein letztes Mal ihre Präsentationen. Im Verlaufe dieser Woche haben 16 Studierende der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz mit der fünften Klasse von Hansueli Buff im Rahmen eines Reallabors Ideen entwickelt und realisiert – und diese dürfen sich sehen lassen.

Das Reallabor gibt den Schülern die Möglichkeit, ihren Schulraum nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Während dieser fünf Tage hat sich die Klasse mit der Frage auseinandergesetzt, wie Möbel konzipiert sein müssen, damit sie gerne von Kindern genutzt werden.

Multifunktionales Liegebett

«Wir sind extrem stolz auf alle Beteiligten und über das, was sie in dieser kurzen Zeit geschaffen haben», sagt Schulleiter Philipp Zimmer zur Begrüssung der zahlreich erschienen Interessierten. «Dieser Prozess ist Stück für Stück gewachsen. Man hat zusammen gewerkt, gestaltet und gemeinsam etwas erarbeitet», sagt Zimmer.

Den Reigen der Präsentationen eröffnet die erste Schülergruppe. Sie haben aus multifunktionalen Elementen eine Burg im Massstab 1:1 geschaffen, welche im Schulhausgang Platz finden soll. Eine Rückzugsmöglichkeit um zu lernen, alleine oder in Gruppen.

Tisch wie aus dem Dschungel

Ein weiteres Thema lautet Dschungel. Daraus hervorgegangen ist das Kartonmodell Elefant, welches ebenfalls multifunktionell als Tisch verwendet werden kann. Viel Applaus erntet ein multifunktionales Liegebett. Klassenlehrer Hansueli Buff sagt:

«Mit Ausnahme der Burg werden die Sekundarschüler anlässlich einer kommenden Projektwoche alle Ideen im Werken nachbauen.»

Die Schüler erklären, wie die Möbelstücke aus Zeichnung und Modell heraus entstanden sind. Viel Beachtung findet das Modell im Massstab 1:10 von Schulzimmer und Flurzone.

«Wir liessen uns überraschen und für uns begann alles mit dem Studium der Schülerzeichnungen, aus denen die Modelle entstanden», sagt Studentin Sonja Riesen. Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen freut sich, dass die Modelle in der Praxis umgesetzt werden.

Reallabor Schule

Die Volksschule Wigoltingen beschäftigt sich intensiv mit zukünftigen Lernformen und -räumen. Mit der kreativen Lernform eines Reallabors soll der Raum optimiert werden. Im Zentrum dieses Reallabors steht das gegenseitige Lernen zwischen Wissenschaft und Praxis in einem experimentellen Umfeld, schreibt die Schule in einer Mitteilung.

Das Projekt wurde von Architekt Andreas Hammon durchgeführt, welcher ein Reallabor bereits mit Schülern in Österreich organisiert hat. Bei der Ideenfindung wurde unter anderem auf Multifunktionalität und kindgerechte Ergonomie geachtet. In der Umsetzungsphase ist das Team von zehn Studenten unterstützt. (red)

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