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Wigoltinger Lehrerexodus: Oberstufenlehrer schreiben offenen Brief an Schulpräsidentin und fordern Richtigstellung

Nachdem sieben von zwölf Lehrpersonen an der Wigoltinger Oberstufe gekündigt haben, wehren sie sich gegen «Falschinformationen» der Schulpräsidentin zur Kündigungswelle. Dabei finden sie klare Worte. Auch gegen Schulleiter Mirko Spada.
Sabrina Bächi
Zehn von zwölf Oberstufenlehrpersonen haben der Wigoltinger Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen einen offenen Brief geschrieben. (Bild: Mario Testa)

Zehn von zwölf Oberstufenlehrpersonen haben der Wigoltinger Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen einen offenen Brief geschrieben. (Bild: Mario Testa)

Nun ist es soweit: Die Lehrerinnen und Lehrer melden sich zu Wort – in einem vierseitigen offenen Brief an Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen. Nicht nur die sieben Lehrpersonen, welche gekündigt haben sondern zehn Lehrer zeichnen diesen Brief. Darin nehmen die Lehrer Stellung zu verschiedenen Äusserungen der Schulpräsidentin, die sie in Medienmitteilungen und Elternbriefen schriftlich äusserte.

Da sich Wasserfallen selbst mehrmals zu den Kündigungsgründen der Lehrer äusserte, sei nicht davon auszugehen, dass sie selbst dieses Thema dem Amtsgeheimnis zuordne, schreiben die Lehrer.

In den Medienmitteilungen habe Wasserfallen diverse Falschinformationen publiziert, «die wir als Lehrpersonen der Sekundarschule Wigoltingen so nicht hinnehmen können und die uns persönlich desavouieren und unserer Berufsehre verletzen». Geknüpft ist der Brief an die Forderung, die Falschaussagen gegenüber der Öffentlichkeit und den Eltern richtigzustellen.

Elf Aussagen sollen richtig gestellt werden

Insgesamt sind es elf Aussagen, welche die Lehrer aus den Medienmitteilungen Wasserfallens zitieren und danach in ihren eigenen Worten richtigstellen. Hauptsächlich wehren sich die Lehrer gegen das Bild, welches über die von ihnen genannten Falschaussagen Wasserfallens nun zu den Lehrern herrsche.

Sieben der zwölf Wigoltinger Oberstufenlehrer haben gekündigt. (Bild: Reto Martin)

Sieben der zwölf Wigoltinger Oberstufenlehrer haben gekündigt. (Bild: Reto Martin)

Etwa dass die Lehrpersonen keine G-Schüler unterrichten wollen. «Ein Blick in den aktuellen Stundenplan zeigt, dass sämtliche Lehrpersonen in G-Klassen oder gemischten Lerngruppen unterrichten», schreiben die Lehrer dazu. Auch hätten sie aktiv versucht an den Veränderungen mitzuarbeiten. «Wir fordern aber sinnvolle und wohlüberlegte Schritte. Die Schulleitung hat anschliessend ein Tempo vorgelegt, das aus unserer Sicht diesen Grundsätzen widerspricht.»

Der verlangte Rücktritt an die beiden Schulleiter beziehe sich primär auf die aus der Sicht der Lehrer mangelnden fachlichen und menschlichen Kompetenzen der beiden Schulleiter, welche im letzten halben Jahr zu einem immer grösseren Vertrauensverlust geführt hätten. «Da aber Vertrauen ein Grundpfeiler der Zusammenarbeit gerade in unserem Beruf ist, sahen wir keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit.»

Führungsstil war ein Kündigungsgrund

Für mehrere Lehrpersonen sei der Führungs- und Kommunikationsstil der Hauptgrund für die Kündigung – und nicht mögliche Veränderungen, schreiben sie. Des Weiteren finden die Lehrer, dass sie sehr wohl einen Maulkorb auferlegt erhalten hätten.

«In diversen Mails haben Sie einzelnen Lehrpersonen mit Abmahnungen und Freistellung gedroht, falls Ihre Anweisungen nicht befolgt werden. Für uns ist das ganz klar ein Maulkorb.»

Harsche Kritik üben sie an der Darstellung Wasserfallens, dass die Behörde von den Rücktrittsforderungen gegen die Schulleitung überrascht worden sei. Bereits Anfang Dezember seien die Lehrer mit einer Petition für einen echten Dialog bei der Schulpräsidentin vorstellig geworden.

Im Januar hätten drei Lehrpersonen gegenüber einem Behördenmitglied die schlechte Stimmung thematisiert. Auf erste Kündigungen im März habe es keine Nachfragen bezüglich der Gründe gegeben. Auch hätten mit einer Psychologin im März und Februar Gespräche stattgefunden, in denen verschiedene Probleme deponiert wurden. Das Fazit der Lehrpersonen:

«Wir haben immer wieder das Gespräch gesucht, nur wurden wir leider nie gehört.»

Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen will zum offenen Brief und den Forderungen keine Stellung nehmen, wie sie auf Anfrage schreibt.

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